2. Etappe: 

 

 

Italien SW-Liparische Inseln-Palermo 

vom 21.05 - 15.06.2006  (354 sm)

 

Am Morgen des 21. Mai ging es weiter nach Agropoli. Auf diesen 26 sm hatten wir wenig Wind und leider wieder viel Müll im Wasser.

Agropoli besitzt eine sehr schöne Altstadt, die auf einem Berg über dem Hafen thront. Einige nette kleine Restaurants mit vertretbaren Preisen laden zum Verweilen ein. Nicht weit von Agropoli entfernt liegt die antike Stadt Paestum. Man kann ein Taxi nehmen oder den Bus, wir sind mit unserem eigenen Boot gefahren und haben vor dem breiten Sandstrandgrieschischer Tempel in Paestum geankert. Von dort aus waren es dann noch ca. 3 km zu Fuß, aber der Weg hat sich gelohnt!!

Unsere nächste Station war Acciaroli. In den letzten Tagen hatten wir zunehmend  Probleme mit unserem Motor bekommen und es wurde Zeit, etwas zu unternehmen.

Acciaroli ist Heimathafen einer großen Fischereiflotte und demzufolge war damit zu rechnen, dass auch entsprechende Werften oder Werkstätten vorhanden sind.

Mit der Werft kamen wir ohne Probleme klar. Am nächsten Tag wurde der Regler gewechselt. Die Luft im KS-System bereitete etwas mehr Kopfzerbrechen, denn es war keine Undichtheit zu erkennen. Aber ein erfahrener Mechaniker fand dann doch das Problem – die Lüftungsschraube am KS-Wasserabscheider war nicht ganz dicht.

Auf der Weiterfahrt nach Süden haben wir kurz nach dem Capo Palinuro einen wunderschönen TagesankerplatzMittagsrast am Strand gefunden. Zwischen einer kleinen Insel und dem Festland fiel der Anker. Mit dem Schlauchboot fuhren wir an Land und bereiteten uns auf einem kleinen Lagerfeuer unser Mittagessen zu. Spät nachmittags setzten wir unsere Tour fort, um am frühen Abend in einer wildromantischen Bucht nahe des Punta Iscoletti einen Ankerplatz für die Nacht zu finden.

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Isola Dino als Ziel auserkoren. Im Küstenhandbuch hatten 

wir schon gelesen, dass sich in den Felsen dieser Insel mehrere eindrucksvolle Grotten befinden, die meist nur vom Wasser aus zu erreichen sind.

Die rund 20 sm legten wir bei ruhigem Wetter unter Segel zurück. Die Küstenlandschaft war beeindruckend und wir konnten uns kaum satt sehen. Südlich der Isola Dino fanden wir (auf

6 m Sandgrund) einen passablen Ankerplatz.

Am nächsten Morgen machten wir uns schon früh mit dem Schlauchboot auf den Weg, um einige der herrlichen Grotten in Ruhe erkunden zu können, bevor die ersten Ausflugsboote die Ruhe zerstören.

Mit dem Boot tief in das Dunkel der Grotten eingetaucht, hinterließ das strahlende Türkis des Wassers einen nachhaltigen Eindruck auf uns.

Auf dem weiteren Weg nach Süden verbrachten wir noch eine Nacht in der halbfertigen Marina von Porto di Cetraro, bevor wir, bei schönem Wind und unter voller Besegelung, nach weiteren 54 sm unseren vorerst letzten Hafen auf  dem italienischen Festland erreichten, die Marina von Tropea.Strand in Tropea

Der Ort Tropea, von dem man einen herrlichen Ausblick bis zu den Liparischen Inseln hat, liegt hoch    auf einem steilen Berg. Die 200 Stufen hinauf lohnen sich aber auf jeden Fall, wir haben diese   „sportliche Herausforderung“ in den folgenden Tagen mehrfach angenommen.  In Tropea haben wir Ilse und Wolfgang mit der „Farewell“ wiedergetroffen und einen gemeinsamen  

Eisenbahn - Ausflug nach Reggio di Calabria unternommen. Eine vorgesehene gemeinsame Bootstour zum Capo Vaticano fiel leider wegen schlechtem Wetter in’s Wasser, das gleiche schlechte Wetter, das eine ganze Woche lang unsere Abreise zu den Liparischen Inseln verhinderte.

Am 5.Juni konnten wir endlich nachmittags den Hafen verlassen. Anfangs machte uns eine alte Welle noch etwas das Leben schwer, aber als hinter dem Stromboli die Sonne unterging, bewegten wir uns auf spiegelblankem Wasser. Von Minute zu Minute wurden die Bilder eindrucksvoller und schöner - solch einen phantastischen Sonnenuntergang hatten wir beide noch nicht erlebt!  Fotoapparat und Video-Kamera kamen voll zum Einsatz. Von den Eruptionen des Stromboli hatten wir uns allerdings mehr versprochen. Trotzdem ließen wir uns bis kurz vor Mitternacht vor der NW-Küste treiben, um das regelmäßig wiederkehrende Schauspiel des Lavasprühens aus 3 verschiedenen Kratern zu bewundern, ehe wir unseren Weg zur Insel Vulcano fortsetzten.

Fischereifahrzeuge und Lichter von den umliegenden Inseln forderten erhöhte Aufmerksamkeit. Aber trotzdem - wir hatte gerade die Insel Panarea passiert, als vor uns die Lichter mehrerer Bojen sichtbar wurden. Es war nicht klar auszumachen, wo und in welche Richtung die Netze gelegt worden sind. Es sah so aus, als ob das Meer auf eine Breite von mehreren Meilen vor uns "vermint" sei. Als plötzlich eine (unbeleuchtete) Boje kurz vor dem Boot auftauchte, kuppelte ich sofort die Maschine aus - und schon saßen wir im Netz!  Zum Glück hatte sich nur der Kiel verfangen und ich konnte uns ,ausgerüstet mit Taschenlampe, Schnorchel und Brille, wieder befreien, ohne das Netz zu beschädigen. 

Früh um 7.00 Uhr haben wir dann vor Vulcano in der Bucht Porto di Levante Anker geworfen.

Diese Ankerbucht liegt unmittelbar am Fuß des Vulkans und vor den heißen Schlammquellen. Eine Wanderung auf den Vulkan am nächsten Tag war ein eindrucksvolles Erlebnis. Vom Kraterrand aus kann man nicht nur die tollen Farbspiele an den Kraterwänden und die an vielen Stellen austretenden Gaswolken des noch immer tätigen Vulkans bewundern, sondern man hat auch einen traumhaften Blick über einen großen Teil des Archipels. Ein bisweilen durchdringender Schwefelgeruch gehört allerdings dazu!

In dieser Bucht tauchten plötzlich unsere Freunde aus Sardinien Uli und Wisi mit ihrer "Milky Way" auf. Sie hatten Chartergäste an Bord und kamen gerade aus der Gegend, die wir in den nächsten Tagen anlaufen wollten. Da wurde natürlich die Möglichkeit genutzt, schnell noch Erfahrungen über Liegeplätze u.s.w. auszutauschen.

Für die Fahrt zur Hauptinsel Lipari benutzten wir ausnahmsweise mal nicht unser Boot sondern eine Fähre. Lipari hat uns sehr gut gefallen. Besonders schön fanden wir, dass am Nachmittag die Hauptstraße des Ortes für jeglichen Verkehr gesperrt wurde.  Binnen weniger Minuten wurden überall Tische, Stühle und Sonnenschirme rausgestellt und das gemütliche südländische Leben begann!

Die kleine Insel Salina besuchten wir dann wieder auf eigenem Kiel. Sie ist bisher vom Massentourismus noch recht verschont geblieben und macht einen netten und ruhigen Eindruck. 

Nun lag Sizilien vor unserem Kiel und unser erstes Ziel waren die Sanddünen am Capo Tindari. Es war nicht ganz einfach, die Einfahrt in die Lagune zu finden, da die Seekarten hier keine genauen Angaben bieten. Aber schließlich hat es doch geklappt und hinter den Dünen fiel der Anker auf 4m Sandgrund.

 

Sonnenuntergang am Stromboli

am Kraterrand von Vulcano

Lgune am Capo Tindari

 

Tags darauf haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht, um das hoch oben auf dem Kap liegende Kloster (mit der schwarzen Madonna) und die antiken Ausgrabungsstätten zu besuchen. Der Aufstieg war herrlich mit wunderschönen Aussichten auf die Lagune. Erst von hier oben erschließt sich das einzigartige Naturschauspiel: kleine verschiedenfarbige Seen auf der hunderte Meter breiten Sanddüne Als wir aber das Kloster erreichten und auf der anderen Seite des Berges vielleicht 30...40 abgestellte Reisebusse entdeckten, ahnten wir, was uns erwartet. Schnell machten wir uns wieder aus dem Staub und zogen uns in die Einsamkeit der Natur zurück. Bei Sonnenuntergang haben wir gleich noch eine Wanderung um diese "Dünenseen" gemacht.

Nach einem weiteren ruhigen Tag in der Lagune steuerten wir unser nächstes Ziel Cefalu an, das wir nach einer Zwischenübernachtung in St.Agata di Militello am 13.6. erreichten.

Cefalu ist zwar inzwischen zu einer Touristenhochburg geworden, aber die Altstadt ist allemal einen Besuch wert!

Als wir am Folgetag gerade auslaufen wollten, tauchte Axel mit seiner "Möwe Jonathan" auf, den wir gerade ein paar Tage vorher in Tindari kennen gelernt hatten.

Vor uns lag jetzt die Etappe zur Hauptstadt Siziliens. Ein leichter NO mit 2-4 bft. sorgte dafür, dass wir unter Segeln in den Hafen von Palermo einlaufen konnten, und an der Südmole konnten wir im Bereich des Yachtclub Mediterraneo unser Boot festmachen.

Für Palermo hatten wir mehrere Tage eingeplant. Zur Erkundung der Stadt nutzten wir die offenen Doppeldecker-Busse, die für die Rundfahrten eingesetzt werden. Mit einem 24-Stunden-Ticket kann man die verschiedenen Linien in Anspruch nehmen und an den unterschiedlichen Haltepunkten der Stadt aus- und einsteigen.

Fischmarkt in PalermoPalermo mit wenigen Worten zu beschreiben ist absolut unmöglich. Wir  haben noch nie so viele historische Bauwerke auf engstem Raum gesehen, auch wenn einiges leider dem Verfall preisgegeben ist. Stundenlang sind wir durch die Straßen und Gassen gebummelt und haben uns dann erst am Abend in einem der urigen Restaurant niedergelassen.

 


Nautische Informationen:

 

Agropoli

Im Hafen sind mehrer private Anleger gebaut worden. Die Preise für einen Liegeplatz lagen

aber jenseits von gut und böse ( 50 € für ein 10 m Boot, ohne Wasser, Strom, WC), und das

außerhalb der Saison!

Im Hafenbereich vor dem kleinen Sandstrand kann man sehr gut ankern.

Wer für den Besuch der antiken Stadt Paestum das eigene Boot nutzen möchte, kann bei ruhigem Wetter vor dem Sandstrand ankern und mit dem Tender übersetzen .Auf Sandbänke ist zu achten!

 

Acciaroli

Liegeplätze mit Heck oder Bug an der Hafenmole, Moorings, Wasser und Strom vorhanden

(außerhalb der Saison sogar kostenlos). Gut ausgerüstete Werften und Werkstätten vorhanden.

 

Pt. Iscoletti

nördlich des Pt. Iscoletti  (39° 59,9’ N und 15° 25,5’ E) wunderschöne Ankerbucht.

 

Porto di Cetraro

halbfertige Marina. Liegeplätze an der hoher, rauer Betonmole sind bei Schwell nicht

ungefährlich. Beim Anlegen kommt meist der Wirt des einzigen Restaurants zu Hilfe, aber

das Essen dort ist von schlechter Qualität und total überteuert.

Für den folgenden Tagesabschnitt von 54 sm nach Tropea sollte man gründlich das Wetter

studieren, denn es gibt auf der Strecke keinen Unterschlupf.

 

Tropea

Marina ist gut ausgestattet (sehr gute Sanitäranlagen, Waschmaschine), wenn auch nicht ganz billig. Man liegt bei jedem

Wetter gut geschützt. In der Nähe der Marina gibt es ein paar kleine „Tante Emma-Läden“.

Bessere Qualität und Auswahl bietet der Supermarkt im Ort auf dem Berg.

 

Insel Vulcano

2 gute Ankerplätze, haben aber wegen Windrichtung nur Porto di Levante kennen gelernt. In der Bucht nördl. des Hafens ist vor den heißen Schlammquellen liegt man ganz gut, auch wenn die vielen Fähren einigen Schwell erzeugen.

 

Insel Salina

Neue Marina (20 €). Wasser und Strom am Steg, gute Sanitäranlagen. Bei Wind aus südl. Richtungen liegt man recht unruhig.

 

Lagunen bei Tindari

Vorsicht - Lage der Sandbänke und Wassertiefen ändern sich ständig. Ansteuerung bei schlechter Sicht und auflandigem Starkwind nicht zu empfehlen. In der Lagune liegt man dann aber sehr gut geschützt über gut haltendem Sandgrund.

 

St. Agata di Militello

Bietet sich als Zwischenstopp auf dem Weg nach Osten an. Gut geschützte Marina, die gegenwärtig noch ausgebaut wird. Der Ort ist recht weit entfernt.

 

Cefalu

Liegeplatz am mit Heck oder Bug am Betonsteg mit Mooring  (25 €) oder vor eigenem Anker südöstl. der Stege.

 

Termini Imerese

Wollten wir als Zwischenstopp nehmen, aber unverschämte Preise und rüdes Personal haben uns vertrieben.

 

Porticello

Total verdreckter und überfüllter Hafen. Haben südlich des Hafens vor einem kleinen Badestrand einen passablen Ankerplatz gefunden

 

Palermo

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sein Boot festzumachen. Wir haben an der Südmole im Bereich des Yachtclubs Mediterraneo gelegen (35 €) Duschcontainer vorhanden. Tel.: 091/581837.

Noch etwas günstiger liegt man an der gleichen Mole zwischen den 2 Tankstellen bei Mario, Tel.: 3384504858.

Man sollte sich bei beiden vorher telefonisch anmelden!