5. Etappe:Griechenland/Ionische Inseln-Kanal v. Korinth
vom 29.07. - 23.08.2006 ( 519 sm )
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Der
kleine Ort La Castella bot uns für ein paar Tage einen ruhigen und
sicheren Platz. Vor der Küste befindet sich ein großes
Unterwasser-Naturschutzgebiet, besonders für Taucher ein lohnendes Ziel.
Am
29. Juli „verabschiedeten“ wir uns endgültig von Italien und nahmen Kurs
auf Griechenland.
Der
wegen seiner oft unberechenbaren und heftigen Winde in einem „schlechten
Ruf„ stehende Golf von Taranto meinte es ausnahmsweise mal gut mit uns
und bescherte uns eine leichte Brise aus West.
Nach
Mitternacht verließen wir den Ausläufer des Golfs von Taranto und fuhren in
die Straße von Otranto ein, den südlichsten Teil der Adria.. Der
Schiffsverkehr war erstaunlich gering, erst gegen Morgen kreuzten mehrere
Schiffe aus der Adria kommend unseren Kurs.
Inzwischen hatte ein leichter Wind aus SO eingesetzt, so dass wir uns für einen windgeschützten
Ankerplatz an der Nordküste der kleinen Insel Othonoi entschieden, am Nachmittag aber dann
das Boot noch nach Errikousa verlegten.
Griechenland war erreicht! Am nächsten Morgen ging es Anker auf, und bei herrlichem Segelwind
aus NW setzten wir unsere Reise Richtung Korfu fort.
Die Nordküste ab dem Kap Drastu war äußerst eindrucksvoll. Steile Sandsteinfelsen in
verschiedenen Farbschattierungen bildeten eine tolle Kulisse. Auf dem Meer erstreckte sich
davor
ein ausgedehntes Flachwasser-Gebiet, das uns zur äußersten Vorsicht
veranlasste.
Nachdem
wir das Kap Aikatorini im Nordosten der Insel erreicht hatten, wurden
Wind und Welle ruppiger. In der „Düse“ zwischen Korfu und Albanien blies es
dann mit 25...28 kn aus Nord, und nur mit gereffter Fock trieben wir zügig nach
Süden.
Nach
einer ruhigen Nacht in einer Bucht südl. des Kap Kouloura segelten wir
am kommenden Tag nach Gouvia und machten dort in der modernen Marina
fest. Auf dem Weg von der Einfahrt in die große Bucht bis zur Marina ist
unbedingt auf die Betonnung zu achten, denn ein ausgedehntes Flach kann zu einer
bösen Falle werden. Auch sollte man sich nicht erschrecken, wenn plötzlich
neben oder vor dem Boot ein Wasserflugzeug aufsetzt.
In
Gouvia konnten wir uns wieder ausgiebig mit Verpflegung und Getränken
versorgen.
Die
Marina selbst befindet sich in einem Top-Zustand: Wasser, Strom, sehr gute Sanitäreinrichtungen,
Wäscherei, Internet-Hotspot (kostenlos) und Internet-Point, Supermarkt, mehrere
gute Gaststätten, Yachtausrüster...
Die
nächsten 2-3 Wochen wollten wir nun zwischen den Ionischen Inseln verbringen.
Wir waren uns natürlich darüber im Klaren, dass der August nicht gerade eine
ideale Zeit für einen Segeltörn in Griechenland ist. Die teilweise mörderische
Hitze und die allgegenwärtigen Charter-Flottillen gingen uns schon manchmal auf
den Geist. Auch die großen Luxus-Motoryachten, die mit ihren 100m langen, kreuz
und quer verlegten Festmacherleinen ganze Ankerbuchten blockierten und
vorzugsweise nachts mit ihren Dieselgeneratoren Gestank und Lärm verbreiteten,
wurden nicht gerade unsere Freunde.
Trotzdem
hatten wir schöne Erlebnisse in diesem landschaftlich wunderschönen Gebiet.
Mehrere Tage kreuzten wir zwischen den Inseln Korfu, Paxos und dem
Festland, meist bei kräftigem Segelwind.
Der
nächste Hafen auf unserer Tour war dann Levkas. Die Fahrt durch den
schmalen Kanal bis zur Stadt war schon ein kleines Erlebnis. Die Marina ist
modern und gut ausgerüstet, freundliches Personal. Der Ort Levkas ist schon
etwas ungewohnt (er war in den 60ger Jahren durch ein Erdbeben fast völlig
zerstört worden).
Die Glockentürme der Kirchen bestehen seitdem aus
erdbebensicheren Stahlkonstruktionen, viele Häuser sind mit Wellblech
verkleidet. Aber das tut dem pulsierenden Leben auf den Straßen und in den vielen Restaurants
keinen Abbruch. Uns hat Levkas sehr gut gefallen.
Als wir am nächsten Tag nachmittags in die Bucht Vlychon im Norden von Levkas einliefen, kreuzte
vor uns die „Ikarus“ mit Veronika und Günter. Wir waren einige Jahre Stegnachbarn auf Sardinien
und
hatten uns hier verabredet. Gemeinsam verbrachten wir ein paar schöne
Tage, bevor Sie nach Kastos weitersegelten. Wir fuhren zuerst zuerst zur
Insel Meganision mir ihren vielen Buchten und danach nach Ithaka.
Unser
Ziel auf Ithaka war die Bucht Sarakiniko, im Küstenhandbuch als
„landschaftlich äußerst reizvoll aber auch starken Fallböen ausgesetzt“
beschrieben. Da wir die letzten 10 sm bereits unter kräftigem wind aus NW zurückgelegen
mussten, hätte uns der Hinweis eigentlich Warnung genug sein sollen. Wir nahmen
es aber nicht so ernst. Gegen 16.00 liefen wir in die Buchtein und fanden auch
noch einen Ankerplatz. Allerdings war der Meeresgrund stark abschüssig, was mir
gar nicht so recht gefiel.
Die
ersten starken Fallböen fegten kurz vor Sonnenuntergang von den steilen Hängen
herab. Von 2 Seiten fielen sie abwechselnd mit bis zu 45 kn über uns her. Der
Anker hatte keine Chance und wurde mehr und mehr in tieferes Wasser gezogen.
Auch ein erneuter Ankerversuch dichter unter Land brachte keinen Erfolg. Uns
blieb nur die Flucht in den großen Hafen von Vathi. Während ich am
Ruder saß und verzweifelt in die völlige Finsternis starrte, navigierte Heidi
unter Deck mittels GPS und elektr. Seekarten und rief mir die notwendigen
Kurskorrekturen zu. Erst als kurz vor Mitternacht die Einfahrt in die große
Bucht von Vathi vor uns lag und die Beleuchtung des Ortes zu erkennen war,
konnten wir aufatmen.
Von Ithaka aus setzten wir wieder zum Festland über und liefen am 17. August in den Golf von Patras ein. Dieses gebiet zwischen dem Festland und der größten griechischen Insel Peloppones hat einiges an Interessantem zu bieten.
Da wäre Mesolongion mit der ca 3 sm langen Zufahrt durch das Flachwassergebiet, vorbei an Fischerhütten auf Stelzen.
Ein weiterer Höhepunkt
ist die neue Brücke bei Rion. Wenige sm NO der Brücke befindet sich der
mittelalterliche
Hafen von Nevpaktos (für mehr als 2 Segler ist da kein
Platz!). Vor der Insel Trizonia fanden wir einen sicheren und ruhigen
Liegeplatz in der im Bau befindlichen Marina.
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Der
belebte Ort Galaxeidi war zwar wenig erholsam, dafür aber ein geeigneter
Ausgangspunkt für einen Tagesausflug nach Delphi. Dieser Ausflug (bei 42°C mit einem Linienbus) wurde zu einem echten Erlebnis. Es
ist schon beeindruckend, was auf dem großen Freigelände und besonders in dem
angeschlossenen Museum an prächtigen Monumenten, Skulpturen und anderen antiken
Kunstwerken zu sehen ist.
Nach diesem Kulturerlebnis setzten wir unseren Kurs Richtung Osten fort und erreichten 2 Tage später die Einfahrt zum Kanal von Korinth. Nach 2 Stunden Warteschleife wurde die Passage in West-Ost-Richtung freigegeben. Nach 2 großen Frachtschiffen ordneten sich die Motorboote und zum Schluss die Segler in die „Karawane“ ein und mit 4 Knoten ging es durch die schmale, tief in die Felsen geschnittene Fahrrinne.
Für uns war das ein einmaliges Erlebnis und
der Camcorder kam kaum zur Ruhe. Die bürokratischen Formalitäten am Ostausgang
des Kanals einschließlich des Abkassierens der recht üppigen Gebühren nahm
noch einige Zeit in Anspruch, und dann konnten wir in die Ägäische Inselwelt
auslaufen.
La Castella
Günstig gelegene Zwischenstation auf dem Weg von Italien nach Griechenland. Einfahrt in die Marina ist eng und mit Untiefen gespickt, aber gut betonnt. Liegeplatz gegen alle Winde geschützt.
Insel Erricousa
Lage: NW von Korfu, große Ankerbucht, bietet sich für erste Übernachtung in Griechenland an.
Marina Gouvia
Nördlich von Korfu/Stadt. Größte und modernste Marina auf Korfu, jeder Service vorhanden. Im Nordteil der Bucht liegen auch gute und geschützte Ankerplätze.
Bucht Valtou (39° 31,5 N, 20° 10,0 E)
gegenüber von Korfu am Festland gelegen. Gegen alle Winde geschützt. Wasser durch Fischzucht und Seegras nicht besonders klar.
Paxos / Ormos Lakka (39° 14,3 N, 20° 07,0 E)
Im Norden der Insel Paxos, sehr schöne Ankerbucht aber in der Saison meist voll (rechtzeitig kommen!).
Parga (39° 16,9 N, 20° 23,4 E)
Bucht bietet viele Ankerplätze, tagsüber starker Boots- und Badebetrieb, Es besteht auch die Möglichkeit, mit Heck - oder Bugleinen an den aufgeschütteten Wellenbrechern festzumachen.
Ormos Joannou (39° 16,1 N, 20° 23,4 E)
etwa 3,7 sm SO von Parga. Große Ankerbucht mit wunderschönen Nebenarmen. Die im Hafenhandbuch angegebene Fischzuchtanlage haben wir nicht vorgefunden.
Levkas
Die Einfahrt zum Kanal ist nicht gleich zu erkennen, bei kräftigem Wind aus W bis N kann es gefährlich werden, besonders wenn die Einfahrt nicht freigegeben ist und Warteschleifen gedreht werden müssen.
Die Marina ist super ausgestattet, Liegeplätze können aber knapp werden, besonders an den Wochenenden. Man kann auch an der Stadtmole vor Anker gehen oder in der Bucht vor der Marina ankern.
Ormos Vlychon
große, gegen alle Winde geschützte Ankerbucht im Osten der Insel Levkas. Der nahegelegene Ort Nydrion bietet gute Versorgungsmöglichkeiten. Bootswerft und Geschäfte mit Ersatzteilen und Zubehör vorhanden
Meganision
Insel östl. von Levkas mit vielen schönen Ankerbuchten (speziell im Norden), die aber in der Saison recht voll sein können. Der Hafen und die Ankerplätze vor dem Hauptort Vathy sind sehr unruhig.
Ithaka
Die Bucht Sarakiniko ( 38° 21,8 N, 20° 44,4 E) ist landschaftlich wunderschön, aber bei Wind aus W-NW starken Fallböen ausgesetzt.
Vor dem Hauptort Vathi ankert man in einer großen Bucht auf 3-10m Schlickgrund recht sicher. In der Einfahrt
(Kp. Eatou) kann es auch tüchtig blasen!
Nisos Petalas (38° 24,1 N, 21° 06,5 E)
Auf dem Weg zum Golf von Patras findet man vor dem Festland hinter der Insel Petalas einen sicheren und ruhigen Ankerplatz.
Auf der Weiterreise zum Golf von Patras ist im Bereich der Mündung des Flusses Acheloos auf Untiefen und Treibgut (besonders nach starken Regenfällen und Sturm) zu achten!!
Mesolongion
Einfahrt zum Hafen durch den gut markierten Kanal ist sehenswert. Liegeplätze (kostenlos) findet entweder an den halbfertigen Schwimmstegen oder vor dem Ort. Am Ostkai befindet sich ein Wasseranschluß.
Nevpaktos
Kleiner, aber sehr interessanter Hafen. Für Boote über 10m wird es sehr eng, da hauptsächlich von Fischerbooten belegt.
Trizonia
Sichere (kostenlose) Liegeplätze an den Stegen der halbfertigen Marina. Mehrere gute Gaststätten im kleinen Ferienort.
Galaxeidi
Guter Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Delphi. Man liegt vor eigenem Anker mit Heck oder Bug am Stadtkai. Diesel wird mit Tankwagen geliefert, der Fahrer verwaltet auch die am Kai verlegte Wasserleitung. An der Uferstraße sitzt in einer Holzbude auch der Hafenpolizist, der gelegentlich ein paar € Gebühren kassiert.
Kiaton
Letzter Hafen im Golf von Korinth auf dem Weg zum Kanal. Im großen Hafenbecken macht man an der Nordmole längsseits fest. Der Ort bietet nicht viel. Gaststätten haben wir überhaupt nicht gefunden, nur alle paar Meter ein Kaffe.