(Dieser
Bericht ist auf Anfrage eines anderen Seglers von uns zusammengestellt worden.
Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)
Komplett rund Sardinien sind wir nicht gesegelt. Das Gebiet an der Westküste zwischen Alghero und der Insel San Pietro im Süden kennen wir (vom Boot aus) nicht.
Wenn, dann würde ich aber immer entgegen der Uhrzeigerrichtung fahren, da ich, bei aufkommendem Mistral, an der Westküste vor dem Wind ablaufen kann und an der Süd – und Ostküste nur mit den kräftigen Fallböen, aber nicht mit großen Wellen rechnen muss.
Beginnen wir bei unserer Rundreise in „unserer“ Marina von Santa Maria Navarrese an der Ostküste, wenige sm nördlich von Arbatax.
Auf der Fahrt nach Norden passieren wir den mit wunderschönen Badebuchten geschmückten Golfo di Orosei . Bei ruhigen Wetter kannst vor der Grotta del Blue Marino ankern und mit dem Beiboot übersetzen.
Der nächste Hafen/Marina wäre in Cala Gonone. Aber besonders bei windigem Wetter würde ich diese unsichere „Zuflucht“ meiden. Den nächsten sicheren Hafen findest Du in La Caletta ( ca. 40 sm von S. M. Navarrese). Hier kannst Du entweder ohne Gebühren an den kommunalen Stegen festmachen oder in der gebührenpflichtigen Marina.
Nördlich von La Caletta liegen die Marinas von Ottiolu und Puntaldia.
Puntaldia würde ich aber nur im Bedarfsfall anlaufen (Strom, Wasser). In der davor liegenden Bucht von Porto Brandinchi findest Du sicher einen schönen Ankerplatz. Bei Wind aus südlichen Richtungen kannst Du gleich in der Bucht nördlich des Capo Coda Cavallo auf gut haltendem Sandgrund Schutz finden.
In der Passage südlich der Isola Tavolara sollte man sorgfältig navigieren. Bei Mistral und Scirocco ist die Durchfahrt nicht ganz unproblematisch. Wenn sich um den Felsen der Isola Tavolara ein markanter dichter Wolkenhut bildet, kündigt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Starkwind aus Süd (Scirocco) an.
Im Golf von Olbia ist immer mit hohem Schiffsverkehr und unruhigem Wasser zu rechnen.
Im anschließenden Golfo di Marinella findest Du sehr schöne Ankerplätze. Wenige sm weiter nördlich liegt ein wunderschöner Tagesankerplatz (bei ruhigem Wetter) am Weststrand der Isola Soffi. Eine sehr gut geschützte Bucht ist die Cala Portese auf Caprera ( festmachen an Bojen oder eigenem Anker).
Wenn Du südlich um Caprera rumfahren willst, lohnt sich ein Hafenstopp in La Maddalena (aber nicht in der Hochsaison). Wenn Du Caprera nördlich passieren möchtest, empfehle ich Dir einen Ankerplatz an der NW-Küste von Maddalena, 1 sm südlich von Porto Massimo.
Die danach folgenden kleineren Inseln lohnen immer für einen Ankerstopp oder für eine Übernachtung. Auch die Bucht Porto Liscia (41° 12 `` N, 9° 18`` E) bietet einen sehr sicheren Ankerplatz mit gut haltendem Sandgrund. Da kannst Du dann g.g.f. auch auf passendes Wetter für die Passage der Str. v. Bonifcio warten. Keinesfalls würde ich die bei Starkwind freiwillig passieren.
An der Nordküste findest Du dann mehrere Marinas, die ich aber persönlich nicht kennen gelernt habe. Ich hatte hinter der Isola Rossa (41° 00 N, 8°52 E) geankert. Bei aufkommendem Schwell oder Wind kannst Du leicht an die nahe Hafenmole verlegen.
Für die Fornelli-Passage solltest Du auch einigermaßen ruhiges Wetter abwarten, eventuell SW der kleinen Isola Piana vor Anker ( sorgfältig navigieren).
Das nächste Ziel wäre aus meiner Sicht Alghero. Wir hatten am Kai des Stadthafens gelegen. Die Stadt hat uns ausgezeichnet gefallen.
Wenn Du von Nord kommst, findest Du auch gleich nach dem Leuchtturm in der Bucht Porto Conte ausgezeichnete und sichere Ankerplätze (auch in der Nacht gut ansteuerbar).
Wie schon eingangs erwähnt, kann ich zu den folgenden 90 sm nicht viel beitragen.
Der Süden ist aus meiner Sicht wieder sehr interessant. Der Hafen Carloforte mit Marina ist ein lohnendes Ziel. Mir hat die Stadt auch ausnehmend gut gefallen. Bei ruhiger See ist das große Flachwassergebiet östlich von San Pietro sehr reizvoll. An der Südküste der Insel findest Du auch schöne Ankerplätze, weiter an der Westküste von San Antioco in einer Bucht unterhalb des Hotels Mercuri (39° 01,31 N,08° 22,34 E).
Auf der Weiterfahrt Richtung Capo Teuleda gibt es eine Vielzahl schöner Ankerplätze (in den Sommermonaten Juli und August ist das militär. Sperrgebiet zur Durchfahrt und zum Ankern freigegeben!). Unmittelbar vor dem C. Teuleda findest Du für jede Windrichtung eine passende Ankerstelle (aber Vorsicht vor Fallböen, ausreichend Kette !!).
Nach dem C. Teuleda würde ich direkt nach Cagliari weitersegeln, eventuell mit einem Mittagsstopp am Capo d. Pula. Für Cagliari solltest Du 1-2- Tage einplanen.
Von Cagliari dann weiter über Vilassimius (Marina oder davor ankern) oder auf der Westseite der Halbinsel in der Bucht Porto Giunco ankern (nördlich des Turmes).
Bis Porto Corallo findest Du dann noch ein paar schöne Buchten (z.B. Cala Pira, Portu Pirastu). Ab Porto Corallo (übrigens einen recht hässliche Marina mit schwacher Infrastruktur) musst Du dann bei Wind aus östl. Richtung bis Arbatax oder S.M. Navarrese durchfahren. Bei Wind aus West kannst Du auch in Santa Foxi Manna oder unmittelbar unter dem Capo Bellavista in Porto Frailis ( in der Saison sehr belebt und laut) ankern. Unmittelbar gegenüber S.M.Navarrese liegen die Inseln Ogliastra, vor denen man auch einen sehr schönen Tagesankerplatz finden kann.
Damit haben wir die „Rundreise“ beendet und machen unser Boot wieder in der Marina fest.
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