Von Gibraltar bis zum Mar Menor (325 sm)

05. Juli – 13. Juli 2000

Crew: Klaus und Heidi

 

Nach dem Frühstück werfen wir die Festmacher los und verlassen die Bucht. Uns weht ein leichter Wind aus Ost entgegen, der uns dazu zwingt, die Maschine zu starten. Das ändert sich leider auch nicht in den folgenden Stunden. Unser Ziel ist die 43 sm entfernte Marina Cabopino.

Gegen Mittag taucht neben uns eine große Gruppe von Delphinen auf, die uns darauf hin eine ganze Weile begleiten. Plötzlich entdeckt Heidi dicht neben unserem Boot eine große Wasserschildkröte, die dann langsam wieder in unserem Kielwasser verschwindet.

Am Nachmittag nimmt der Wind deutlich an Stärke zu. Bei 20..23 kn aus Ost setzen wir die Fock zur Unterstützung, um den Motor etwas zu entlasten. Aber viel hilft es nicht. Die letzten 6 sm haben wir den Wind von inzwischen 6 bft. genau auf der Nase. Um 20.30 laufen wir in die Marina ein. Wir wollten uns vorher bereits per Funk anmelden, aber die Rezeption war nicht mehr besetzt. Uns bleibt nichts anderes übrig als uns selbst nach eigenem Ermessen für einen Liegeplatz zu entscheiden. Platz ist genügend vorhanden und so fischen wir uns eine Mooring und legen das Boot mit dem Heck an den Steg. Zu unserem Erstaunen befinden sich außer uns nur noch 3 andere Segelyachten in der Marina, sonst nur Motorboote. Die Erklärung dafür bekommen wir am nächsten Tag. Früh erscheint ein Marinero bei uns und klärt uns darüber auf, daß die Marina z. Z. eigentlich für Segelyachten gesperrt sei. Die Einfahrt ist stark versandet und hat bei Niedrigwasser nur noch eine Tiefe von 1.20 m. Wir sollen daher unbedingt bei Flut auslaufen.

Bei unserem Tiefgang von nur 1,0 m mache ich mir keine großen Sorgen. Am Donnerstag, dem 6.Juli um 10.45 bei totaler Flaute laufen wir aus und nehmen Kurs auf Velez. Unsere geplante Tagesstrecke liegt etwas über 40 sm und das Wetter scheint uns wieder einen verhassten „Motor-Tag" zu bescheren. Als später leichter Wind aus Ost aufkommt, können wir wenigstens die Fock und das Groß zur Unterstützung und als Sonnenschutz setzen.

Heute will ich auch wieder einmal mein Angelglück versuchen und bereite die Schleppangel vor. Der Köder, eine Fisch-Attrappe, ist auch noch gar nicht lange im Wasser, da biegt sich die Angel plötzlich gewaltig durch. Aufgeregt und voller Vorfreude beginne ich die Sehne aufzurollen, bis ich mit Schrecken feststelle, dass sich eine Möwe auf den Köder gestürzt hat. Das Boot macht gut 5 kn Fahrt und der Zug an der Angel ist gewaltig. Was soll ich machen? Die Frage klärt sich zum Glück von selbst. Nach ein paar Minuten ist die Angel plötzlich wieder frei, die Möwe hat sich selbst befreit. Inzwischen kreisen aber bereits die nächsten Vögel gierig über dem Gummifisch. Schnell gebe ich mehr Angelsehne frei und halte die Angel flacher, so dass der Köder tiefer unter Wasser sinkt.

Das Wetter hat sich inzwischen nicht wesentlich geändert. Das Meer ist ruhig. In weiter Ferne an Steuerbord hatte ich vor einiger Zeit ein Segelboot, wahrscheinlich einen Motorsegler ausgemacht. Sonst ist absolute Einsamkeit ringsum. Heidi sitzt im Cockpit und ist in ein Buch vertieft und ich entschließe mich, ein paar Erfrischungen aus dem Kühlschrank zu holen.

Ich habe gerade die Gläser gefüllt und bin auf dem Weg zurück, als Heidi plötzlich in panischer Angst nach mir schreit. Ich stürze den Niedergang hinauf und stolpere, noch mit einem Glas in der Hand, in das Cockpit. Im Fallen kann ich noch dicht vor uns die Bordwand eines Bootes ausmachen. Ich werfe den Autopiloten von der Pinne und reiße im gleichen Moment das Ruder herum. Ich traue mich kaum, nach vorn zu sehen und erwarte jeden Augenblick den Zusammenstoß, aber wenige Meter hinter dem Heck eines großen Motorseglers, voll besetzt mit Ausflugsgästen, ziehen wir vorbei.

Wir konnten uns im nachhinein nicht erklären, wie das überhaupt passieren konnte. Ich hatte das Boot zwar vorher gesehen, aber es war weit entfernt und steuerte zu diesem Zeitpunkt einen parallelen Kurs.

Nun gut, es war zum Glück nichts passiert und der Schiffsführer des Motorseglers hatte offensichtlich nicht einmal etwas bemerkt. Aber uns war es doch eine Lehre!!

Die Marina Velez liegt am Torre de Mar. Der gesamte Küstenabschnitt macht einen geradezu abschreckenden Eindruck. Vollgepackt mit Hotelburgen und Appartement-Komplexen ist von Natur nicht mehr viel zu erkennen. Auf dem Wasser schwimmt eine Unmenge von Unrat, Plaste und Papiermüll. Nicht viel besser sieht es in der Marina aus. Hier kann uns wahrlich nichts länger halten....außer Nebel.

Unsere "Flucht" am nächsten Morgen müssen wir leider verschieben. Dichter Nebel macht ein Auslaufen unmöglich. Als sich gegen Mittag die Sicht leicht bessert, wagen wir uns gegen 13.30 Uhr doch hinaus. Die ersten Meilen steuern wir vorsichtig unter Motor, nur nach Kompass aus der Bucht. Nachdem wir das offene Wasser erreicht haben, lichtet sich zum Glück der Nebel, aber es ist bereits zu spät, um noch vor Sonnenuntergang unser nächstes Ziel, die Marina in Motril, zu erreichen. Wir suchen uns deshalb eine Ankerstelle für die Nacht, aber das Angebot ist nicht sehr reichhaltig. Von den grässlichen Hotelkomplexen ist seit Verlassen der Bucht von Velez zum Glück nichts mehr zu sehen. Die Steilküste und schroffen Felswände lassen, Gott sei Dank, keine Bebauung zu. Zuletzt entscheiden wir uns für eine Stelle, welche die Bezeichnung "Bucht" wohl nicht verdient hat. Dicht vor dem Sandstrand liegen wir auf 4m Tiefe fast in der Brandung. Es wird eine recht unruhige Nacht, der starke Schwell lässt uns kaum zum Schlafen kommen, aber der Anker hält gut.

Am nächsten Morgen lichten wir früh 07.20 den Anker und nehmen Kurs auf das 12 sm entfernte Motril. Wir ahnen noch nicht, was uns in den nächsten Stunden erwarten wird. Nachdem wir die ersten 6 sm bei Flaute zurückgelegt haben, bläst uns plötzlich innerhalb von wenigen Minuten ein Starkwind mit 7 bft. aus Ost entgegen. Gegen die immer höher werdenden Wellen hoffen wir, im Hafen von Motril Schutz zu finden. Fehlanzeige ! Im Hafenbecken hat sich bereits ein gewaltiger Schwell aufgebaut. An den Stegen der Marina sind keine Liegeplätze frei. Außerdem sind da bereits jetzt alle verfügbaren Kräfte damit beschäftigt, die wild tanzenden Boote, so weit überhaupt möglich, zusätzlich abzufendern, um sie vor Beschädigungen zu schützen. Uns bleibt nichts anderes übrig als im Hafenbecken vor den Stegen der Marina zu ankern. Angesichts der wilden Hektik an den Liegeplätzen sicherlich auch die bessere Variante.

Aber eigentlich hatten wir uns für Motril einen anderen Plan zurechtgelegt. Von hier aus wollten wir mit dem Bus einen Ausflug nach Granada unternehmen. Aber daran ist im Moment nicht zu denken. Also nutzen wir die Zeit, um erst einmal etwas zu essen. Neben uns ankert noch ein Norweger mit einer kleinen Yacht. Mitten im Sturm kommt noch eine deutsche 12 m-Yacht mit 1 Mann Besatzung. Das Ankermanöver mit den Booten der Marina in Lee, und ohne Ankerwinsch wird dann auch äußerst abenteuerlich. Zuerst fällt der Anker zu dicht vor den Stegen. Als der Skipper bemerkt, dass er auf die anderen Boote getrieben wird, will er den Anker (per Hand) wieder aufholen, bei dem Winddruck aber unmöglich. Nun stürzte er sich wieder in das Cockpit, tourte den Motor auf Volllast und zerrte den Anker hinter sich her durch den Hafen, über unser Ankergeschirr hinweg. Dass er dabei unsere Kette nicht erwischt hat, bleibt mir bis jetzt ein Rätsel. In jetzt endlich ausreichenderem Abstand lässt er nun weitere Ankerkette nach und zum Glück findet der Anker im Sandgrund auch Halt. Uns allen war ein tüchtiger Schreck in die Glieder gefahren.

Auch der „einsame" Skipper gibt uns mit blutender Hand zu verstehen, dass das Abenteuer für ihn nicht ohne Folgen geblieben ist.

Gegen Mittag lässt der Wind deutlich nach und wir wollen nun doch noch unser Vorhaben durchsetzen. Mit dem Schlauchboot setzen wir zur Marina über und ziehen es dort an Land. Nach einigen vergeblichen Versuchen gelingt es uns dann auch noch, die entsprechende Bus-Haltestelle zu finden und um 14.00 Uhr sitzen wir im Bus nach Granada.

Die Alhambra, zeitweise maurische Residenz und Festung, ist beeindruckend und wirklich einen Besuch Wert. Es wird ein erlebnisreicher und wunderschöner Ausflug, den wir lange in Erinnerung behalten werden.

Nach diesem Abstecher in die Geschichte führt uns der nächste Tag in die Gegenwart zurück. Almerimar, eine moderne, große Marina mit einem Umfeld aus der Retorte, erreichen wir am Abend nach 40 sm - gegen den Wind. Platz ist noch genügend vorhanden und an der Kai-Mauer liegen wir sicher und geschützt. Von hier können wir nun endlich auch unsere Urlaubsgrüße per Post an Freunde und Verwandte abschicken. Ich bin mir sicher, dass an dem Kasten, in den ich die Karten geworfen hatte, auch ein Postzeichen war. Zuhause angekommen ist bis heute nicht eine.

Heute ist der 10. Mai. Der Wetterbericht hat Starkwind aus West angekündigt. Endlich einmal Wind aus der richtigen Richtung. Das Wort „Starkwind" konnte uns dabei nicht erschrecken. Als ich unseren Liegeplatz bezahle und erwähne, dass wir gleich starten wollen, schauen mich die Marineros allerdings etwas zweifelnd an. Es war Wind mit 6-7 bft. in Böen darüber angekündigt. Bereits jetzt pfeift es schon recht bedrohlich in den Wanten. Aber wir wollen weiter und die Windrichtung nutzen.

Die Ausfahrt aus der Marina ist nicht ganz problemlos. Der Wind bläst uns dort mit 6 bft in’s Gesicht und wir "kriechen" mit 2 kn Fahrt aus dem Hafen. Kaum haben wir den Schutz der Wellenbrecher verlassen, packt uns auch die kräftige Welle und wir müssen aufpassen, nicht gegen die aufgeschütteten Steine gedrückt zu werden. Nach ein paar bangen Minuten haben wir genügend Freiraum geschaffen und können die Fock, etwas später auch das Groß mit einem Reff setzen. Das Schiff nimmt schnell Fahrt auf und mit 25 kn achterlichem Wind haben wir schnell die Küstenregion hinter uns gelassen. Wir wollen quer über den Golf von Almeria segeln und hinter dem Cabo da Gato in der Bucht Pto. Genoves ankern. Anfangs sind noch 2 weitere Segelyachten in Sichtweite, aber die biegen später in den Golf von Almeria ein und wir sind allein. Je länger wir unterwegs sind, um so mehr wachsen die Wellen an. Der Wind hat inzwischen 7 bft. mit Sturmböen erreicht. Aber nicht der Wind und die Wellen machen uns die größten Sorgen. Wir waren so dumm, bei diesem Wetter unser Schlauchboot hinterher zu ziehen. Das wird jetzt von Wind und Wellen hin und her geworfen, gegen das Heck geschleudert oder von Böen einfach in die Luft geworfen und umgedreht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Schleppleinen reißen oder die Halteösen abfetzen. Als es wieder einmal durch die Luft fliegt und dann auf das Wasser zurückklatscht, war es passiert. Eine der Leinen reißt durch und wir halten unser Schlauchboot schon für verloren. Notdürftig kann ich eine Ersatzleine befestigen und etwas später gelingt es Heidi, das Schlauchboot an unserem Spiegel zu verzurren.

Jetzt können wir uns endlich auch wieder entspannter mit Wind und vor allem auch den Wellen "beschäftigen", die inzwischen mit gut 5 m Höhe von achtern auf uns zurollen. Nachdem wir zwischenzeitlich schon wiederholt mit über 10 kn Fahrt in’s Surfen geraten sind, haben wir das Groß geborgen und die Fock verkleinert. Trotzdem rauschen wir mit über 8 kn dahin. Es ist ein echtes Segelerlebnis. Dabei ließ es sich auch nicht vermeiden, dass zweimal Brecher in das Cockpit einsteigen. Vorsorglich hatten wir schon das Steckschot eingeschoben, so dass nichts passieren konnte und das Wasser sofort wieder ablief.

Auf halber Strecke nähert sich von steuerbord eine Fähre aus Marokko auf dem Weg nach Almeria, aber rechtzeitig werden wir wohl erkannt und die Fähre räumt uns die Vorfahrt ein.

Am Cabo da Gato wird es noch einmal spannend. Wir wollen nicht zu dicht an die Felsen heran, müssen aber bereits kurz hinter dem Kap in die Bucht einbiegen. Die Wellen kommen inzwischen aus allen Richtungen und es ist nicht einfach, das Boot auf Kurs zu halten.

Nach Passieren des Kaps suchen wir die Bucht, können sie aber visuell nicht ausmachen. Die Steilküste bildete eine durchgehende Felsenfront. Wir verlassen uns deshalb voll auf unser GPS und steuern die in der Seekarte ermittelte Position an. Diese Entscheidung war richtig, denn aus 1/2 sm Entfernung ist die Bucht nun klar auszumachen. Mit Halbwind rauschen wir hinein. Hier empfängt uns ruhiges Wasser - aber weiterhin bis zu 43 kn Wind. Auf 5 m Sandgrund finden wir trotzdem einen sicheren Platz, weit genug ab vom Strand und den Felsen. Der Anker greift sofort. Wir stecken ausreichend Kette und liegen dann, trotz pfeifenden Windes, recht ruhig und geborgen.

Diese Bucht ist sehr groß und bietet bei Wind aus westlichen Richtungen hervorragenden Schutz gegen die Wellen. Die Wassertiefe beträgt über Sandgrund durchgängig 4 - 6 m.

Nach dieser aufregenden und spannenden Etappe schmeckt das frisch zubereitete Abendessen mit einem Glas Rotwein besonders gut.

Am nächsten Morgen wollten wir früh aufbrechen und unterwegs frühstücken, aber eine alte, chaotische Welle zwingt uns erst einmal wieder in die Bucht zurück. Um 09.30 geht es dann doch Anker auf. Der Wind hat inzwischen auf Ost gedreht, so dass wir "endlich" wieder unseren Motor anwerfen dürfen.

Noch haben wir bis zum Mar Menor 135 sm vor uns, aber wir liegen gut im Zeitplan. Unser heutiges Ziel ist die Marina von Aguilas. Die 50 sm wollen wir vor Sonnenuntergang schaffen. Der Küstenabschnitt seit dem Cabo da Gato ist felsig und schroff. Wenn wir mehr Zeit hätten, könnten wir sicherlich kleine und einsame Buchten finden. Leider treibt uns der Zeitplan weiter. Über Funk melden wir uns in der Marina an, erhielten aber eine Absage. Es gibt keine freien Liegeplätze und so müssen wir uns nach einem geeigneten Ankerplatz umsehen. Wir finden ihn in einer Bucht wenige sm weiter NO und ankern dort auf 4 m Sandgrund vor einer "Vogelinsel". Diese Insel ist Brutstätte einer unübersehbaren Menge verschiedener Seevögel. Neben Kormoranen und Möwen sehen wir u.a. auch Seeschwalben. Die Nacht über ist Ruhe, aber mit dem ersten Sonnenstrahl setzte ein gewaltiges Konzert ein.

Heute ist der 12.07.. Noch 2 Etappen bis zum Mar Menor. Wir wollen deshalb so weit wie möglich kommen, um den letzten Tag ruhig angehen zu können. Wenn das Wetter mitspielt, können wir das Cabo de Palos und den dort gelegenen Hafen erreichen. Wenn das Wetter mitspielt !!! Tut es aber leider nicht. Wieder bläst uns der Wind genau auf die Nase. Nicht übermäßig stark, aber eben von vorn. Damit war das Cabo de Palos "gestorben" und wir richten uns auf Cartagena ein. Eine Entscheidung, die wir in nachhinein nicht bereut haben.

Nachdem wir die ersten 2 Stunden beharrlich unter Motor zurückgelegt haben, versuchen wir gegen Mittag, unter Segel zu kreuzen. Nach weiteren 3 Stunden geben wir das Unternehmen aber auf. Zu gering war der Raumgewinn.

Zwischen Aguilas und Cartagena ist starker Fischereibetrieb zu vermerken. Die ausgelegten Netze und Reusen sind aber gut markiert. Man muss aber schon darauf achten, den Trawlern nicht zu nahe zu kommen. Die nachgeschleppten Netze sind oft beachtlich lang. Auch zwischen 2 parallel laufenden Trawlern sollte man nicht unbedingt hindurch wollen. Nur noch wenige sm vor dem Hafen frischt der Wind (wie jeden Nachmittag) deutlich auf, so dass wir zu guter Letzt wieder gegen 6 bft. anzukämpfen haben.

Cartagena ist ein bedeutender Industrie- und Militärhafen. Die Marina, die im hinteren Teil des Hafenbeckens direkt an der Stadt liegt, wird gegenwärtig noch erweitert. Die Rezeption ist nur behelfsmäßig in einem Baucontainer untergebracht, ein neuer Sanitärtrakt teilweise fertiggestellt.

Aber mehr als die Marina ist die Stadt selbst sehenswert. Mit finanzieller Unterstützung der EU ist man gegenwärtig dabei, die wertvolle historische Bausubstanz des Stadtkerns zu sanieren. Ein Spaziergang durch die Fußgängerzone oder ein Abstecher auf die Burg sind allemal empfehlenswert. Der Tourismus hält sich noch wohltuend in Grenzen.

Donnerstag, der 13. Juli - irgendwann ist jede Reise mal vorbei und vor uns liegt nun der letzte Reiseabschnitt. Von Cartagena aus haben wir zuerst 20 sm nach NW bis zum Cabo da Palos vor uns. Danach sind es noch 7 sm NO zur Einfahrt zum Mar Menor. Nach Passieren der Durchfahrt verläuft die letzte Strecke auf dem Binnensee 5 sm nach Süden.

Ein Wind mit 5-6 bft. aus NO (!) zwingt uns zunächst erst einmal wieder, unter Maschine zu laufen. Eine unangenehme hackige Welle schüttelt uns bis zum Kap tüchtig durch. Zusätzlich müssen wir aufpassen, den vielen Fischereifahrzeugen rechtzeitig aus dem Weg zu gehen. Ca. 1 sm steuerbord taucht überraschend ein U-Boot auf und setzt seine Fahrt über Wasser fort.

Kurz nach 13.00 haben wir das Kap passiert. Jetzt können wir den Wind aus NO endlich für uns nutzen. Mit halbem Wind und unter voller Besegelung genießen wir die nächsten Meilen. Nun hätte die Strecke ruhig noch etwas länger sein können.

Laut Törnführer Spanien soll die Drehbrücke, welche die Durchfahrt zum Mar Menor freigibt, in der Saison stündlich geöffnet werden und wir wollen dieses Nadelöhr um 15.00 Uhr passieren. Wir sind auch pünktlich dort, aber die Brücke bleibt zu. Aus einem vorbeifahrenden Motorboot erfahren wir, dass die Brücke nur alle 2 Stunden und das nächste mal um 16.00 geöffnet wird. Nun gut. Also nutzen wir die verbleibende Zeit auf unsere Weise, gehen an der Mündung zur Durchfahrt vor Anker und Heidi bereitet ein warmes Mittagessen vor. Pünktlich um 16.00 sind wir dann zur Stelle.

Die letzten Meilen unter Segel bei schönstem Wetter stimmen uns etwas wehmütig. Gern hätten wir jetzt noch ein paar Tage (am besten sogar ein paar Monate) angehängt.

Um 17.30 fahren wir in die Marina Los Nietos ein. Hier soll unsere SOLEIL II eine vorläufige "neue Heimat" finden und nach einigen anstrengenden Verhandlungen auf englisch, deutsch und hauptsächlich spanisch, bei denen wir dankenswerter weise Unterstützung durch andere Dauerlieger erhalten, klappt es dann auch.

Damit endet die Überführung unserer Yacht von Emden in das Mar Menor nach insgesamt 2250 sm.

Sturm im Mittelmeer leckeres Abendessen im Mar Menor