4. Etappe: 

Ostsizilien - italienische Südküste 

 

vom 15.07. - 29.07.2006  (275 sm)

 

 

 

Im Gozo-Kanal blies uns noch ein kräftiger Wind entgegen, aber nachdem wir die offene See erreicht hatten, konnten wir Segel setzen.

Gegen Mittag tauchten an unserem Boot mehrere sehr große Delfine auf und begleiteten uns eine ganze Weile. Auch an zwei Schildkröten glitten wir dicht vorbei.

Der Großschiffsverkehr im Maltakanal ist recht heftig. Teilweise mussten wir uns durch ein "Rudel" von bis zu 5 Containerriesen durchkämpfen. Auch in Küstennähe von Sizilien wurde es nicht weniger.

Am frühen Nachmittag erreichten wir vor der SO-Küste von Sizilien die Insel Passero, wo wir noch einmal einen Badestopp einlegten, bevor wir die letzten Meilen nach Marzamemi unter Maschine zurücklegten und dort am Steg der Marina festmachen konnten.

Die nächsten 25 sm nach Syracus wurden bei leichtem Gegenwind zu einer langweiligen "Dampferfahrt". Von unterwegs hatten wir uns bereits per Telefon in der "Marina Yachting" in Porto Grande angemeldet und bei unserer Ankunft einen guten und ruhigen Liegeplatz bekommen. Gleich neben uns lag die "Tea Time" von Andreas, den wir vor etwa 1 Monat in St. Agata di Militello kennen gelernt hatten.Oleander säumen die Straßen

Der Abend und der folgende Tag waren für Syracus "reserviert". Diese Stadt gefiel uns ganz    ausgezeichnet. Besonders auffällig waren die vielen verschiedenfarbigen Oleanderbäume, die die Straßen säumten. Den weiten Anmarsch zu den historischen Ausgrabungsstätten und zum Museum  hätten wir uns allerdings sparen können - montags ist Ruhetag!

Am folgenden Tag sollte es wieder weiter gehen, aber als wir die große Bucht verlassen hatten, blies uns ein recht heftiger Wind auf die Nase, Das wollten wir uns nicht antun und so kehrten wir um und ließen in der NW-Ecke der Marina Grande unseren Anker fallen.

Tags darauf hatte sich das Wetter beruhigt und wir konnten Richtung Norden weiterreisen. Vorbei an dem riesigen Erdölhafen von Augusta und Catania erreichten wir gegen Abend den Hafen von Riposto. Die letzten Meilen hatte  uns ein aus der Straße von Messina kommender Wind mit einer recht chaotischen Welle ziemlich zu schaffen gemacht.

In Riposto lagen wir direkt am Fuße des Vulkans Ätna. Zu unserer Überraschung war der Vulkan recht aktiv. der Ätna spuckt wieder

Die Eruptionen und der talwärts fließende Lavastrom waren sehr gut zu erkennen und bildeten für uns ein allabendliches Schauspiel.

 
Blick von Taormina  Die althistorische Stadt Taormina gehörte mit zu unserem Besuchsprogramm. Da vor Taormina kaum geeignete Ankerplätze vorhanden sind, hatten wir uns entschieden, von Riposto aus den Bus zu nutzen, wie sich später zeigte, eine gute Entscheidung. Die Fahrt war bequem und    preiswert. Taormina selbst war allerdings von Touristen total überlaufen. Dem "angepasst" waren auch die Preise für Essen, Getränke, Eis...! 

Am 23. Juli wollten wir Sizilien verlassen und die Passage nach Roccella Jonica in Angriff nehmen. Vor uns lagen 95 sm, deshalb wollten wir schon früh 04.00 Uhr den Anker lichten. daraus wurde aber erst einmal nichts - der Anker hatte sich im Hafenbecken in etwa 6m Tiefe unter einer Stahltrosse verfangen. Alle Bootsmanöver halfen nichts, Klaus musste seine Tauchausrüstung anlegen und runtertauchen. Die Sicht war dicht über dem Schlickgrund praktisch "0", aber der Anker ließ sich doch recht leicht unter dem Stahlseil vorziehen, und mit einer Stunde Verspätung konnten wir endlich den Hafen verlassen. Aber schon nach wenigen Meilen setzte ein immer stärker werdender Wind aus NO ein und zwang uns,  den Rückzug anzutreten. Da wir nicht wieder nach Riposto zurück wollten, segelten wir nach Aci Trezza und ließen dort vor der Küste auf 10m Tiefe den Anker ab. Der gesamte Küstenabschnitt war von Booten, vorwiegend Motoryachten aller Größe, übersäht. Am frühen Nachmittag strömten die plötzlich alle, wie ein Heuschreckenschwarm, nach Norden davon.

Etwa eine Stunde später donnerte plötzlich eine Jagdfliegerstaffel  (9 Düsenjäger) über uns hinweg und begann, uns mit einem eindrucksvollen Kunstflugprogramm zu begeistern. Die Vorführung, die sich fast über unserem Ankerplatz abspielte, dauerte fast eine Stunde. Kurze Zeit später begann plötzlich das Meer um uns "zu kochen". Hunderte Motorboote, die sich für diese Flugshow in der Nähe des Flugplatzes aufgehalten hatten, jagten nun dicht an uns vorbei ihrem Heimathafen zu. Dieser Spuk dauerte vielleicht eine halbe Stunde, dann trat endlich wieder Ruhe ein.

 

Inzwischen hatten wir uns entschieden, die Passage nach Roccella nachts in Angriff zu nehmen. Aber als wir gegen 19.00 Uhr den Anker hoch holen wollten, hing er wieder fest. Also musste Klaus wieder abtauchen und den Anker (diesmal in 10m Tiefe) aus einer Felsspalte befreien. 

In der Nacht bauten sich  kräftiger Wind und Welle (anfangs aus NO, in der späten Nacht auf NW-drehend) auf. Erst als wir gegen Morgen den Einflussbereich der Straße von Messina verlassen hatten, trat erholsame Ruhe ein.

Die folgenden Stunden legten wir bei ruhigem Wasser zurück und am frühen Nachmittag machten wir in der halbfertigen Marina von Roccella Jonica am Schwimmsteg fest. Hier gönnten wir uns einen Tag Ruhe. In diesem Hafen lernten wir auch Valerie und Jens mit ihrer "Emocean" kennen und verbrachten einen sehr netten Abend zusammen. Sie hatten mit der Türkei das gleiche Ziel wie wir, allerdings dafür eine andere Route vorgesehen.

Am nächsten Morgen verließen wir mit unseren Booten gemeinsam die Marina, Valerie und Jens mit Ziel Crotone und wir nach La Castella, wo wir unser Boot am späten Nachmittag im hübschen kleinen Hafen an der Mole festmachen konnten.

 

 

Nautische Informationen:

 

Marzamemi

Von Malta kommend ein günstig gelegener Hafen. Die Liegeplatzgebühren lagen mit 32 € im Mittelfeld. In der Saison sollte man tagsüber nicht zu spät kommen !

 

Syracus

Die "Marina Yachting" in Porto Grande ist über K. 69 zu erreichen. Die Liegeplätze an den inneren Stegen sind ruhig. Am Außensteg ist teilweise heftiger Schwell.

Im NO-Bereich der großen Bucht Porto Grande finden sich zu jeder Zeit gute Ankerplätze.

 

Riposto

War für uns geeigneter Ausgangspunkt für Ausflüge Richtung Ätna und Taormina. Gute Bus- und Zugverbindungen.

Die Marina ist sehr gut ausgestattet, aber auch recht teuer.

Im daneben liegenden Hafenbecken kann man auch sehr gut und sicher vor Anker liegen.

 

Roccella Jonica

auf dem Weg nach Osten von Sizilien oder der Straße von Messina kommend der erste sichere Hafen. Bei der Ansteuerung auf Sandbänke achten! Die Marina wird nicht bewirtschaftet und war in diesem Jahr noch ohne Gebühren. Wasseranschlüsse an den Stegen (einige Stege sind fast abgesoffen).

Die Pizzeria in der Marina ist absolut empfehlenswert!!!

 

La Castella

Vorsicht bei der Einfahrt in den Hafen - viele Untiefen, aber gut betonnt.

Der Liegeplatz im Bereich der Marina an der Hauptmole ist sicher und ruhig. Gute Sanitäranlagen. Liegegebühren 25 €. Wasser und Strom direkt am Liegeplatz. Der Ort ist von einheimischen Touristen gut besucht aber nicht überlaufen.