Unsere Gesamtroute 2007

 

 

 

 

 

 

 

1. Etappe : Türkei (Marmaris) - Kreta  

      24.05. - 30.06.2007  (524 sm)

 

 

Nachdem unsere SOLEIL den kalten und staubigen Winter auf dem Trocken-Stellplatz der YAT-Marina in Marmaris verbracht hat, ging es Anfang Mai endlich wieder in das nasse Element zurück. Leider verzögerte sich die Anreise von Heidi um fast 2 Wochen. Aber am 23. Mai konnten wir endlich die Leinen loswerfen."Trockenstellplatz" in Marmaris

Die Freude über unsere wieder gewonnene Freiheit wurde allerdings schon nach wenigen Meilen etwas getrübt. Im Herbst hatte ich in der Marina einer (deutschen) Service-Firma den Auftrag gegeben, die Kraftstoffpumpe zu tauschen, da sie ständig feucht war. Man sagte mir zu, die aus Deutschland mitzubringen und zu wechseln. Trotz Zusage musste ich nach meiner Anreise nun feststellen, dass die Arbeit nicht erledigt war. Angeblich war keine Pumpe zu bekommen. (bei einer telef. Nachfrage meinerseits in Deutschland bestätigten 2 Händler, welche auf Lager zu haben!)

Ich baute also die Pumpe aus und ließ sie von der Service-Firma überprüfen – Aussage: „die Pumpe ist in Ordnung und dicht“.

Aber nun war sie schon wieder nass!!!

 

Als wir nach drei Tagen den Hafen von Bozborun (der uns übrigens sehr gut gefallen hat ) erreichten, war unsere Geduld mit der verdammten Pumpe zu Ende. Ich klemmte mir das Ding unter den Arm und zusammen mit 2 Holländern, die einim Hafen von Bozborun ähnliches Problem hatten, fuhren wir mit dem Bus nach Marmaris zurück.

Dort baute mir ein türkischer Mechaniker aus 2 verschiedenen Pumpen eine passende zusammen (die alte war tatsächlich kaputt - die Membran  total löchrig).

Endlich konnten wir beruhigt weiterfahren.

 

Bis Ende Mai trieben wir uns noch an der türkischen Küste herum. Sehr schöne Ankerplätze fanden wir in den Buchten Kuruca Bükü und in der Echobucht auf der Halbinsel Datca. Auch die historisch und landschaftlich interessante Bucht von Knidos haben wir uns nicht entgehen lassen.

Dagegen ist der  Hafen von Datca  nicht unbedingt zu empfehlen. Die Charterboote liegen dicht an dicht an der Mole und bei aufkommendem Schwell wird es tüchtig ruppig und nicht ungefährlich. Neben uns krachten 2 (Charter)-Yachten mehrmals mit den Masten und Salingen bedrohlich zusammen.

 

Unsere letzten 2 Türkeitage verbrachten wir in der schönen  und sehr gepflegten Marina von Turgutreis. Hier klarierten wir auch aus, was superschnell und unbürokratisch vonstatten ging. Am 3. Juni segelten wir weiter zur griechischen Insel Leros, wo wir in der großen  Bucht von Xerokambo und am folgenden Tag in der Bucht Archangelos sichere Ankerplätze fanden. Endlich konnten wir auch mal wieder am Strand ein kleines Lagerfeuer errichten und ein schönes Steak grillen.

Weiter ging es nach Lipso. Bei 3-4 bft. Halbwind wurde es eine richtig gemütliche Segeltour. Nur schade, dass die Strecke so kurz war. Im dem kleinen Hafen von Lipso fanden wir an der Mole noch einen Platz und am Abend ließen wir es uns in einer Taverne gut gehen.herrliche Ankerbucht vor Patmos

Die nächsten Stationen unserer Reise waren Patmos und die kleine Insel Arki sowie    die windgeschützte und sichere Ankerbucht von Levita. Hier hatten wir im vergangenen Jahr schon einmal Station gemacht und  am Abend gab es in der     einzigen Taverne der Insel gegrilltes Zicklein. Lecker!!! Von Levita aus wollten wir eigentlich über Amorgos zur berühmten Vulkaninsel Santorin (Thira), aber Wind aus West zwang uns, die Route zu ändern. Stattdessen gingen wir auf Südkurs nach Astipalaia. Mit Fock und Großsegel kamen wir zügig voran und warfen am Nachmittag unseren Anker in der rundum geschützten Bucht von Vathy.

Da sich der Wind in den nächsten Tagen nicht wesentlich änderte, hatten wir Zeit, die schönen Buchten und Strände von Astapalaia kennen zu lernen. Die Insel liegt etwas am Rande der üblichen Segelroute, verdient es aber, dass man ihr mal einen Besuch abstattet.

Aber irgendwann wollten wir ja doch weiter und so setzten wir am 16.Juni früh 06.00 Uhr die Segel Richtung Anaphi. Diese Insel sollte uns als Zwischenstation nach Santorin dienen. Die ersten rund 20 Meilen kamen wir bei schwachem Wind aus NW  (teilweise mit Maschinenunterstützung) gut vorwärts, aber je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr frischte es auf und die letzten 6 Meilen hatten wir mit wechselnden Winden um 5-7 Windstärken zu tun. Vor dem einzigen Ort der Insel an der Südküste fanden wir einen einigermaßen geschützten Ankerplatz auf gut haltendem Sandgrund. Den Abend verbrachten wir gemütlich und bei einem guten Essen in der kleinen Taverne am Hafen.

In der Nacht wurden wir von heftigem Schwell tüchtig durchgeschüttelt. Um einem aufkommenden „Schleudertrauma“ zu entgehen traten wir, leicht genervt und verschlafen, früh um 5.30 Uhr die Flucht an. Nach anfänglich leichtem Segelwind aus NW drehte er später leider auf West. Nach 4 Stunden Fahrt machten wir unser Boot im inneren Hafen von Vlychada an der Südküste von Santorin fest.

Gleich neben dem Hafen beginnt ein traumhaft schöner Strand mit bizarren Tuffstein-Felsformationen. Bimssteine, die woanders in Souvenirläden verkauft werden, liegen hier zuhauf herum und warten nur darauf, eingesammelt zu werden.

Am Nachmittag entschieden wir uns noch für eine Fahrt mit dem Linienbus in die Chora, den Hauptort der Insel auf den gewaltigen Klippen über der Bucht, dem einstigen Kratersee. Der Ort und die spektakuläre Aussicht sind überaus beeindruckend, auch wenn uns der Massentourismus doch etwas auf die Nerven gegangen ist. Mehrere hundert Meter unterhalb des Ortes lagen verschiedene Kreuzfahrtschiffe an den riesigen Bojen. Zum Ankern besteht dort keine Möglichkeit, nur vor der kleinen Insel Palaia Kameni findet man mit etwas Glück einen Tagesankerplatz.

Auf das Erlebnis, mit der eigenen Yacht in die Bucht von Santorin einzulaufen, wollten wir natürlich nicht verzichten, und so brachen wir am folgenden Tag zu einer „Kraterrundfahrt“ auf. Die Landschaft ist einfach grandios. Schon vor der Einfahrt passierten wir gewaltige Felsformationen mit unterschiedlichen Farbnuancen. Als sich die große Bucht vor uns öffnete, blies uns ein kräftiger Wind entgegen und wir brauchten die Maschine. Zuerst passierten wir die kleine Insel Palaia Kameni, die erst vor wenigen Jahrzehnten aus dem Meer emporgewachsen ist. Die vulkanische Oberfläche der Insel ist noch völlig unbewachsen. Die größere Nachbarinsel Nea Kameni ist  schon etwas älter. Hier findet man (wenn man Glück hat) eine freie Festmacher-Boje. Wir hatten kein Glück und setzten unsere Fahrt in Richtung des „Hafens“
unterhalb der Chora fort. Die Kreuzfahrtschiffe vom Vorabend waren inzwischen verschwunden, aber „Nachschub“ war schon im „Anmarsch“. Die „Club Med II“ hatte bereits festgemacht.

 

der Strand bei Vlychada ist von Tuffelsen gesäumt

Blick in den Krater von Santorin

Fahrt durch die Bucht von Santorin

 

Wir ließen uns jetzt vom Wind die Felswand entlang zurück zum südlichen Ausgang der Bucht treiben. Da wir keinen Platz für unsere SOLEIL finden konnten, wollten wir uns außerhalb einen geeigneten Ankerplatz suchen. Wenige Meilen östlich des Kap Agrotiri fanden wir eine romantische Bucht mit herrlicher Kulisse und gutem Sandgrund mit großen Steinen. Etwas Schwell lief in die Bucht hinein. Wir hatten uns aber schon entschieden, die nächsten 65 Meilen nach Heraklion / Kreta als Nachtfahrt zu gestalten und so störte uns das leichte Schaukeln nicht sonderlich.

Nach dem Abendessen holten wir um 19.45 Uhr den Anker auf. Anfangs hatten wir wenig Wind, aber nachdem wir den Schutz der Insel verlassen hatten, fing es doch kräftiger an zu blasen. Mit gerefftem Großsegel und verkleinerter Fock machten wir bei achterlichem Wind gute Fahrt. Als „Sahnehäubchen“ wurden wir noch mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt (Heidi wollte die Kamera gar nicht mehr aus der Hand legen). Der Wind aus NW mit bis zu 6 bft. hielt bis spät in die Nacht an. Die inzwischen deutlich angewachsene See schob uns aber sanft Richtung Kreta. Der Großschiffsverkehr war nicht übermäßig stark. Gegen Morgen kamen wir einem Tanker etwas näher, aber bevor wir den Kurs ändern konnten, hatte er bereits ein Ausweichmanöver eingeleitet  (haben uns über Funk dafür bedankt und auch freundlich Antwort erhalten).

Als der neue Tag dämmerte, lag die Küste von Kreta nur noch wenige Meilen vor uns. Inzwischen hatte auch der Wind deutlich nachgelassen. Gegen 09.00 Uhr liefen wir in die Marina von Heraklion ein, aber wo sollten wir unser Boot festmachen? Nach ein paar vergeblichen „Ehrenrunden“ mussten wir einsehen, dass hier nichts zu machen ist. Uns blieb nur ein „lausiger“ Liegeplatz „römisch/katholisch“ an der riesigen Südmole des Industriehafens.

Diese Mole trennt die Marina vom Industriehafen, ist aber so hoch, dass wir ohne fremde Hilfe unsere Festmacher nicht anbringen konnten. Nachdem das Boot endlich fest vertäut war, stellten wir fest, dass wir es gar nicht verlassen können – die Mole war zu hoch. Erst nachdem wir unsere „grauen Zellen“ in Schwung gebracht hatten, fiel uns unser Schlauchboot 

als rettende Lösung ein, mit dem wir (etwas umständlich) über den Umweg zur Marina festen Boden betreten konnten."Idylle" an der Kaimauer von Heraklion

Der Liegeplatz an der hohen Mauer erwies sich in der Folgezeit nicht nur als ungemütlich, sondern auch als recht gefährlich. Der Schwell, der von den ein- und auslaufenden Großschiffen und besonders den Fähren erzeugt wurde, führte immer wieder zu einem wilden Tanz:  Mauer hoch – Mauer runter. Die Festmacher wurden extrem belastet. Als wir entdeckten, dass die Festmacherleine eines neben uns liegenden Seglers immer dünner wurde, versuchten wir, das Tau unter Zug zu „flicken“ (schließlich auch in unserem eigenen Interesse). Der Eigner brachte uns später als „Dankeschön“ eine große Flasche selbst gebrannten Uzo.

 

Da wir Heraklion nicht sofort wieder verlassen wollten, brachten wir noch zusätzliche Festmacher-Leinen und Ketten an. Der Anker hatte sich inzwischen eingegraben an 60m Ankerkette fühlten wir uns einigermaßen sicher.

Für die nächsten 3 Tage besorgten wir uns einen Mietwagen (mit Klimaanlage!!!). Bei  bis zu 40° C Außentemperatur (über der Insel und Südgriechenland lastete eine extreme Hitzewelle) fühlten wir uns im Auto wohler als auf dem Boot.

Unser erster Tagesausflug führte uns auf die Lassithi Hochebene – die „Gemüse- und Kornkammer“ Kretas. Typische Wahrzeichen sind die vielen Windräder, mit deren Hilfe das Wasser aus der Tiefe geholt wird. Nachdem wir das Tal einmal umrundet hatten, machten wir noch einen interessanten Abstecher in die umliegenden Berge. Danach wollten wir zur berühmten „Dikti-Höhle“, aber als wir am Parkplatz ankamen, wurde dieses Ausflugsziel einstimmig wegen Bus- und Touristeninvasion abgewählt. Stattdessen entschieden wir uns, einen Abstecher nach „Kafi“ zu machen, laut Reiseführer ein historisches Highlight. Auf dem Weg dorthin wurde es endlich einsam, so einsam, dass nicht einmal mehr Hinweisschilder zu entdecken waren. Auf gut Glück suchten wir uns steil bergauf einen Weg. Jetzt spürten wir auch wieder die Hitze. Nach gut 1 Stunde Gekraxel standen wir endlich auf dem Gipfel des Berges und fanden auch ein paar Steine, die ihre Form offensichtlich nicht der Natur verdankten. Das war also die prähistorische Siedlung von Kafi!!!. Na ja, aber die Aussicht war herrlich und für die Gesundheit hatten wir auch etwas getan.

Für den folgenden Tag hatten wir uns wieder für „Kultur und Geschichte“ entschieden. Der erste Abstecher führte uns zu den gut erhaltenen Ruinen von  Thilissos und anschließend, durch wieder herrliche Berglandschaft, zur Ida-Höhle, der Geburtsstätte von Zeus. Die Rückfahrt unterbrachen wir am Nachmittag noch an der großen, früher einmal bewohnten Melidoni-Tropfsteinhöhle.

Bevor wir uns wieder auf unser aufgeheiztes Schiff wagten, gönnten wir uns am Strand von Beli eine Abkühlung.

Den nächsten Tag wollten wir noch einmal nutzen, um in den hohen Bergen der Hitze zu entfliehen. Dazu machten wir uns Richtung Knossos auf den Weg. Unterwegs mussten wir allerdings mit „Erschrecken“ feststellen, dass auf dieser Route die Berge kaum eine Höhe von 800m überschreiten – von Abkühlung also keine Spur. Kurz entschlossen fuhren wir weiter zur Südküste und dort auf einer abenteuerlichen Schotterpiste über 19 Spitzkehren von 1400m Höhe bis zum kleinen Hafenort Triss Eklisies die Steilküste abwärts. Mittags gab es in der kleinen Taverne des Ortes köstliche „von Oma zubereitete“ griechische Speisen. Später fanden wir an dem angrenzenden einsamen Kiesstrand noch einen schattigen Platz und ließen es uns gut gehen.

Aber 3 Tage in einem Hafen waren für uns eine recht lange Zeit und so setzten wir unser Boot Richtung Rethymnon in Bewegung, kamen aber erst einmal nicht sehr weit! Der Anker hatte sich ca. 40m vor der Mole verfangen.  Wir waren davon überzeugt, dass eines unserer  Nachbarboote seine Kette darüber geworfen hatte. Winkend und rufend machten wir uns bei dem „schuldigen“ holländischen Skipper bemerkbar, der offensichtlich von schlechtem Gewissen getrieben, die Festmacher los warf und seinen Anker einholte. Als er seinen Anker oben hatte und uns umkreiste, mussten wir betroffen feststellen, dass wir noch immer fest hingen. Der Ärmste war also unschuldig! Er nahm es zum Glück gelassen und nach mehreren Manövern gelang es uns endlich, den Anker unter einer parallel zum Kai verlegten Kette hervorzuziehen. 

Bei absoluter Flaute und drückender Hitze wurde es eine „Dampferfahrt“. Selbst eine Badeeinlage an einem mitgeschleppten Tau brachte keine Abkühlung. Wir hatten das Gefühl, über einer Thermalquelle zu treiben.

Am späten Nachmittag erreichten wir Rethymnon und liefen zuerst den alten Venezianischen Hafen an, aber hier war für uns kein Platz. Das Hafengelände war ringsum von Kneipen, Bars und Diskotheken eingekreist. Die Stühle und Tische nahmen die restlichen paar Meter bis zur Kaimauer ein „Tourismus Hoch 3!!!“.

Die im Nachbarbecken liegende Marina war dafür fast leer. Wir entschieden uns für einen Liegeplatz an einem Schwimmsteg. Hier war sogar Strom und Wasser vorhanden und niemand wollte etwas kassieren.

Tags darauf fuhren wir weiter nach Chania, wieder bei absoluter Flaute. Es war gespenstisch dunstig und die Meeresoberfläche war wie flüssiges Blei. So etwa stelle ich mir die Rossbreiten im Pazifik vor.

Als wir nach 8 Stunden Fahrt endlich Chania erreichten, benötigten wir noch gut eine Stunde, um in dem überfüllten Hafenbecken einen Platz zu finden. Letztendlich banden wir unser Boot neben kleinen Fischerkähnen und Schlauchbooten an einen Steg fest. Der nur 1m-geringe Tiefgang unserer SOLEIL hatte uns wieder einmal gute Dienste geleistet.Platz finden wir in der letzten Ecke

 

Chania ist ein geschäftiger und interessanter kleiner Ort. Beeindruckend sind die alten, noch aus der Zeit der Antike stammenden Schiffs- und Lagerhallen am Rande des Hafens. Aber getrübt wurden all diese schönen Eindrücke von der unglaublichen Hitze! Gleich am nächsten Tag wollten wir wieder in die Berge flüchten und hatten uns dafür eine Wanderung durch die berühmte und wildromantische Samaria-Schlucht ausgesucht. Mit gepacktem Rucksack standen wir also tags darauf vor einem jungen Mädchen in einer Reiseagentur und wollten uns erkundigen, wie wir am besten zu dieser besagten Schlucht gelangen können. Hier mussten wir uns nun belehren lassen, dass man zu dieser Wanderung früh um 6.00 Uhr aufbricht und nicht erst kurz vor dem Mittagessen und dass außerdem die Schlucht wegen der übergroßen Hitze sowieso gesperrt sei (wahrscheinlich um zu verhindern, dass solche Verrückte wie wir losrennen und unterwegs schlapp machen!!!). Unsere Nachfragen nach anderen Ausflugszielen in den Bergen stießen bei dieser Dame nur auf Unverständnis. Sie versuchte uns klar zu machen, dass bei diesem Wetter jeder einigermaßen vernünftige Mensch nach einer geeigneten Badestelle Ausschau halten würde, anstatt sich bei brütender Hitze durch das Gelände zu quälen. Als wir das begriffen hatten, schauten wir uns an und mussten laut lachen. Nur 50m von hier entfernt lag unser Boot. Was hielt uns eigentlich davon ab, die Leinen los zu werfen und eine ruhige Badebucht zu suchen?

 

Eine Stunde später hatten wir Chania hinter uns gelassen und motorten Richtung NW-Ecke von Kreta. Südlich der kleinen Insel Gramvousa fanden wir eine traumhaft schöne Ankerbucht, in die wir uns so sehr verliebten, dass sie uns 4 Tage „festhielt“.Traumbucht von Gramvousa

Vor der Insel, unterhalb einer gewaltigen Festungsanlage, hatten wir zuerst an einer freien Boje festgemacht und uns dann später einen Platz an einem kurzen Betonsteg     gesucht. Wenn gegen Mittag die regelmäßig erscheinenden 2 Ausflugskähne  verschwanden, trat erholsame Ruhe ein. Wir waren das einzige Freizeitboot. 1-2    Fischerboote verbrachte die Stunden vor ihren Einsätzen in unserer Nähe und neben  der kleinen Kirche schien jemand zu wohnen.  In der 3. Nacht wurde Heidi von einem Schuss geweckt, schlief aber danach bald wieder ein. 
Als wir am nächsten Morgen beim Frühstück saßen, sahen wir vor dem Bauernhaus neben der Kirche etwas am Baum hängen. Mit dem Fernglas identifizierten wir das „etwas“ als eine abgehäutete Ziege. Jetzt erinnerte sich Heidi wieder an den Schuss. In Gedanken hatten wir schon den Geschmack von frisch gebratenem Zicklein im Mund. Das wollten wir uns erst einmal aus der Nähe ansehen.

Als wir ankamen, war man gerade mit dem Ausnehmen des Tieres fertig. Am Baum lehnte noch die Flinte. Wir wurden freundlich begrüßt und erst einmal mit etwas Brot und Wein bewirtet. Ja, die Ziege war in der Nacht von einem Jäger geschossen worden und solle heute, zu Ehren des heiligen Petrus, zerlegt und zubereitet werden.

Eigentlich hätten wir jetzt hellhörig werden müssen, aber wir dachten uns nichts weiter dabei. Wie an den Tagen zuvor kamen die Ausflugskähne früh mit einigen Touristen, machten an den Bojen fest und verschwanden wieder gegen Mittag. Um den Trubel aus dem Weg zu gehen, verzogen wir uns in eine „private“ Badebucht etwas abseits. Außerdem sammelten wir schon mal etwas Holz für ein gemütliches Lagerfeuer.

Heute allerdings tauchten die Schiffe am Abend plötzlich wieder in der Bucht auf und machten beide rückwärts an dem winzigen Steg, an dem wir bereits lagen, fest. Eine unübersehbare Menschenmenge, ausgerüstet mit Zelten, Decken, Kochtöpfen, Tischen, Grills, ja sogar Kühlschränken fiel über die Insel her. Wir konnten gerade noch unsere Schuhe vom Steg retten, sonst wären die unweigerlich im Wasser verschwunden. In kürzester Zeit waren  am Strand mehrere Imbissstände aufgebaut. Als Krönung machte noch ein großes Fischerboot längsseits an uns fest. Wir lagen also mitten im Volksfest. Uns blieb nur eine Möglichkeit – mitmachen. Erst holten wir uns von einem der Ausflugskähne ein paar frisch gebratene Fleischstücke und ein paar Bier, dann stürzten wir uns in die Menge. „Unsere“ Fischer hatten inzwischen auch schon Tische aufgebaut und man lud uns gleich mal zu einem kleinen Umtrunk + Lammbraten ein. Später holten wir uns noch eine Flasche Wein, setzten uns auf einen Felsen neben dem Steg uns sehen uns das bewegte aber friedliche Treiben in aller Ruhe an .

Kurz vor Mitternacht machten die Schiffsbesatzungen ihre Fahrgäste mit Böllerschüssen darauf aufmerksam, dass es bald zurück geht und innerhalb der nächsten halben Stunde trudelte einer nach dem anderen wieder ein. Nur wenige entschieden sich, die Nacht auf der Insel zu bleiben, und plötzlich war der ganze „Spuk“ wieder verschwunden.

 

unsere eigene Badewanne

die "Invasion" beginnt

total eingekreist

 

 

 

Nautische Informationen

 

Bozborun (Yesilova)

Ein schön gelegener, sauberer und ringsum sicherer Hafen. Die traditionellen Bootswerften (noch reine Handwerksbetriebe auf der grünen Wiese) sollte man sich unbedingt ansehen.

 

Datca

Wer nicht unbedingt hierhin muss,  sollte sich einen anderen Liegeplatz suchen. Der Hafen ist wenig gegen Schwell geschützt und zusätzlich meist von Charterflotten belegt.

 

Echobucht

Ein Tipp für jemanden, der Einsamkeit liebt. Der Ankergrund hält nicht immer sofort.

 

Knidos

Sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Ankergrund hält nicht überall gut. Am

Kneipensteg  liegt man dafür recht ordentlich.

 

Turgutreis

Eine ganz tolle Marina! Sehr zu empfehlen zum Ein- und Ausklarieren. Alle Behörden befinden sich in einem Gebäude an der Marina. Die Beamten sind äußerst hilfsbereit und in weniger als 30 Minuten ist die gesamte Prozedur beendet (ohne zusätzliche Gebühren für eine Agentur!)

 

Patmos

Die große Bucht vor dem Hafen ist sehr windanfällig. Im Hafen liegt man sehr gut an der Mole griechisch/römisch. (Ankersalat inclusive). Wasser und Diesel vorhanden. Es lohnt sich, 1-2 Tage zu bleiben und mit einem Moped die Insel zu erkunden.

Nördlich des Hafens (37° 20,8’ N, 26° 34,2’E) wunderschöne Ankerbucht.

 

Insel Antipalaia

Die Insel ist ein Geheimtipp. Hierher verirren sich nicht sehr viele Segler. Landschaftlich ist diese Insel eine Perle.

Im Norden bietet Antipalaia mit der Bucht Vathy einen rundum geschützten Ankerplatz.

Im Süden der Insel findet man einige sehr schöne Ankerplätze, die auch ausreichend Schutz vor dem Meltemi bieten.

Eine hübsche Bucht mit einer kleinen Taverne (das Gemüse für uns wurde frisch aus dem Garten geerntet) fanden wir im Südwesten (36°31’N, 26°18,3’E).

 

Insel Anaphi

Die einzige Ankermöglichkeit befindet sich im Süden der Insel vor dem Ort, entweder westl. oder östl. des kleinen Wellenbrechers. Des Sandgrund hält sehr gut, aber Schwell ohne Ende!

 

Marina Vlychada  (Insel Thira/Santorin)

Die Ansteuerung ist wesentlich einfacher, als im Hafenhandbuch (Rod Heikell) beschrieben.

Vorsicht, das äußere Hafenbecken ist stark versandet! Im inneren Hafenbereich (Marina) hält der Anker nicht sehr gut.

 

Bucht von Thira / Santorin

Es ist schon ein Erlebnis, auf eigenem Kiel in diese Bucht einzulaufen. Ankerplätze sind so gut wie nicht vorhanden und die großen Festmacherbojen von einer kleinen Segelyacht aus kaum zu erklimmen. Aber außerhalb der Bucht findet man einige sehr schöne Plätze.

 

Heraklion / Kreta

Die Marina ist fast immer überfüllt, was bleibt, ist die hohe Kaimauer an der Rückseite der Marina im Haupthafen. Liegeplatz-Gebühren werden trotzdem von der Marina kassiert! Einen „Schlüssel“ für Wasser und Strom kann man im Gebäude der  Energiewirtschaft  kaufen. Bei Wasser möglichst nur einen Tag angeben, sonst berechnen die mehrere tausend Liter.

Die Fähren und Großschiffe erzeugen einen heftigen Schwell.

Vorsicht: etwa 40m vor der Kaimauer liegt eine große Kette, an der die Festmacherbojen für die Großsegler befestigt sind.

 

Rethymnon

In der Marina ist ausreichend Platz (mit Wasser und Stromanschluss) vorhanden.

 

Bucht Gramvousa  (35° 35,9’N, 23° 34,9’E)

Im Süden guter Ankerplätze auf Sandgrund, im Norden der Bucht unreiner Ankergrund. Die Festmacherbojen der Ausflugsschiffe können von Nachmittag bis früh genutzt werden. An dem kleinen Betonsteg kann man eventuell längsseits festmachen.