Der Abschied von dieser schönen Bucht ist uns nicht ganz leicht gefallen. Aber da sich statt des befürchteten NW-Windes ein leichter Wind aus NO eingestellt hatte, wollten wir unsere 43 sm - Überfahrt nach Kythira nicht länger hinausschieben. Nach Verlassen der Bucht drehte der Wind leider doch weiter auf NNO, so dass wir unseren Kurs ohne Maschinenunterstützung nicht anlegen konnten. Auf dem offenen Meer hatte sich eine tüchtige Welle aufgebaut.
Plötzlich hörten wir ein dumpfen Schlag am Rumpf und gleichzeitig fiel unsere Geschwindigkeit ab. Mein erster Gedanke war: „schon wieder ein Fischernetz?!“. Sofort kuppelte ich die Maschine aus, um größeren Schaden zu verhindern. Kurz darauf rumpelte es noch ein paar mal am Boot und hinter dem Heck tauchte eine großes schwimmendes Teil, wohl eine Holztür, auf. Ups – das hätte schlimmer ausgehen können.
Inzwischen hatte der Wind auf 5-6 bft zugelegt und in Lee der kleinen Felseninsel Antikythira fielen heftige Fallböen (bis 40 kn) über uns her. Wir mussten schnell die Fock verkleinern.
Am Nachmittag ließ der Wind dann immer mehr nach. Unser Ziel Kythira hatten wir schon dicht vor Augen, als urplötzlich die Maschine aussetzte. Schnell konnte ich herausfinden, dass der Motor keinen Kraftstoff mehr bekam und nach einem Entlüften des Systems sprang die Maschine wieder an. Ein etwas unsicheres Gefühl blieb aber doch zurück – was war die eigentliche Ursache und wann passiert es wieder?
Eine
Stunde später machten wir vor dem hübschen Ort Kapsali an der Mole
fest.
Von den umliegenden Hängen fauchten von Zeit zu Zeit heftige Fallböen über
die Bucht, aber bei 75m Ankerkette hatten wir keine Probleme.
Der Ort hatte uns sehr gut gefallen. An der Uferpromenade befinden sich mehrere
gemütliche Restaurants und Kaffees. Hier gönnten wir uns auch mal wieder den
„Luxus“, uns ein reichhaltiges und schmackhaftes Frühstück servieren und
dabei die Seele baumeln zu lassen.
Der Aufstieg zur imposanten Festung verlangt dann wieder einmal etwas
sportlichen Einsatz, es sei denn, man findet wie wir, einen freundlichen
Autofahrer, der einen mitnimmt.
Nach 2 schönen Tage auf Kythira
setzten wir unsere Tour Richtung Peloponnes fort. Unser nächstes Ziel war die
knapp
40 sm entfernte Bucht von Gerolimin. Der Wind hatte inzwischen, wie
erwartet, auf NW gedreht, kam also genau von vorn. Ohne Maschine war da gar
nichts zu machen. Bei Annäherung an das Kap Tainaron setzte
zusätzlich noch eine heftige Gegenströmung
mit bis zu 2 kn ein. Nachdem wir dem Einflussbereich des berüchtigten
Kaps entronnen waren, beruhigte sich die Strömung und bei leichten Wind aus
West konnten wir die restliche Strecke endlich wieder segeln.
In der Bucht vor Gerolimin fanden wir einen recht ordentlichen Ankerplatz, aber
heftige Böen ließen uns nicht recht zur Ruhe kommen – nachts war Ankerwache
angesagt. So fiel es uns nicht schwer, am nächsten Morgen Abschied zu nehmen
und den Anker zu lichten. Eigentlich war die Bucht
Lemini unser Ziel, um dort zu übernachten, aber der Platz war enorm
den Winden ausgesetzt und der Ankergrund mehr als unsicher. Wir beschlossen
deshalb „einstimmig“, nach Kalamata weiter zu segeln. Dort machten
wir am späten Nachmittag unser Boot in der modernen Marina an einem Steg fest.
Nach längerer Zeit konnten wir uns nun wieder einmal mit Strom und Wasser und
Kraftstoff eindecken. Besonders genossen wir endlich mal wieder eine warme Süßwasser-Dusche.
Auch die anderen Service-Einrichtungen wir Wäscherei, Supermarkt und Internet
wurden von uns dankbar angenommen.
Kalamata liegt im Scheitelpunkt des Golfes von Messianikos. Die
komfortable Marina befindet sich unmittelbar neben dem großen Hafengelände.
Der Ort selbst ist auch eine Reise wert. Eine besondere Attraktion ist das
Eisenbahn - Freilichtmuseum.
Je näher wir dem Kap Akritas kamen, um so stärker blies uns der Wind
auf die Nase. Ohne Maschine war mal wieder nichts zu machen. Plötzlich setzte
die Maschine aus, dicht vor der kniffligen Passage zwischen dem Kap und der Insel
Venetiko. Zum Glück war der Wind nicht auflandig, aber das Kreuzen durch
die enge Passage unter Segel, genau gegen den Wind, musste ich nach einigen
vergeblichen Versuchen aufgeben. Während Heidi das Boot am Wind hielt,
versuchte ich, den Motor wieder in Gang zu bringen. Ich konnte feststellen, dass
wieder kein Kraftstoff gefördert wurde. Auch das manuelle Betätigen der Pumpe
zeigte keine Wirkung. Da wir uns nicht nach Koroni zurücktreiben lassen
wollten, wagte ich mich an eine Notreparatur. Als die KS-Pumpe abgebaut und leer
gelaufen war, sprach die Handpumpe plötzlich wieder an. Schnell baute ich alles
wieder zusammen und nach einer Stunde lief die Maschine wieder.
Ohne weitere Probleme passierten wir das Kap und die nachfolgende Insel
Schiza und liefen danach in die Bucht Porto
Longo auf der SO-Seite der kleinen Insel Sapienza ein.
Die Bucht ist gegen alle Windrichtungen gut geschützt. Zuerst wollten wir
hinter einer Fischzuchtanlage Anker werfen, entdeckten dann aber am Ufer einen
(wenn auch etwas verwahrlosten) einsamen Bootssteg, an dem wir mit Heck
festmachen konnten - so kamen wir bequem an Land, sammelten bei einem
Spaziergang fleißig Holz und konnten unsere Steaks am gemütlichen Lagerfeuer
genießen.

Den folgenden ruhigen Tag nutzten wir zu einem Aufstieg zum Leuchtturm. Auch bei
dieser Wanderung begeisterte uns wieder die reichhaltige Tierwelt.
Von hier aus ging es weiter die Westküste nordwärts, aber erst einmal mussten
wir uns vor einer herannahenden Sturmfront in der Marina von Pylos, im Golf
von Navarino, verkriechen. Die Liegeplätze waren schon fast alle belegt.
Das zu erwartende Unwetter hatte sich wohl unter den Seglern herumgesprochen.
Nach einigem Suchen fanden wir aber dann doch noch eine freie Mooringleine. Am
Nachmittag nahm der Wind schon deutlich an Stärke zu. Einem französischen
Einhandsegler ( er war auf dem Weg nach Madagaskar) musste die „vereinte
Seglergemeinde“ zu Hilfe eilen, sonst wäre sein Boot beim Anlegen durch den
Winddruck ernsthaft beschädigt worden.
Wir nutzten den unfreiwilligen Aufenthalt, unsere Wasservorräte aufzufüllen (rangeschleppt in Kanistern) und „große Wäsche“ waschen und trocknen zu lassen. Nach 3 Tagen wurde es wieder etwas ruhiger und wir konnten endlich weiterfahren.
Nach einem Tag in Katakolon verließen
wir Peloponnes und setzten über nach Zakynthos. Unseren ersten
Ankerplatz fanden wir in der Bucht von Keri. Hier trafen wir auch Klaus
von der SY „Woodwind“, ehemals Konzertmusiker in Wien und Dresden, und
Walter mit der MS „Dywana“ wieder. Wir hatten beide bereits am Ankerplatz in
Methoni kennen gelernt und sind uns in der Folgezeit mehrmals wieder begegnet.
In Keri verbrachten wir einen schönen gemeinsamen Abend in der Taverne, nachdem
uns die zwei mit dem Schlauchboot zum Landgang abgeholt hatte.

Als wir am nächsten Tag die Westküste von Zakynthos nordwärts segelten,
machten wir erstmals „persönliche Bekanntschaft“ mit den verheerenden
Waldbränden dieses Sommers. Dicht neben unserem Boot zogen die Löschflugzeuge
über das Meer, tankten ihre Löschbehälter voll und Löschhubschrauber füllten
ihre riesigen Wassersäcke. Nach einer Runde über dem Brandherd kamen sie
wieder zurück. Es ist schwer vorstellbar, dass die großflächigen Feuer damit
ernsthaft einzudämmen sind.
Nach einer weiteren Nacht vor Zakynthos setzten wir unseren Weg nach Poros fort,
aber nicht, ohne einen Foto-Abstecher zur berühmten „Wrackbucht“ auf
Zakynthos zu machen.
Über die ruhige Bucht Petalas am
griechischen Festland (kannten wir schon aus dem Vorjahr) und die Insel
Atokos segelten wir weiter nach Kastos. Im Hafen von Kastos fanden
wir einen ruhigen Platz mit Heck an einer Steinmole. Zu diesem Zeitpunkt ahnten
wir noch nicht, was in den nächsten Stunden auf uns zukommen würde.

Unser nächstes Ziel, die Marina von Levkada, ist Stützpunkt mehrerer
großer Charterfirmen. Charterwechsel ist in der Regel Samstags und ab Sonntag
Nachmittag findet man dann meist wieder einen freien Liegeplatz. Nachdem mir
beim letzten Frühstück eine Zahnbrücke im Essen stecken geblieben ist,
„sehnte“ ich mich auch innig nach einem Zahnarzt.
Nicht weit von der Marina fanden wir auch eine „Dental Clinic“ und nach
kurzem Warten wurde ich in das Behandlungszimmer gebeten. Der Stuhl war noch
ganz o.k., aber alles andere sah recht verwahrlost aus. Bei dem bloßen
Gedanken, aus dem „verkeimten“ Becher Wasser
in den Mund nehmen zu müssen, schüttelte es mich. Zum Glück gab es keine große
Operation, die Brücke wurde einfach wieder eingeklebt und das war’s
(Anmerkung: hat aber auch nur 3 Wochen gehalten!!!).
Als wie am nächsten Tag durch den Levkada-Kanal wieder auf die offene
See wollten, gab es ein paar Probleme. Die Drehbrücke war defekt. Als
„Behelfsbrücke“ hatte man eine Autofähre quer im Kanal vertäut. Nur alle
2 Stunden wurden die Leinen frei geworfen, sodass der Schiffsverkehr passieren
konnte.
Die Ansteuerung des Golfes durch die Meerenge von Preveza ist für
Sportboote kein Problem. Neben der für die Großschiffe ausgebaggerten
Fahrrinne ist noch genügend Wassertiefe vorhanden, um bei starkem Verkehr
gefahrlos ausweichen zu können.
In diesem großen Golf, der einem riesigen Binnensee gleicht, findet man mehre
schöne Ankerplätze. Wir hatten uns
eine Bucht bei den Vouvalus Inseln ausgesucht, einer Inselgruppe aus
mehreren kleinen und kleinsten Eilanden. Hier ließen wir es uns gut gehen –
tagsüber wurde gebadet, geangelt oder nur gefaulenzt und abends gab es am
Strand ein zünftiges Lagerfeuer. Regelmäßig bekamen wir „Besuch“ von
unserer „Hausschildkröte“ oder von Delfinen und bei einem Tagesausflug in
die nordöstlich liegenden Mangrovengebiete bekamen wir Flamingos und Pelikane
zu Gesicht. Sonst waren wir fast allein. Ein von einem Fischzüchter geschenkter
Fisch landete abends auf dem Grill - lecker!
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Fast eine Woche hatten wir uns
hier wohl gefühlt. Am 03.08. steuerten wir früh wieder auf das offene Meer
hinaus. Die nächsten Ankerplätze in der Bucht Ioannou und vor Parga
kannten wir schon aus dem Vorjahr. Während wir in Ioannou wie erhofft „Ruhe
und Frieden“ fanden, mussten wir in der Bucht von Parga die
Begleiterscheinungen des modernen Tourismus über uns ergehen lassen –
Speedboote, Jetski, Wasserski.... dazu Schwell ohne Ende. Auch der Bummel durch
den Ort auf der Suche nach einer gemütlichen Taverne wurde beinahe zu einem
Fiasko. Also nächsten Morgen schnell weg!
Eine Nacht verbrachten wir noch im Golf von Igouminitsa. Nördlich der
Einmündung gibt es auf einem Flachgebiet ausreichende Ankermöglichkeiten.
Bevor wir Korfu, die größte Insel des Ionischen Meeres, anlaufen
wollten, hatten wir uns noch eine kleine Bucht dicht unterhalb der albanischen
Grenze ausgeguckt. Laut Karte und Küstenhandbuch sollte man im inneren der
kleinen Bucht Pagania noch schöne und ruhige Ankerplätze finden. Ein
Versuch war es allemal wert. Schon von weitem waren mehrere große
Fischzuchtanlagen zu erkennen, die die gesamte Einfahrt zur Bucht zu blockieren
schienen, aber im Inneren der Bucht fanden wir zu unserer Überraschung tatsächlich
einen sehr ruhigen und wunderbar geschützten Platz. Zwei kapitale Doraden, die
wir direkt bei der Fischzucht kauften, bereicherten später unseren Abendessen.
Die Überfahrt nach Korfu wurde wieder einmal zu einer schönen Segeltour.
Lediglich auf die vielen Fracht – und Kreuzfahrtschiffe, die sich auf dem Weg
in die Adria befanden, mussten wir acht geben.
Wie im Vorjahr steuerten wir die große und moderne Marina von Gouvia an.
Und hier starteten wir dann wieder das „volle Programm“: Duschen, Wäsche
waschen, Großeinkauf (mit Taxi),Wasser und Diesel bunkern, Emails abholen und
versenden... Als wir am Abend alles geschafft hatten, schleppten wir uns mit
letzter Kraft in die nächste Taverne und erholten uns bei einem schmackhaften
Essen und reichlich Rotwein.
Am 12.August, früh 05.00 Uhr kam der erlösende Anruf: Enkeltochter Ivy ist
geboren - beide wohlauf, Mutter und
Vater überglücklich. Uns fiel ein Stein vom Herzen und die Freude war
riesengroß.
Kythira
An der Mole des Hafens ist normalerweise ausreichend Platz, um römisch/katholisch festzumachen. Man sollte ausreichend Kette legen, denn heftige Fallböen können von den gegenüberliegenden Hängen herabsausen.
Wasser gibt es in einem nahe gelegenen Sanitärgebäude.
Gerolimin
Der Ankergrund ist nicht überall sicher, teils große Steine oder Seegras. Anfällig für Fallwinde.
Kalamata
Gut ausgerüstete Marina. Keine Probleme bei der Ansteuerung. Anmeldung über Funk ratsam.
Liegegebühr für 10m im Hochsommer 6,50 €, Wasser/Strom 4,- €.
Methoni
Sehr große und gut geschützte Ankerbucht vor dem Ort. Man sollte möglichst weit hinter dem Wellenbrecher ankern. Vorsicht vor ausgelegten Mooring - Geschirren. Trinkwasser kann man im Westen der Bucht am Ende des Wellenbrechers aus einer Leitung bekommen (nicht leicht zu finden). Das Wasser in der Bucht war glasklar und saukalt!
Pilos
Der Hafen ist für kleine Boote total ungeeignet. Die daneben liegende "Marina" bietet Liegemöglichkeiten am äußeren Wellenbrecher und eventuell an den Schwimmstegen. Wasser gibt es auf dem Weg zum Ort aus einer Leitung an der Felswand (neben einer Treppe).
Kyparissa
Der Hafen ist in den letzten Jahren erweitert worden. Der Wellenbrecher wurde verlängert, so dass der Hafen jetzt guten Schutz bietet. Liegeplätze findet man am (allerdings total verdreckten) inneren Wellenbrecher. Man legt längsseits an.
Katakolon
Wieder eine halbfertige Marina mit EU-Geldern! Platz findet man eventuell an einigen Schwimmstegen oder am inneren Wellenbrecher. Dort liegt man gut geschützt.
Bucht Keri / Zakynthos
Guter Ankergrund (Sand) und ausreichend Platz. Mehrere Tavernen im Ort.
Bucht Vromi / Zakynthos
An der Westküste der Insel. Malerische Bucht mit vielen Grotten. Problematisch, einen Ankerplatz zu finden, Vorsicht! Der Grund ist mit Ketten und Mooringgeschirr übersäht.
Kephalonia / Poros
Sehr enger Hafen. Ein- und Auslaufen ist im Prinzip nur möglich, wenn keine Fähre im Hafen ist. Die Mole ist sehr belebt und laut.
Bucht mit einem Haus / Atakos
Hübsche Ankerbucht aber in der Saison Ziel der Charterflotten.
Kastos
Auch hier das Saisonproblem. Am besten liegt man gleich rechts nach der Einfahrt an einem kurzen Betonsteg.
Die gepriesene "Chief John's Teverne" bietet für viel Geld wenig Qualität.
Kato Elia / Meganision
An der NO-Küste sehr schöne Bucht mit guten Ankerplätzen. Auch in der Saison nicht überlaufen. Im Ort Taverne mit guten Essen.
Nydrion + Levkada
(siehe Bericht Vorjahr)
Ambrakischer Golf
Echter Geheimtipp! Romantische Ankerplätze an der kleinen Inselgruppe um die Vouvalos I.
Golf von Igoumenitsa
Bietet sich für eine Übernachtung an, aber sonst ohne Reiz. Nach Einlaufen in den Golf ist auf Backbord ein Flach zu beachten. Dahinter findet man ausreichend Platz zum ankern.