1. Etappe:    

 

Sardinien-Ponza-Ventotene-Ischia-Procida-Amalfi 

 

vom 07.05. - 19.05.2006  (299 sm)

 

 

 

 

 

Am 06.05. warfen wir unsere Festmacher in Santa Maria Navarrese los und machten uns auf unsere "Einführungsetappe" nach La Caletta. Dort versorgten wir uns noch einmal mit Getränken. Wir bekamen sogar einen neuen Lampeneinsatz für den defekten Deckstrahler. Um den zu wechseln, wurde Heide in den Mast gewinscht.

 

Am 07.05. gegen 18.00 Uhr ging es dann richtig los Richtung Ponza.

Der Wind wehte schwach aus SW, so dass nur kurzzeitig gesegelt werden konnte. Die erste Nacht über wurde also motort.

Der erste Morgen auf See erwartete uns mit totaler Flaute und spiegelblankem Wasser. Da wir in der Nacht mit Maschine gut vorangekommen waren, entschieden wir uns für eine längere "Rast", also Maschine aus, Fock hoch und Ruder festgestellt. So ließen wir uns ein paar Stunden treiben. Mehrmals kamen Delfinschulen zu Besuch. In dem ruhigen Wasser trieben die skurrilsten Formen von Quallen. Wir waren ganz allein auf dem Meer, bis zum Horizont rings um uns nur Wasser. 

Gegen Mittag ein freudiger Aufschrei vom Ausguck Heidi: "Wale!!". Tatsächlich! Einige hundert Meter entfernt kamen 

2 große Exemplare an die Wasseroberfläche, bliesen ihre Luft wie ein Geysir durch das Blasloch aus und tauchten nach 10-20 Sekunden wieder ab. Nach wenigen Minuten kamen sie wieder hoch und das Schauspiel wiederholte sich. Wir startete die Maschine und versuchten vorsichtig, näher heran zu fahren, aber die Wale hielten den alten Abstand ein.

Gegen Nachmittag kam leichter Wind aus SO, der auch die folgende Nacht anhielt, so dass wir von da ab segeln konnten.

Am Morgen des 09.05. tauchte vor uns die Insel Ponza auf und gegen 08.00 Uhr fiel der Anker in der Bucht vor dem Ort. Hier am Ankerplatz trafen wir die "Farewell", die einige Zeit vor uns Santa Maria Navarrese verlassen hatte.

 

Den folgenden Tag nutzten wir für eine kurze Segeltour entlang der SO-Küste der Insel, bei der wir auch eine wunderschöne Ankerbucht fanden.

Die nächsten Tage wurden wir von einer Schlechtwetterfront in Ponza festgehalten. Es war kalt und regnerisch.

 

Am 12. 05. war es dann wieder besser und wir nahmen die kurze Passage nach Ventotene in Angriff. Die Überfahrt brachte keine Besonderheiten: wenig Wind und viele Quallen.

An der NO-Seite von Ventotene verbrachten wir einen geruhsamen Nachmittag vor Anker, bevor wir am frühen Abend in den imposanten alten Galeerenhafen (Porto Vecchio) einliefen und am Kai festmachten.im alten Galeerenhafen von Ventotene

Ventotene hat uns ausgesprochen gut gefallen. Der Ort hat seinen eigenen Charme und ein Rundgang lohnt sich auf jedem Fall.

 

Am folgenden Morgen versorgten wir uns noch mit frischem Brot und Obst und legten gegen Mittag mit dem Ziel Ischia ab. Vorbei an der ehemaligen Gefängnisinsel San Stefano ging es (leider) mit Maschine der Vulkaninsel entgegen, wo wir vor dem kleinen Hafen San Angelo den Anker fallen ließen. Der Hafen war von großen Motorbooten 

völlig überfüllt.

Abends ziemlich teuer und schlecht Essen gewesen. Die "Hauptspeise" hatten wir wegen Ungenießbarkeit zurück gehen lassen.

Den nächsten Morgen lichteten wir den Anker und ließen ihn in der Sorgento-Bucht wieder fallen. Hier ergiessen sich Thermalquellen direkt in das Meer und in natürlichen Badebecken kann man sich in unterschiedlich temperiertem Wasser herrlich erholen. Hier hielten wir es ein paar Stunden aus, ehe wir am späten Nachmittag in der Marina von Casamicciola festmachten. Allerdings kein ganz billiges Vergnügen, aber dafür entschädigte uns ein im Ort sehr gutes und preiswertes Abendessen.

Der kommende Tag begann mit "Großer Wäsche" und wurde dann mit einem ausgiebigen Besuch der Castigliona-Therme fortgesetzt. Hier aalten wir uns in verschiedenen Thermalbecken und genossen auch eine urige Natursauna. Aber irgendwann mussten wir uns davon losreißen und so verließen wir an Abend Casamicciola, um vor Ischia Ponte (südlich der Brücke) noch einmal zu ankern. Hier trafen wir auch die "Farewell" wieder.Ischia Ponte

 

Ischia Ponte ist noch ein sehr lebendiger, fast unverfälschter Ort der Insel. Der Massentourismus hält sich erfreulich in Grenzen. Die Bewohner sind freundlich und hilfsbereit.

Am nächsten Morgen haben wir uns, direkt von Fischer aus dem Boot, für 3,00 € einen ca. 1,5 kg schweren Thunfisch gekauft.

Aber 3 Tage Ischia sollten genug sein und so ging es gegen Mittag weiter zu "Ischias kleiner Schwester" Procida.

Diese Insel sollte für jeden Segler, der außerhalb der Hochsaison in diese Gegend kommt, im Pflichtprogramm stehen.

Nachdem wir eine Besichtigungsrunde durch den Hafen gedreht hatten, entschieden wir uns für einen Ankerplatz in der Bucht Corricella und wurden für diese Entscheidung belohnt. Das Fischerdorf Corricella ist praktisch in eine steile Felswand hineingebaut. Die einzelnen Häuser liegen dadurch direkt übereinander. Mehrere lange und mehrfach gewundene Treppen führen vom Hafen in die darüber gelegene Altstadt. Hier fühlten wir und teilweise in das Mittelalter zurück versetzt. Aber die Geschäfte (sowohl Lebensmittelgeschäfte als auch Boutiquen und andere) sind in tadellosem Zustand. Die Leute sind freundlich und wir haben uns selbst in den entlegensten Ecken nicht unsicher gefühlt.

Fischereihafen Corricella auf Procida

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich Capri sein, aber die vielen "Horrormeldungen" über Touristenrummel und chaotische Bedingungen im Hafen sowie über 100 € Liegeplatzgebühren hielten uns davon ab. Kurzfristig entschieden wir uns, es bei einer Inselumrundung zu belassen. Die 25 sm 

von Procida nach Capri  konnten wir bei leichtem Wind aus SW gemütlich segeln und unser Windpilot leistete dabei verlässliche Arbeit.

Capri macht auch vom Meer aus einen imposanten Eindruck. Bevor wir unseren Kurs Richtung Festland 

lenkten, durften natürlich ein paar Fotos von den berühmten Faraglioni-Felsen nicht fehlen.

 

Dicht hinter dem Pt. Campanella fiel in einer wunderschönen und romantischen Bucht, die zu einem Naturschutzgebiet gehört, unser Anker. Eingerahmt von steilen Felswänden verbrachten wir hier 2 Tage. In einer kleineren Nebenbucht befand sich früher einmal ein Steinbruch. An einem kleinen verfallenen Anleger beginnt ein gut beschriebener Wanderweg durch das Naturschutzgebiet.

vor Capri

Blick auf Capri aus unserer Ankerbucht

die Inseln der Sirenen

 

Am 19.05. lichteten wir unseren Anker und nahmen zuerst Kurs auf die Galli-Inseln, bekannt auch als die "Inseln der Sirenen". Von dort fuhren wir, dicht unter Land, die beeindruckende Amalfiküste entlang. Gegen Mittag machten wir im Hafen Amalfi an der Außenmole fest. Grundleinen waren vorhanden, Wasser und Strom erhältlich. Der Preis für den Liegeplatz war Verhandlungssache, wobei wir im Endeffekt überzeugt waren, doch über das Ohr gehauen worden zu sein.   

 

Amalfi war, obwohl wir uns noch in der Vorsaison befanden, vom Tourismus überfüllt. Deshalb machten wir uns bald „auf die Socken“, um dem Trubel zu entflehen und die herrliche Landschaft zu erkunden. Eine mehrstündige Wanderung führte uns durch das „Tal der Mühlen“ vorbei an erfrischenden Gebirgsbächen und riesigen Zitronenplantagen bis nach Ravello. Die Tour war zwar etwas anstrengend aber sie hat sich gelohnt.

 

 

 

Nautische Informationen

 

La Caletta

Kostenlose Liegeplätze an den kommunalen Schwimmstegen und an der Beton-Außenmole der Marina. Gute Versorgungsmöglichkeiten im Ort. Bei Meltemi sehr Böen-anfällig.

 

Ponza

Guter Ankergrund im Hafen (Ankerverbotszone beachten!). Die neuen privaten Stege sind sündhaft teuer. Sehr schöne Tagesankerplätze um der Insel.

 

Ventotene

Der alte Galeerenhafen (Porto Vecchio) ist sehenswert und bietet guten Schutz. Anlegen mit Heck oder Bug und Moorings vorhanden. Die Liegegebühr von 30 € ist nicht gering, aber für den herrlichen Hafen akzeptabel. Der daneben liegende neuen Hafen, in dem sich auch der gesamte Fährverkehr abspielt, ist sehr Schwell-anfällig.

 

Ischia - Casamicciola

Mit 40 € schon recht teuer. Viel Lärm, wenn man am Straßenkai liegt, dafür gute und preiswerte Restaurants im Ort. Guter Ausgangspunkt für Ausflüge, gute Busverbindung rund um die Insel.

 

Ischia Ponte

Ankerplätze, je nach Windrichtung, südlich oder nördlich des Damms. Der südlich gelegene Bucht scheint ruhiger zu sein. Der Ort ist sehr schön und noch unverfälscht. Früh frischer Fisch preiswert direkt vom Fischerboot.

 

Procida - Bucht Corrichella

Gute Ankermöglichkeiten in der Bucht vor den Wellenbrechern. Wer sich traut (kleineres Boot) kann auch versuchen, hinter den Wellenbrechern direkt im Hafen einen Platz zu bekommen. Der Ort ist sehenswert, besonders direkt am Hafen, aber man sollte auch den Weg in den oberen Teil nicht verpassen.

 

Ankerbucht Seno di Leranto (40° 34,5' N, 14° 20,2' E)

Schöner Ankerplatz, steiniger Untergrund (!) im Norden der Bucht oder in der östl. Nebenbucht vor dem Sandstrand.

 

Amalfi

Unser Liegeplatz an der Außenmole (Mooring) erwies sich als recht unruhig. Die ein- und auslaufenden Fähren und Motorboote erzeugten einen heftigen Schwell, der erst in den späten Abendstunden nachließ. Die Liegeplätze an den neuen Schwimmstegen scheinen etwas ruhiger zu sein.