Nachdem wir die freudige Nachricht aus Neuseeland mit einem leckeren Frühstück gebührend gefeiert hatten, wollten wir den Rest des Tages mit unserem Boot zwischen den Inseln „bummeln“. Kurz vor Mittag lichteten wir dafür den Anker. Aber da der Wind günstig aus NW wehte, entschieden wir uns spontan, den Kurs nach Italien abzusetzen.
Leider
drehte der Wind nach einigen Stunden auf SW, so dass die Maschine wieder ran
musste. Dafür entschädigte uns eine herrliche Nacht mit einem wahren
Sternschnuppen-Regen.
Am Nachmittag des folgenden Tages machten wir in der Marina von Crotone fest, einem ziemlich heruntergekommenen, schmutzigen Ort.
Den
nächsten Abend wollten wir vor Anker am Capo Rizzuto verbringen. Kurz
vor dem Sonnenuntergang wurden wir aber von zunehmendem Wind und Welle aus
unserer Idylle vertrieben. Beinahe hätten wir auch noch größere Probleme
bekommen, denn der Anker hatte sich unter einem Felsbrocken verklemmt und die
Kette ruckte durch den Wellengang gefährlich ein. Nach mehreren Manövern kam
der Anker aber wieder frei und eine Stunde später fanden wir einen freien
Liegeplatz in der Marina von
Le Castello.
Bevor wir die Straße von Messina in Angriff nahmen, verbrachten wir noch ein
paar Tage in Roccella Jonica und ließen uns wieder die berühmten
herrlichen Pizzen im Hafenrestaurant schmecken.
Für die kommenden 70 sm bis Reggio di Calabria in der Straße von Messina wollten wir in der Nacht starten. Gegen 23.00 Uhr verließen wir bei fast Flaute den Hafen, aber schon nach 30 Minuten Fahrt zerrte Wind mit 25 kn aus West an unserer Takelage.
Nach
kurzer Überlegung entschieden wir umzukehren, aber je näher wir dem Hafen
kamen, um so mehr ließ der Wind wieder nach! Also wieder Wende und Kurs SW!
Nach wenigen Meilen das gleiche Theater – Wind aus West mit 4 – 5 –
6 Windstärken (in Böen 7). Was sollte denn das noch werden? Also doch zurück
zum Hafen!? Vor der Hafeneinfahrt wieder Flaute!
.
Jetzt reichte es uns aber endgültig. So weit nötig wurde alles verzurrt und ab ging’s zur Straße von Messina. Hart am Wind mit bis zu 38 kn wurde es eine schnelle aber auch feuchte Fahrt, bis mit dem Sonnenaufgang fast schlagartig wieder Flaute einsetzte. Das war allerdings nur die sprichwörtliche „Ruhe vor dem Sturm“, denn eingangs der Straße von Messina packten uns wieder 7-8 Windstärken von vorn, und nur dem mitlaufenden Strom hatten wir es zu verdanken, dass wir überhaupt noch vorwärts kamen. Wir waren deshalb heilfroh, am Nachmittag an der Kaimauer im Industriehafen von Reggio noch einen Platz gefunden zu haben.
Am nächsten Tag verließen wir wieder die berüchtigte Meerenge zwischen Italien und Sizilien. Nach einem Zwischenstopp im großen Containerhafen von Gioia Tauro nahmen wir endgültig vom italienischen Festland Abschied.
Unseren ersten Übernachtungsstopp auf Sizilien hatten wir in Milazzo, wo man uns tüchtig zur Kasse bat. Von dort hatten wir uns als nächstes Ziel die Lagune von Tindari ausgeguckt, wo wir im Jahr davor so schöne Tage verbracht hatten.
Die folgenden 15 sm sollten uns allerdings mehr zu schaffen machen, als wir geahnt hatten.
Bis zum Kabo de Milazzo hatten wir es mit 10...12 kn Wind aus Nord zu tun und hofften, nach dem Kap mit diesem Wind bis in die Bucht segeln zu können. Aber wieder einmal kam es ganz anders.
Nach Passieren des Kaps drehte der Wind auf W-SW und frischte in kürzester Zeit auf 6-7 bft. auf. Die restlichen 8 sm nur mit Segel dagegen ankreuzen? Dazu hatten wir keine Lust - also sollte uns der „Jockel“ etwas Unterstützung bringen. Die Maschine sprang auch sofort an....und ging genauso schnell wieder aus. Nichts konnte sie zur Arbeit bewegen. Während Heidi das Boot am Wind hielt, versuchte ich im Maschinenraum, dem Diesel wieder etwas Leben einzuhauchen, musste bei der ruppigen See dann aber doch das Handtuch werfen.
Inzwischen hatte der Wind Sturmstärke erreicht. Nur mit verkleinerter Fock war kein Vorrankommen, aber beim Versuch, das Großsegel zu setzen, verfing sich das Großfall in Höhe der Saling und ließ sich nicht mehr lösen. Notdürftig bändigten wir das wild um sich schlagende Großsegel mit mehreren Bändseln.
Inzwischen
hatten wir Windstärke 8 „und noch 7 Meilen bis Buffalo“. Ich
rollte die Fock so weit aus, wie ich dem Rigg gerade noch zumuten konnte.
Unendlich langsam kamen wir der rettenden Bucht näher. Nach fast 5 Stunden
wildem Gekreuze waren wir dicht unter Land, aber jetzt fegten
Böen mit bis zu 45 kn über uns hinweg und legten uns
fast flach. Doch irgendwie mussten wir einen Ankerplatz erreichen (die
anderen Segler, die bereits in der Bucht lagen, müssen uns für verrückt
gehalten haben). Ein letzter Schlag brachte uns in flacheres Wasser und wir ließen
den Anker fallen. Ein paar Minuten mussten wir noch bangen, ob er gleich fasst,
einen 2. Versuch hätten wir nicht gehabt, denn 100 m hinter uns lagen die Sandbänke.
Nun, es ging gut und wir konnten endlich aufatmen – leider nur kurzfristig,
denn erst jetzt registrierten wir, dass ringsum die Hänge in Flammen standen.
Der Rauch wurde durch den Wind direkt in die Bucht gedrückt. Ein Entkommen gab
es (bei der Windrichtung und ohne Motor ) für uns nicht. 
Zwei Nächte und einen Tag verbrachten wir in diesem „Räucherofen“, ehe ich die Maschine so weit reparieren konnte, dass wir den nächsten Hafen anfahren konnten.
Die Liparischen Inseln waren auch in diesem Jahr wieder ein Höhepunkt unserer Reise, auch wenn uns Wind und Wetter nicht immer wohl gesonnen waren. So musste wir leider wegen aufkommendem Starkwind unseren Ankerplatz vor der Insel Filicudi fluchtartig verlassen.
Sturm war es auch, der uns anschließend 4 Tage in St. Agata d. Militello am Steg von Kiriacoulis-Yachting festhielt. Dafür hatten wir dort wenigstens Zeit, einige der Schäden zu beseitigen (Segel flicken, neues Ladegerät).
Nachdem
sich das Wetter wieder etwas beruhigt hatte, ging es über Cefalu (war wieder
genau so schön wie im Vorjahr!) St. Nicola d. Arena und Baia d.
Carini zur NW-Spitze von Sizilien, nach San Vito da Capo. Palermo
hatten wir diesmal auf dem Weg ausgelassen.
Wieder einmal hielt uns Starkwind 2 Tage fest, aber wir hatten gegenüber der Marina einen sicheren Ankerplatz gefunden.
Trapani, unser nächstes Ziel, hatte uns im letzten Jahr nicht viel Freude gebracht. Der Liegeplatz in der Marina war zwar o.k, aber der Ort war langweilig und hatte nichts geboten.
Diesmal machten wir unser Boot vor der Marina an einer Boje fest. Mit dem Tender setzten wir zum Stadtkai über und sparten uns damit den sonst langen Fußweg.
Und
der Ort war diesmal wie verwandelt! Das Leben pulsierte! Wir fanden nette
Restaurants und Cafes - und nette Menschen. Am folgenden Tag fuhren wir mit der
Seilbahn nach Erice (ein „Muss“ für jeden Besucher von Trapani) und
verbrachten dort unvergessliche Stunden.
Nach 2 schönen Tagen in Trapani lockten uns die Egadischen Inseln. Zuerst steuerten wir unsere Lieblingsinsel Favignana an und warfen im Hafen Anker. Hier konnten wir uns wieder einmal so richtig erholen. Mit dem Leih-Fahrrad erkundeten wir die Insel und kletterten zur Festung hinauf. Abends genossen wir die lauen Stunden bei einem schönen Wein oder einem Glas Bier und leckeren Kleinigkeiten in einem der Bistros.
Zwischendurch verbrachten wir 2 romantische Nächte in einer einsamen Bucht an der Westküste von Levanzo, nur das flackernde Lagerfeuer erhellte die Felswände hinter uns.
Es
konnte uns auch nicht die Stimmung verderben, dass uns aufkommender Starkwind
aus Nord wieder einmal zwang, den Ankerplatz aufzugeben und in die überfüllte
Marina von Favignana zu flüchten.
Langsam
neigte sich nun für uns leider die Saison dem Ende entgegen. Jetzt warteten wir
noch auf ein günstiges
Wetterfenster für unsere Überfahrt nach Sardinien. Am 22.September war es dann
soweit. Den Tag über blieben wir noch in einer Bucht vor Levanzo vor Anker
liegen, bevor wir am Abend den Anker lichteten und auf
Kurs Nordwest nach Santa Maria Navarrese/Sardinien gingen.
Zum Abschluss unseres Törns wollte sich Poseidon wohl etwas gut mit uns stellen, denn er bescherte uns einen gemütlichen Segelwind aus NO. Erst in der zweiten Nacht schien er es sich doch anders zu überlegen. Gegen Mitternacht schlief der Wind fast völlig ein und Wetterleuchten kündigte nahendes Gewitter an. Nun musste die Maschine wieder ran.
Als wir am nächsten Morgen gegen 09.00 Uhr in die Marina einliefen, und uns Pietro mit dem Schlauchboot entgegenkam, fühlten wir uns gleich zu Hause. Wir hatten kaum festgemacht, brach das Gewitter über uns herein.
Unser Törn war damit beendet. Nach 1996 sm sind wir wieder in unserem „alten“ Heimathafen gelandet.
Crotone
der Hafen ist gut geschützt, bietet aber sonst nichts weiter - kein Wasser,
Strom eventuell. Toilette und Waschmöglichkeit in einem Container. Der ort ist
ziemlich verwahrlost und schmutzig.
Le Castello und Roccella Jonice
siehe Bericht Vorjahr
Reggio de Calabria
Die Marina ist (in der Saison) immer voll. Im Industriehafen findet man aber
meist einen Platz an der Kaimauer, nich unbedingt romantisch aber sonst ganz o.k.
Kostet ja auch nix!
Gioia Tauro
Riesiger Containerhafen, der keinen Liegeplatz anbietet. Im hinteren Bereich
des großen Hafenbeckens befindet sich ein privater Yachtclub, der eventuell
eine Gastyacht aufnimmt. Nicht weit von der Marina entfernt findet man ein sehr
schönes Restaurant mit leckeren Speisen.
Milazzo
Interessanter Ort aber überteuerte Marina - nicht ganz schwellfrei
Trapani
Im inneren Hafenbereich vor der Marina liegen mehrere Bojen, die sich
wunderbar zum Festmachen eignen. Frischwasser kann man sich in der Marina
besorgen, das Peronal der Marina ist sehr zuvorkommen.
Levanzo
An der NW-Küste der Insel liegt eine sehr schöne Bucht. Es sind Bojen
ausgelegt
Alle übrigen Marinas und Liegeplätze wurden bereits in unserem Bericht 2006 beschrieben