6 Monate von Sardinien in die Türkei

Meine eigene Musik

 

 

Die vorgesehene Reiseroute für 2006

 

Unser Törn 2006 soll uns von Sardinien über die Pontinischen Inseln und die Westküste Italiens südwärts erst einmal nach Sizilien führen. Über Malta und Süditalien geht es dann weiter nach Griechenland, wo wir uns einige Zeit in der Inselwelt des Ionischen Meeres aufhalten wollen.

Nach dem Passieren des Kanals von Korinth wird uns sicher der Metemi die weiteren Schritte "diktieren".

Gegen Ende Oktober wollen wir in der Türkei (Nähe Marmaris) einen geeigneten Winterliegeplatz gefunden haben und unser Boot dort bis April 2007 abstellen.

  

 

 

1. Etappe:    

 

Sardinien-Ponza-Ventotene-Ischia-Procida-Amalfi 

 

vom 07.05. - 19.05.2006  (299 sm)

  

Am 06.05. warfen wir unsere Festmacher in Santa Maria Navarrese los und machten uns auf unsere "Einführungsetappe" nach La Caletta. Dort versorgten wir uns noch einmal mit Getränken. Wir bekamen sogar einen neuen Lampeneinsatz für den defekten Deckstrahler. Um den zu wechseln, wurde Heide in den Mast gewinscht.

 

Am 07.05. gegen 18.00 Uhr ging es dann richtig los Richtung Ponza.

Der Wind wehte schwach aus SW, so dass nur kurzzeitig gesegelt werden konnte. Die erste Nacht über wurde also motort.

Der erste Morgen auf See erwartete uns mit totaler Flaute und spiegelblankem Wasser. Da wir in der Nacht mit Maschine gut vorangekommen waren, entschieden wir uns für eine längere "Rast", also Maschine aus, Fock hoch und Ruder festgestellt. So ließen wir uns ein paar Stunden treiben. Mehrmals kamen Delfinschulen zu Besuch. In dem ruhigen Wasser trieben die skurrilsten Formen von Quallen. Wir waren ganz allein auf dem Meer, bis zum Horizont rings um uns nur Wasser. 

Gegen Mittag ein freudiger Aufschrei vom Ausguck Heidi: "Wale!!". Tatsächlich! Einige hundert Meter entfernt kamen 

2 große Exemplare an die Wasseroberfläche, bliesen ihre Luft wie ein Geysir durch das Blasloch aus und tauchten nach 10-20 Sekunden wieder ab. Nach wenigen Minuten kamen sie wieder hoch und das Schauspiel wiederholte sich. Wir startete die Maschine und versuchten vorsichtig, näher heran zu fahren, aber die Wale hielten den alten Abstand ein.

Gegen Nachmittag kam leichter Wind aus SO, der auch die folgende Nacht anhielt, so dass wir von da ab segeln konnten.

Am Morgen des 09.05. tauchte vor uns die Insel Ponza auf und gegen 08.00 Uhr fiel der Anker in der Bucht vor dem Ort. Hier am Ankerplatz trafen wir die "Farewell", die einige Zeit vor uns Santa Maria Navarrese verlassen hatte.

 

Den folgenden Tag nutzten wir für eine kurze Segeltour entlang der SO-Küste der Insel, bei der wir auch eine wunderschöne Ankerbucht fanden.

Die nächsten Tage wurden wir von einer Schlechtwetterfront in Ponza festgehalten. Es war kalt und regnerisch.

 

Am 12. 05. war es dann wieder besser und wir nahmen die kurze Passage nach Ventotene in Angriff. Die Überfahrt brachte keine Besonderheiten: wenig Wind und viele Quallen.

An der NO-Seite von Ventotene verbrachten wir einen geruhsamen Nachmittag vor Anker, bevor wir am frühen Abend in den imposanten alten Galeerenhafen (Porto Vecchio) einliefen und am Kai festmachten.

Ventotene hat uns ausgesprochen gut gefallen. Der Ort hat seinen eigenen Charme und ein Rundgang lohnt sich auf jedem Fall.

 

Am folgenden Morgen versorgten wir uns noch mit frischem Brot und Obst und legten gegen Mittag mit dem Ziel Ischia ab. Vorbei an der ehemaligen Gefängnisinsel San Stefano ging es (leider) mit Maschine der Vulkaninsel entgegen, wo wir vor dem kleinen Hafen San Angelo den Anker fallen ließen. Der Hafen war von großen Motorbooten 

völlig überfüllt.

Abends ziemlich teuer und schlecht Essen gewesen. Die "Hauptspeise" hatten wir wegen Ungenießbarkeit zurück gehen lassen.

Den nächsten Morgen lichteten wir den Anker und ließen ihn in der Sorgento-Bucht wieder fallen. Hier ergiessen sich Thermalquellen direkt in das Meer und in natürlichen Badebecken kann man sich in unterschiedlich temperiertem Wasser herrlich erholen. Hier hielten wir es ein paar Stunden aus, ehe wir am späten Nachmittag in der Marina von Casamicciola festmachten. Allerdings kein ganz billiges Vergnügen, aber dafür entschädigte uns ein im Ort sehr gutes und preiswertes Abendessen.

Der kommende Tag begann mit "Großer Wäsche" und wurde dann mit einem ausgiebigen Besuch der Castigliona-Therme fortgesetzt. Hier aalten wir uns in verschiedenen Thermalbecken und genossen auch eine urige Natursauna. Aber irgendwann mussten wir uns davon losreißen und so verließen wir an Abend Casamicciola, um vor Ischia Ponte (südlich der Brücke) noch einmal zu ankern. Hier trafen wir auch die "Farewell" wieder.

 

Ischia Ponte ist noch ein sehr lebendiger, fast unverfälschter Ort der Insel. Der Massentourismus hält sich erfreulich in Grenzen. Die Bewohner sind freundlich und hilfsbereit.

Am nächsten Morgen haben wir uns, direkt von Fischer aus dem Boot, für 3,00 € einen ca. 1,5 kg schweren Thunfisch gekauft.

Aber 3 Tage Ischia sollten genug sein und so ging es gegen Mittag weiter zu "Ischias kleiner Schwester" Procida.

Diese Insel sollte für jeden Segler, der außerhalb der Hochsaison in diese Gegend kommt, im Pflichtprogramm stehen.

Nachdem wir eine Besichtigungsrunde durch den Hafen gedreht hatten, entschieden wir uns für einen Ankerplatz in der Bucht Corricella und wurden für diese Entscheidung belohnt. Das Fischerdorf Corricella ist praktisch in eine steile Felswand hineingebaut. Die einzelnen Häuser liegen dadurch direkt übereinander. Mehrere lange und mehrfach gewundene Treppen führen vom Hafen in die darüber gelegene Altstadt. Hier fühlten wir und teilweise in das Mittelalter zurück versetzt. Aber die Geschäfte (sowohl Lebensmittelgeschäfte als auch Boutiquen und andere) sind in tadellosem Zustand. Die Leute sind freundlich und wir haben uns selbst in den entlegensten Ecken nicht unsicher gefühlt.

 

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich Capri sein, aber die vielen "Horrormeldungen" über Touristenrummel und chaotische Bedingungen im Hafen sowie über 100 € Liegeplatzgebühren hielten uns davon ab. Kurzfristig entschieden wir uns, es bei einer Inselumrundung zu belassen. Die 25 sm 

von Procida nach Capri  konnten wir bei leichtem Wind aus SW gemütlich segeln und unser Windpilot leistete dabei verlässliche Arbeit.

Capri macht auch vom Meer aus einen imposanten Eindruck. Bevor wir unseren Kurs Richtung Festland 

lenkten, durften natürlich ein paar Fotos von den berühmten Faraglioni-Felsen nicht fehlen.

 

Dicht hinter dem Pt. Campanella fiel in einer wunderschönen und romantischen Bucht, die zu einem Naturschutzgebiet gehört, unser Anker. Eingerahmt von steilen Felswänden verbrachten wir hier 2 Tage. In einer kleineren Nebenbucht befand sich früher einmal ein Steinbruch. An einem kleinen verfallenen Anleger beginnt ein gut beschriebener Wanderweg durch das Naturschutzgebiet.

 

Am 19.05. lichteten wir unseren Anker und nahmen zuerst Kurs auf die Galli-Inseln, bekannt auch als die "Inseln der Sirenen". Von dort fuhren wir, dicht unter Land, die beeindruckende Amalfiküste entlang. Gegen Mittag machten wir im Hafen Amalfi an der Außenmole fest. Grundleinen waren vorhanden, Wasser und Strom erhältlich. Der Preis für den Liegeplatz war Verhandlungssache, wobei wir im Endeffekt überzeugt waren, doch über das Ohr gehauen worden zu sein.   

 

Amalfi war, obwohl wir uns noch in der Vorsaison befanden, vom Tourismus überfüllt. Deshalb machten wir uns bald „auf die Socken“, um dem Trubel zu entflehen und die herrliche Landschaft zu erkunden. Eine mehrstündige Wanderung führte uns durch das „Tal der Mühlen“ vorbei an erfrischenden Gebirgsbächen und riesigen Zitronenplantagen bis nach Ravello. Die Tour war zwar etwas anstrengend aber sie hat sich gelohnt.

 

 

2. Etappe

 

 

Italien SW-Liparische Inseln-Palermo 

 

vom 21.05 - 15.06.2006  (354 sm)

 

 

Am Morgen des 21. Mai ging es weiter nach Agropoli. Auf diesen 26 sm hatten wir wenig Wind und leider wieder viel Müll im Wasser.

Agropoli besitzt eine sehr schöne Altstadt, die auf einem Berg über dem Hafen thront. Einige nette kleine Restaurants mit vertretbaren Preisen laden zum Verweilen ein. Nicht weit von Agropoli entfernt liegt die antike Stadt Paestum. Man kann ein Taxi nehmen oder den Bus, wir sind mit unserem eigenen Boot gefahren und haben vor dem breiten Sandstrand geankert. Von dort aus waren es dann noch ca. 3 km zu Fuß, aber der Weg hat sich gelohnt!!

Unsere nächste Station war Acciaroli. In den letzten Tagen hatten wir zunehmend  Probleme mit unserem Motor bekommen und es wurde Zeit, etwas zu unternehmen.

Acciaroli ist Heimathafen einer großen Fischereiflotte und demzufolge war damit zu rechnen, dass auch entsprechende Werften oder Werkstätten vorhanden sind.

Mit der Werft kamen wir ohne Probleme klar. Am nächsten Tag wurde der Regler gewechselt. Die Luft im KS-System bereitete etwas mehr Kopfzerbrechen, denn es war keine Undichtheit zu erkennen. Aber ein erfahrener Mechaniker fand dann doch das Problem – die Lüftungsschraube am KS-Wasserabscheider war nicht ganz dicht.

Auf der Weiterfahrt nach Süden haben wir kurz nach dem Capo Palinuro einen wunderschönen Tagesankerplatz gefunden. Zwischen einer kleinen Insel und dem Festland fiel der Anker. Mit dem Schlauchboot fuhren wir an Land und bereiteten uns auf einem kleinen Lagerfeuer unser Mittagessen zu. Spät nachmittags setzten wir unsere Tour fort, um am frühen Abend in einer wildromantischen Bucht nahe des Punta Iscoletti einen Ankerplatz für die Nacht zu finden.

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Isola Dino als Ziel auserkoren. Im Küstenhandbuch hatten 

wir schon gelesen, dass sich in den Felsen dieser Insel mehrere eindrucksvolle Grotten befinden, die meist nur vom Wasser aus zu erreichen sind.

Die rund 20 sm legten wir bei ruhigem Wetter unter Segel zurück. Die Küstenlandschaft war beeindruckend und wir konnten uns kaum satt sehen. Südlich der Isola Dino fanden wir (auf

6 m Sandgrund) einen passablen Ankerplatz.

Am nächsten Morgen machten wir uns schon früh mit dem Schlauchboot auf den Weg, um einige der herrlichen Grotten in Ruhe erkunden zu können, bevor die ersten Ausflugsboote die Ruhe zerstören.

Mit dem Boot tief in das Dunkel der Grotten eingetaucht, hinterließ das strahlende Türkis des Wassers einen nachhaltigen Eindruck auf uns.

Auf dem weiteren Weg nach Süden verbrachten wir noch eine Nacht in der halbfertigen Marina von Porto di Cetraro, bevor wir, bei schönem Wind und unter voller Besegelung, nach weiteren 54 sm unseren vorerst letzten Hafen auf  dem italienischen Festland erreichten, die Marina von Tropea.

Der Ort Tropea, von dem man einen herrlichen Ausblick bis zu den Liparischen Inseln hat, liegt hoch    auf einem steilen Berg. Die 200 Stufen hinauf lohnen sich aber auf jeden Fall, wir haben diese   „sportliche Herausforderung“ in den folgenden Tagen mehrfach angenommen.  In Tropea haben wir Ilse und Wolfgang mit der „Farewell“ wiedergetroffen und einen gemeinsamen  

Eisenbahn - Ausflug nach Reggio di Calabria unternommen. Eine vorgesehene gemeinsame Bootstour zum Capo Vaticano fiel leider wegen schlechtem Wetter in’s Wasser, das gleiche schlechte Wetter, das eine ganze Woche lang unsere Abreise zu den Liparischen Inseln verhinderte.

Am 5.Juni konnten wir endlich nachmittags den Hafen verlassen. Anfangs machte uns eine alte Welle noch etwas das Leben schwer, aber als hinter dem Stromboli die Sonne unterging, bewegten wir uns auf spiegelblankem Wasser. Von Minute zu Minute wurden die Bilder eindrucksvoller und schöner - solch einen phantastischen Sonnenuntergang hatten wir beide noch nicht erlebt!  Fotoapparat und Video-Kamera kamen voll zum Einsatz. Von den Eruptionen des Stromboli hatten wir uns allerdings mehr versprochen. Trotzdem ließen wir uns bis kurz vor Mitternacht vor der NW-Küste treiben, um das regelmäßig wiederkehrende Schauspiel des Lavasprühens aus 3 verschiedenen Kratern zu bewundern, ehe wir unseren Weg zur Insel Vulcano fortsetzten.

Fischereifahrzeuge und Lichter von den umliegenden Inseln forderten erhöhte Aufmerksamkeit. Aber trotzdem - wir hatte gerade die Insel Panarea passiert, als vor uns die Lichter mehrerer Bojen sichtbar wurden. Es war nicht klar auszumachen, wo und in welche Richtung die Netze gelegt worden sind. Es sah so aus, als ob das Meer auf eine Breite von mehreren Meilen vor uns "vermint" sei. Als plötzlich eine (unbeleuchtete) Boje kurz vor dem Boot auftauchte, kuppelte ich sofort die Maschine aus - und schon saßen wir im Netz!  Zum Glück hatte sich nur der Kiel verfangen und ich konnte uns ,ausgerüstet mit Taschenlampe, Schnorchel und Brille, wieder befreien, ohne das Netz zu beschädigen. 

Früh um 7.00 Uhr haben wir dann vor Vulcano in der Bucht Porto di Levante Anker geworfen.

Diese Ankerbucht liegt unmittelbar am Fuß des Vulkans und vor den heißen Schlammquellen. Eine Wanderung auf den Vulkan am nächsten Tag war ein eindrucksvolles Erlebnis. Vom Kraterrand aus kann man nicht nur die tollen Farbspiele an den Kraterwänden und die an vielen Stellen austretenden Gaswolken des noch immer tätigen Vulkans bewundern, sondern man hat auch einen traumhaften Blick über einen großen Teil des Archipels. Ein bisweilen durchdringender Schwefelgeruch gehört allerdings dazu!

In dieser Bucht tauchten plötzlich unsere Freunde aus Sardinien Uli und Wisi mit ihrer "Milky Way" auf. Sie hatten Chartergäste an Bord und kamen gerade aus der Gegend, die wir in den nächsten Tagen anlaufen wollten. Da wurde natürlich die Möglichkeit genutzt, schnell noch Erfahrungen über Liegeplätze u.s.w. auszutauschen.

Für die Fahrt zur Hauptinsel Lipari benutzten wir ausnahmsweise mal nicht unser Boot sondern eine Fähre. Lipari hat uns sehr gut gefallen. Besonders schön fanden wir, dass am Nachmittag die Hauptstraße des Ortes für jeglichen Verkehr gesperrt wurde.  Binnen weniger Minuten wurden überall Tische, Stühle und Sonnenschirme rausgestellt und das gemütliche südländische Leben begann!

Die kleine Insel Salina besuchten wir dann wieder auf eigenem Kiel. Sie ist bisher vom Massentourismus noch recht verschont geblieben und macht einen netten und ruhigen Eindruck. 

Nun lag Sizilien vor unserem Kiel und unser erstes Ziel waren die Sanddünen am Capo Tindari. Es war nicht ganz einfach, die Einfahrt in die Lagune zu finden, da die Seekarten hier keine genauen Angaben bieten. Aber schließlich hat es doch geklappt und hinter den Dünen fiel der Anker auf 4m Sandgrund.

 

 

Tags darauf haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht, um das hoch oben auf dem Kap liegende Kloster (mit der schwarzen Madonna) und die antiken Ausgrabungsstätten zu besuchen. Der Aufstieg war herrlich mit wunderschönen Aussichten auf die Lagune. Erst von hier oben erschließt sich das einzigartige Naturschauspiel: kleine verschiedenfarbige Seen auf der hunderte Meter breiten Sanddüne Als wir aber das Kloster erreichten und auf der anderen Seite des Berges vielleicht 30...40 abgestellte Reisebusse entdeckten, ahnten wir, was uns erwartet. Schnell machten wir uns wieder aus dem Staub und zogen uns in die Einsamkeit der Natur zurück. Bei Sonnenuntergang haben wir gleich noch eine Wanderung um diese "Dünenseen" gemacht.

Nach einem weiteren ruhigen Tag in der Lagune steuerten wir unser nächstes Ziel Cefalu an, das wir nach einer Zwischenübernachtung in St.Agata di Militello am 13.6. erreichten.

Cefalu ist zwar inzwischen zu einer Touristenhochburg geworden, aber die Altstadt ist allemal einen Besuch wert!

Als wir am Folgetag gerade auslaufen wollten, tauchte Axel mit seiner "Möwe Jonathan" auf, den wir gerade ein paar Tage vorher in Tindari kennen gelernt hatten.

Vor uns lag jetzt die Etappe zur Hauptstadt Siziliens. Ein leichter NO mit 2-4 bft. sorgte dafür, dass wir unter Segeln in den Hafen von Palermo einlaufen konnten, und an der Südmole konnten wir im Bereich des Yachtclub Mediterraneo unser Boot festmachen.

Für Palermo hatten wir mehrere Tage eingeplant. Zur Erkundung der Stadt nutzten wir die offenen Doppeldecker-Busse, die für die Rundfahrten eingesetzt werden. Mit einem 24-Stunden-Ticket kann man die verschiedenen Linien in Anspruch nehmen und an den unterschiedlichen Haltepunkten der Stadt aus- und einsteigen.

Palermo mit wenigen Worten zu beschreiben ist absolut unmöglich. Wir  haben noch nie so viele historische Bauwerke auf engstem Raum gesehen, auch wenn einiges leider dem Verfall preisgegeben ist. Stundenlang sind wir durch die Straßen und Gassen gebummelt und haben uns dann erst am Abend in einem der urigen Restaurant niedergelassen.

 

 

3. Etappe:

 

Egadische Inseln-Südsizilien-Malta

 

vom 17.06. - 14.07.2006   (354 sm)  

 

 

Die Tage in Palermo waren laut, anstrengend, aber auch sehr erlebnisreich. Wir haben es nicht bereut, hier unser Boot festgemacht zu haben. Jetzt lockten uns aber wieder Ruhe, Einsamkeit und herrliche Natur, so dass wir am 17. Juni die Festmacher loswarfen. In kurzen Etappen wollten wir zu den Egadischen Inseln vor der Westküste Siziliens.

Unseren ersten Nachtankerplatz fanden wir östlich des Flughafens in einer weitläufigen Bucht. Den folgenden Tag segelten wir zum Capo San Vito. Vor dem Hafen fanden wir guten Ankergrund. Allerdings ist die Bucht von NO - SO offen. Der Wind meinte es aber gut mit uns und nicht einmal Schwell störte unseren Schlaf.

Tags darauf war mit Trapani wieder einmal eine größere Hafenstadt unser Ziel. Nachdem wir das Capo San Vito gerundet hatten, konnten wir bei mäßigem achterlichen Wind gut segeln. Vor dem Felseneiland Arsinella legten wir noch einmal einen schönen Ankerstopp ein, bevor wir gegen Abend in den Hafen von Trapani einliefen und am Schwimmsteg der Marina Navale festmachten.

Von einem anschließenden Besuch des Ortes waren wir aber total enttäuscht. Er schien völlig ausgestorben zu sein. Auf der breiten "Promenade" mit teuren Geschäften spazierten außer uns höchstens noch 4..5 Passanten, völlig untypisch für eine italienische bzw. sizilianische Hafenstadt! Eine Gaststätte konnten wir weit und breit nicht entdecken! Also machten wir uns wieder auf den Rückweg, um in der Gaststätte des Yachtclubs zu Abend zu essen. Das wurde dafür ein Volltreffer - das Essen war lecker, reichhaltig und preiswert.

Am nächsten Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Levanzo, unserer ersten Insel des 

Egadischen Archipels und fanden einen guten Ankerplatz in einer Bucht nahe des kleinen Hafens. 

Abends besuchten wir den verschlafenen und beschaulichen ,Hauptort der Insel. Nur wenige Touristen verlaufen sich hierher. Den nächsten Tag nutzten wir für eine Inselrundfahrt. Eigentlich wollten wir die kommende Nacht in einer Bucht an der Südküste von Favignana vor Anker gehen, aber im Laufe des Tages baute sich ein immer kräftiger werdender Wind mit entsprechender Welle aus SO auf und wir zogen es deshalb vor, im Hafen von Favignana, der Hochburg des Tunfischfangs, Schutz zu suchen. Vorher allerdings verbrachten wir noch ein paar erlebnisreiche Stunden in einer weitläufigen, von Felsen mit herrlichen Grotten gesäumten Bucht an der Westküste von Levanzo. 

 

Im Hafen von Favignana fiel der Anker vor den alten Bootshallen.

Die Tunfischsaison war bereits vorüber und jeden Tag fuhren mehrere Arbeitsschiffe mit eine bunt zusammengewürfelten und verwegen aussehenden Mannschaft hinaus, um die mehrere km langen Leit- und Fangnetze abzubauen. Abends war dann entsprechende Stimmung in den vielen Restaurants und Bars. Wir fanden diesen Ort geradezu faszinierend. Keine Spur von Massentourismus aber dafür lebendig und noch ursprünglich. Da uns der Südwind eh noch etwas festhielt, liehen wir uns an einem Tag Fahrräder aus, um die Insel auch per pedes zu erkunden. Dabei fanden an der Nordküste auch die bekannten Steinzeit-Höhlen.

Eine Drehung des Windes auf Nord gab uns den Anstoß, endlich auszulaufen und unser Boot in die Bucht Rotonda auf der Südseite der Insel zu verlegen. Erste Erkundungen über die fast kreisrunde Bucht hatten wir bereits per Fahrrad eingezogen. Wir fanden auch einen sehr schönen Ankerplatz, allerdings stand für einige Stunden noch ein tüchtiger Schwell durch den Wind der vergangenen Tage, aber die Nacht war ruhig und traumhaft schön.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Marsala, den wir bei wechselnden Winden teils unter Segel teils  mit Maschine zurücklegten. Am Nachmittag fiel der Anker im nördlichen Hafenbecken.

Abends kam kräftiger Wind und Schwell auf aber wir fühlten uns vor Anker ganz sicher. Es war auch rundum genügend Platz, so dass wir niemanden behinderten. Das sahen wohl nicht alle so, denn gegen 23.00 Uhr kam plötzlich die Hafenpolizei und verwies uns an die Nordmole, zwischen lauter Fischerboote und kreuz und quer liegende Bojen. Nachts im Dunkeln, bei Wind, der uns auch noch gegen die Mole drückte, war es das "reinste Vergnügen", in eine schmale Lücke zu steuern, ohne anzuecken oder irgendwelche Leinen mit der Schraube einzufangen. Dieses Auftreten der Hafenpolizei kann man wohl nur als "Schikane" bezeichnen.

Marsala ist weltweit berühmt für seinen speziellen Wein ( ähnlich dem "Madeira" oder dem "Cherry" ). Es gibt hier mehrere Weinfabriken, die (touristisch aufgemotzt) zur Besichtigung einladen. Auch wir haben uns einer Reisegruppe angeschlossen (damit wir was von der Führung verstehen) und fanden es ganz interessant. Natürlich haben auch wir zum Abschluss der Führung ein paar Flaschen "Marsala" besonders günstig (?) erstanden.

Nachdem es uns auch noch gelungen war, ein neues 12 V Netzteil für unser Notebook aufzutreiben, haben wir am 26.6. spät nachmittags den ungastlichen Hafen verlassen. Bis nach Mazara del Vallo waren es 15 sm, die wir gegen leichten Wind und Welle zurücklegen mussten. In der Marina in Mazara waren Gäste nicht willkommen. Obwohl noch freie Liegeplätze vorhanden waren, wurden wir abgewiesen. Vorsichtig tasteten wir uns den in den Hafen mündenden Fluss aufwärts, vorbei an Booten aller Art und abgesoffenen Kähnen. Das Echolot brachte schon längst kein Ergebnis mehr. An einer Stelle verbreiterte sich der trübe Wasserlauf etwas und am Ufer waren Poller aus Holz und Beton zu erkennen. Als wir unser Boot dorthin manövriert hatten und es mit unseren Festmachern noch ein paar Meter weiter ziehen wollten, blieb das Ruder im Schlick stecken. Behutsam zogen wir das Boot wieder zurück und machten fest. Wir lagen direkt an einem großen Parkplatz gegenüber dem Fisch-Auktionshaus.

 

  Nachts fanden wir keine Ruhe, bis nach Mitternacht war auf der Straße und dem Parkplatz ein ständiges Kommen und Gehen. Früh gegen 04.00 Uhr rückten Transporter und Lastwagen an, um auf die zurückkehrenden Fischer zu warten. Wir konnten noch froh sein, dass die Fahrer die Wartezeit nicht in unserem Cockpit verbracht haben. Für uns höchste Zeit, den Platz zu räumen. Beim ersten Tageslicht haben wir uns wieder aus dem Hafen getastet. Außerhalb haben wir dann vor der Stadt den Anker fallen lassen, um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf nachzuholen.

Am späten Vormittag ging es dann weiter nach Sciacca, wo wir von freundlichen Mitarbeitern des Yachtclubs "Lega Navale" einen Liegeplatz zugewiesen bekamen. 

Die nächsten 31 sm nach San Leone legten wir bei kräftigem SW-Wind in nur 5 Stunden zurück. Vor der Marina fanden wir im Hafenbecken einen guten Ankerplatz. Da in der Nacht der Wind nicht nachließ und am nächsten Morgen sogar Sturmstärke erreichte, entschieden wir uns, besseres Wetter im Hafen abzuwarten. Am 1. Juli ging es dann nach Licata und von dort, dicht vorbei an den Erdöl-Bohrinseln vor Gela, nach Scogliatti, wo wir am Schwimmsteg des Yachtclubs festmachen konnten.  Scogliatti sollte unsere vorerst letzte Station auf Sizilien sein, denn von hier hatten wir den Absprung nach Malta geplant.

Im ersten Morgengrauen machten wir uns auf die 60 sm lange Strecke nach Malta. Gegen 10.00 setzte ein Wind aus West ein, der stetig zunahm und uns eine zügige Fahrt bescherte. Schon bald mussten wir das 1. Reff in das Großsegel einbinden. Auch sonst war einiges los auf dem Wasser. Besonders der starke Schiffsverkehr war zu beachten. Mehrmals entdeckten wir große Wasserschildkröten, die dann beim Näherkommen aber vorsichtshalber auf Tauchstationen gingen. Beim Eintritt in die maltesischen Hoheitsgewässer meldeten wir uns vorschriftsmäßig über Funk an und wurden aufgefordert, unmittelbar nach Erreichen des Hafens beim Zoll einzuklarieren.

Der Wind blies nun schon seit mehreren Stunden mit 20-25 kn aus West und hatte eine heftige Welle entfacht. Wir waren deshalb froh, am späten Nachmittag den Windschutz der Insel Gozo erreicht zu haben und um 17.00 Uhr machten wir an einem uns über Funk zugewiesenen Steg im Hafen von Mgarr fest. Die Mitarbeiter der Zollbehörde hatten noch auf uns gewartet und in wenigen Minuten waren alle Formalitäten unbürokratisch erledigt.

Beim Abstellen des Motors hatte es fürchterlich im Motorraum gekracht und gerumpelt. 

Diagnose: Bruch einer Motoraufhängung!

Trotz eifriger Bemühungen war auf Gozo kein passendes Ersatzteil zu finden, und so mussten wir telefonisch eine Lieferung aus Deutschland veranlassen.

Wir hatten nun Zeit, um Gozo und später die Hauptinsel Malta zu erkunden (die defekte Aufhängung hatte ich nur provisorisch repariert und wir mussten sehr vorsichtig mit der Maschine umgehen). Zuerst verbrachten wir vor Gozo an der NW-Küste eine Nacht in der fast kreisrunden, wildromantischen und einsamen Dwejra Bay. Dann setzten wir Richtung Malta in die St. Pauls Bay über, wo wir kurz vor dem Ort einen (belebten) Ankerplatz fanden. Tags darauf segelten wir zur Hauptstadt Valetta. In der Msida Marina war kein Platz zu bekommen, haben dann aber über Telefon von der Grand Harbour Marina eine Zusage erhalten und am Nachmittag dort an einem Fingersteg festgemacht.

Jetzt hatten wir ein paar Tage auf Malta vor uns, und wir wollten etwas von der Insel sehen. Unter anderem interessierten uns die alten Städte Mdina und Rabat. Um dorthin zu gelangen, benutzten wir das gut ausgebaute und preiswerte Busnetz.

Die Busverbindungen auf Malta sind gut, preiswert und gewöhnungsbedürftig. Bei halsbrecherischer Fahrt mit offenen Türen durch die engen und belebten Straßen kassierte der Fahrer nebenbei auch noch das Fahrgeld.

Nach einigen Tagen Großstadt wollten wir mal wieder etwas Ruhe haben und suchten uns einen neuen Ankerplatz in der berühmten "Blauen Lagoone" vor der Insel Comino (dort lagen wir auch direkt gegenüber von Mgarr, wo wir noch unsere Ersatzteilsendung aus Deutschland erwarteten). Aber was sich in dieser landschaftlich so schönen Bucht abspielte, war unbeschreiblich: tagsüber "kochte" das Wasser von den ständig ein- und auslaufenden Ausflugsbooten und Motoryachten, und nachts tobte die Disco auf speziellen Party-Kähnen bis Mitternacht.

Wir waren deshalb froh, als wir telefonisch die Nachricht erhielten, dass die Ersatzteilsendung in Mgarr eingetroffen sei,  und am 15. Juli verließen wir Malta.

 

4. Etappe: 

 

Ostsizilien - italienische Südküste 

 

vom 15.07. - 29.07.2006  (275 sm)

 

 

Im Gozo-Kanal blies uns noch ein kräftiger Wind entgegen, aber nachdem wir die offene See erreicht hatten, konnten wir Segel setzen.

Gegen Mittag tauchten an unserem Boot mehrere sehr große Delfine auf und begleiteten uns eine ganze Weile. Auch an zwei Schildkröten glitten wir dicht vorbei.

Der Großschiffsverkehr im Maltakanal ist recht heftig. Teilweise mussten wir uns durch ein "Rudel" von bis zu 5 Containerriesen durchkämpfen. Auch in Küstennähe von Sizilien wurde es nicht weniger.

Am frühen Nachmittag erreichten wir vor der SO-Küste von Sizilien die Insel Passero, wo wir noch einmal einen Badestopp einlegten, bevor wir die letzten Meilen nach Marzamemi unter Maschine zurücklegten und dort am Steg der Marina festmachen konnten.

Die nächsten 25 sm nach Syracus wurden bei leichtem Gegenwind zu einer langweiligen "Dampferfahrt". Von unterwegs hatten wir uns bereits per Telefon in der "Marina Yachting" in Porto Grande angemeldet und bei unserer Ankunft einen guten und ruhigen Liegeplatz bekommen. Gleich neben uns lag die "Tea Time" von Andreas, den wir vor etwa 1 Monat in St. Agata di Militello kennen gelernt hatten.

Der Abend und der folgende Tag waren für Syracus "reserviert". Diese Stadt gefiel uns ganz    ausgezeichnet. Besonders auffällig waren die vielen verschiedenfarbigen Oleanderbäume, die die Straßen säumten. Den weiten Anmarsch zu den historischen Ausgrabungsstätten und zum Museum  hätten wir uns allerdings sparen können - montags ist Ruhetag!

Am folgenden Tag sollte es wieder weiter gehen, aber als wir die große Bucht verlassen hatten, blies uns ein recht heftiger Wind auf die Nase, Das wollten wir uns nicht antun und so kehrten wir um und ließen in der NW-Ecke der Marina Grande unseren Anker fallen.

Tags darauf hatte sich das Wetter beruhigt und wir konnten Richtung Norden weiterreisen. Vorbei an dem riesigen Erdölhafen von Augusta und Catania erreichten wir gegen Abend den Hafen von Riposto. Die letzten Meilen hatte  uns ein aus der Straße von Messina kommender Wind mit einer recht chaotischen Welle ziemlich zu schaffen gemacht.

In Riposto lagen wir direkt am Fuße des Vulkans Ätna. Zu unserer Überraschung war der Vulkan recht aktiv.

Die Eruptionen und der talwärts fließende Lavastrom waren sehr gut zu erkennen und bildeten für uns ein allabendliches Schauspiel.

   Die althistorische Stadt Taormina gehörte mit zu unserem Besuchsprogramm. Da vor Taormina kaum geeignete Ankerplätze vorhanden sind, hatten wir uns entschieden, von Riposto aus den Bus zu nutzen, wie sich später zeigte, eine gute Entscheidung. Die Fahrt war bequem und    preiswert. Taormina selbst war allerdings von Touristen total überlaufen. Dem "angepasst" waren auch die Preise für Essen, Getränke, Eis...! 

Am 23. Juli wollten wir Sizilien verlassen und die Passage nach Roccella Jonica in Angriff nehmen. Vor uns lagen 95 sm, deshalb wollten wir schon früh 04.00 Uhr den Anker lichten. daraus wurde aber erst einmal nichts - der Anker hatte sich im Hafenbecken in etwa 6m Tiefe unter einer Stahltrosse verfangen. Alle Bootsmanöver halfen nichts, Klaus musste seine Tauchausrüstung anlegen und runtertauchen. Die Sicht war dicht über dem Schlickgrund praktisch "0", aber der Anker ließ sich doch recht leicht unter dem Stahlseil vorziehen, und mit einer Stunde Verspätung konnten wir endlich den Hafen verlassen. Aber schon nach wenigen Meilen setzte ein immer stärker werdender Wind aus NO ein und zwang uns,  den Rückzug anzutreten. Da wir nicht wieder nach Riposto zurück wollten, segelten wir nach Aci Trezza und ließen dort vor der Küste auf 10m Tiefe den Anker ab. Der gesamte Küstenabschnitt war von Booten, vorwiegend Motoryachten aller Größe, übersäht. Am frühen Nachmittag strömten die plötzlich alle, wie ein Heuschreckenschwarm, nach Norden davon.

Etwa eine Stunde später donnerte plötzlich eine Jagdfliegerstaffel  (9 Düsenjäger) über uns hinweg und begann, uns mit einem eindrucksvollen Kunstflugprogramm zu begeistern. Die Vorführung, die sich fast über unserem Ankerplatz abspielte, dauerte fast eine Stunde. Kurze Zeit später begann plötzlich das Meer um uns "zu kochen". Hunderte Motorboote, die sich für diese Flugshow in der Nähe des Flugplatzes aufgehalten hatten, jagten nun dicht an uns vorbei ihrem Heimathafen zu. Dieser Spuk dauerte vielleicht eine halbe Stunde, dann trat endlich wieder Ruhe ein.

 

Inzwischen hatten wir uns entschieden, die Passage nach Roccella nachts in Angriff zu nehmen. Aber als wir gegen 19.00 Uhr den Anker hoch holen wollten, hing er wieder fest. Also musste Klaus wieder abtauchen und den Anker (diesmal in 10m Tiefe) aus einer Felsspalte befreien. 

In der Nacht bauten sich  kräftiger Wind und Welle (anfangs aus NO, in der späten Nacht auf NW-drehend) auf. Erst als wir gegen Morgen den Einflussbereich der Straße von Messina verlassen hatten, trat erholsame Ruhe ein.

Die folgenden Stunden legten wir bei ruhigem Wasser zurück und am frühen Nachmittag machten wir in der halbfertigen Marina von Roccella Jonica am Schwimmsteg fest. Hier gönnten wir uns einen Tag Ruhe. In diesem Hafen lernten wir auch Valerie und Jens mit ihrer "Emocean" kennen und verbrachten einen sehr netten Abend zusammen. Sie hatten mit der Türkei das gleiche Ziel wie wir, allerdings dafür eine andere Route vorgesehen.

Am nächsten Morgen verließen wir mit unseren Booten gemeinsam die Marina, Valerie und Jens mit Ziel Crotone und wir nach La Castella, wo wir unser Boot am späten Nachmittag im hübschen kleinen Hafen an der Mole festmachen konnten.

 

 

5. Etappe: 

 

Griechenland/Ionische Inseln-Kanal v. Korinth  

 

vom 29.07. - 23.08.2006   ( 519 sm )

 

 

Der kleine Ort La Castella bot uns für ein paar Tage einen ruhigen und sicheren Platz. Vor der Küste befindet sich ein großes Unterwasser-Naturschutzgebiet, besonders für Taucher ein lohnendes Ziel.

Am 29. Juli „verabschiedeten“ wir uns endgültig von Italien und nahmen Kurs auf Griechenland.

Der wegen seiner oft unberechenbaren und heftigen Winde in einem „schlechten Ruf„ stehende Golf von Taranto meinte es ausnahmsweise mal gut mit uns und bescherte uns eine leichte Brise aus West. 

Nach Mitternacht verließen wir den Ausläufer des Golfs von Taranto und fuhren in die Straße von Otranto ein, den südlichsten Teil der Adria.. Der Schiffsverkehr war erstaunlich gering, erst gegen Morgen kreuzten mehrere Schiffe aus der Adria kommend unseren Kurs.

 

   Inzwischen hatte ein leichter Wind aus SO eingesetzt, so dass wir uns für einen windgeschützten  

   Ankerplatz an der Nordküste der kleinen Insel Othonoi entschieden, am Nachmittag aber dann 

   das Boot noch nach Errikousa verlegten.

    Griechenland war erreicht! Am nächsten Morgen ging es Anker auf, und bei herrlichem Segelwind  

   aus NW setzten wir unsere Reise Richtung Korfu fort.

   Die Nordküste ab dem Kap Drastu war äußerst eindrucksvoll. Steile Sandsteinfelsen in   

   verschiedenen Farbschattierungen bildeten eine tolle Kulisse. Auf dem Meer  erstreckte sich 

   davor ein ausgedehntes Flachwasser-Gebiet, das uns zur äußersten Vorsicht veranlasste.

   Nachdem wir das Kap Aikatorini im Nordosten der Insel erreicht hatten, wurden Wind und Welle ruppiger. In der „Düse“ zwischen Korfu und Albanien blies es dann mit 25...28 kn aus Nord, und nur mit gereffter Fock trieben wir zügig nach Süden.

 

Nach einer ruhigen Nacht in einer Bucht südl. des Kap Kouloura segelten wir am kommenden Tag nach Gouvia und machten dort in der modernen Marina fest. Auf dem Weg von der Einfahrt in die große Bucht bis zur Marina ist unbedingt auf die Betonnung zu achten, denn ein ausgedehntes Flach kann zu einer bösen Falle werden. Auch sollte man sich nicht erschrecken, wenn plötzlich neben oder vor dem Boot ein Wasserflugzeug aufsetzt.

In Gouvia konnten wir uns wieder ausgiebig mit Verpflegung und Getränken versorgen.

Die Marina selbst befindet sich in einem Top-Zustand: Wasser, Strom, sehr gute Sanitäreinrichtungen, Wäscherei, Internet-Hotspot (kostenlos) und Internet-Point, Supermarkt, mehrere gute Gaststätten, Yachtausrüster...

Die nächsten 2-3 Wochen wollten wir nun zwischen den Ionischen Inseln verbringen. Wir waren uns natürlich darüber im Klaren, dass der August nicht gerade eine ideale Zeit für einen Segeltörn in Griechenland ist. Die teilweise mörderische Hitze und die allgegenwärtigen Charter-Flottillen gingen uns schon manchmal auf den Geist. Auch die großen Luxus-Motoryachten, die mit ihren 100m langen, kreuz und quer verlegten Festmacherleinen ganze Ankerbuchten blockierten und vorzugsweise nachts mit ihren Dieselgeneratoren Gestank und Lärm verbreiteten, wurden nicht gerade unsere Freunde.

Trotzdem hatten wir schöne Erlebnisse in diesem landschaftlich wunderschönen Gebiet. Mehrere Tage kreuzten wir zwischen den Inseln Korfu, Paxos und dem Festland, meist bei kräftigem Segelwind.

Der nächste Hafen auf unserer Tour war dann Levkas. Die Fahrt durch den schmalen Kanal bis zur Stadt war schon ein kleines Erlebnis. Die Marina ist modern und gut ausgerüstet, freundliches Personal. Der Ort Levkas ist schon etwas ungewohnt (er war in den 60ger Jahren durch ein Erdbeben fast völlig zerstört worden). Die Glockentürme der Kirchen bestehen seitdem aus erdbebensicheren Stahlkonstruktionen, viele Häuser sind mit Wellblech 

verkleidet. Aber das tut dem pulsierenden Leben auf den Straßen und in den vielen Restaurants 

keinen Abbruch. Uns hat Levkas sehr gut gefallen.

Als wir am nächsten Tag nachmittags in die Bucht Vlychon im Norden von Levkas einliefen, kreuzte 

vor uns die „Ikarus“ mit Veronika und Günter. Wir waren einige Jahre Stegnachbarn auf Sardinien 

und  hatten uns hier verabredet. Gemeinsam verbrachten wir ein paar schöne Tage, bevor Sie nach Kastos weitersegelten. Wir fuhren zuerst zuerst zur Insel Meganision mir ihren vielen Buchten und danach nach Ithaka.

Unser Ziel auf Ithaka war die Bucht Sarakiniko, im Küstenhandbuch als „landschaftlich äußerst reizvoll aber auch starken Fallböen ausgesetzt“ beschrieben. Da wir die letzten 10 sm bereits unter kräftigem wind aus NW zurückgelegen mussten, hätte uns der Hinweis eigentlich Warnung genug sein sollen. Wir nahmen es aber nicht so ernst. Gegen 16.00 liefen wir in die Buchtein und fanden auch noch einen Ankerplatz. Allerdings war der Meeresgrund stark abschüssig, was mir gar nicht so recht gefiel.

Die ersten starken Fallböen fegten kurz vor Sonnenuntergang von den steilen Hängen herab. Von 2 Seiten fielen sie abwechselnd mit bis zu 45 kn über uns her. Der Anker hatte keine Chance und wurde mehr und mehr in tieferes Wasser gezogen. Auch ein erneuter Ankerversuch dichter unter Land brachte keinen Erfolg. Uns blieb nur die Flucht in den großen Hafen von Vathi. Während ich am Ruder saß und verzweifelt in die völlige Finsternis starrte, navigierte Heidi unter Deck mittels GPS und elektr. Seekarten und rief mir die notwendigen Kurskorrekturen zu. Erst als kurz vor Mitternacht die Einfahrt in die große Bucht von Vathi vor uns lag und die Beleuchtung des Ortes zu erkennen war, konnten wir aufatmen.

Von Ithaka aus setzten wir wieder zum Festland über und liefen am 17. August in den Golf von Patras ein. Dieses gebiet zwischen dem Festland und der größten griechischen Insel Peloppones hat einiges an Interessantem zu bieten. 

Da wäre Mesolongion mit der ca 3 sm langen Zufahrt durch das Flachwassergebiet, vorbei an Fischerhütten auf Stelzen. 

Ein weiterer Höhepunkt ist die neue Brücke bei Rion. Wenige sm NO der Brücke befindet sich der mittelalterliche Hafen von Nevpaktos (für mehr als 2 Segler ist da kein Platz!). Vor der Insel Trizonia fanden wir einen sicheren und ruhigen Liegeplatz in der im Bau befindlichen Marina.  

Der belebte Ort Galaxeidi war zwar wenig erholsam, dafür aber ein geeigneter Ausgangspunkt für einen Tagesausflug nach Delphi. Dieser Ausflug (bei  42°C mit einem Linienbus) wurde zu einem echten Erlebnis. Es ist schon beeindruckend, was auf dem großen Freigelände und besonders in dem angeschlossenen Museum an prächtigen Monumenten, Skulpturen und anderen antiken Kunstwerken zu sehen ist.

Nach diesem Kulturerlebnis setzten wir unseren Kurs Richtung Osten fort und erreichten 2 Tage später die Einfahrt zum Kanal von Korinth. Nach 2 Stunden Warteschleife wurde die Passage in West-Ost-Richtung freigegeben. Nach 2 großen Frachtschiffen ordneten sich die Motorboote und zum Schluss die Segler in die „Karawane“ ein und mit 4 Knoten ging es durch die schmale, tief in die Felsen geschnittene Fahrrinne. 

 

Für uns war das ein einmaliges Erlebnis und der Camcorder kam kaum zur Ruhe. Die bürokratischen Formalitäten am Ostausgang des Kanals einschließlich des Abkassierens der recht üppigen Gebühren nahm noch einige Zeit in Anspruch, und dann konnten wir in die Ägäische Inselwelt auslaufen.

 

6. Etappe: 

 

Kanal v. Korinth - Ägäisches Meer - Türkei    

 

vom 24.08. - 01.10.2006   ( 675 sm )

 

 

Nachdem wir alle Formalitäten erledigt und auch unsere Kanalpassage bezahlt hatten, mussten wir uns am Nachmittag nach einem geeigneten Ankerplatz umsehen. Wir entschieden uns für die Bucht von Korphos, wo wir zwischen vielen anderen Yachten eine ruhige Nacht verbrachten.

Den folgenden Tag lockte es uns zu einer im Küstenhandbuch traumhaft beschriebenen Ankerbucht  östlich der Isola Angistri. Als wir dort ankamen, stellten sich unsere Nackenhaare auf: die Bucht war gekracht voll, und einige unserer „beliebten“ engl. Motoryachten warteten schon auf uns. Da wir an diesem Tag aber nicht weiter wollten, quetschten wir uns noch zwischen 2 Boote und ließen uns stundenlang vom Lärm der Dieselgeneratoren voll dröhnen. Am nächsten Morgen verließen wir fluchtartig den „gastlichen“ Platz und segelten die 45 sm nach Lavrion.

Dieses Seegebiet südlich von Athen ist bekanntermaßen sehr stark befahren und besonders auf die vielen Schnellfähren musste sorgsam acht gegeben werden.

Am frühen Abend machten wir unser Boot in der Olympic Marina von Lavrion fest. Die Gebühren waren mit 38,- € zwar recht üppig, aber dafür wurden wir mit super-Sanitäranlagen, Strom, Wasser und guten Versorgungsmöglichkeiten entschädigt.

Die Ziele für die nächsten Tage waren die Inseln Kea, Kythnos und Syros.

Vor Kea fanden wir einen ordentlichen Ankerplatz in der Bucht Nicolaou vor den alten Kohlebunkern.

Kythnos hatte uns besonders gut gefallen. Nachdem wir eine Nacht an der Westseite in der Bucht Apokreiosi verbracht hatten, wechselten wir am nächsten Tag an die NO-Seite nach Loutron. Hier konnten wir an der Außenmole des Hafens festmachen (Liegeplatz incl. Wasser + Strom kostenlos). Am Nachmittag besuchten wir die hübsche und liebevoll gepflegte Hora der Insel.

An der Insel Syros war es nicht so einfach, einen ordentlichen Ankerplatz zu finden. Letztendlich entschieden wir uns, den Anker vor dem Militärhafen auf 5 m steinigem Grund fallen zu lassen. Der Platz war allerdings recht unruhig und starkem Schwell ausgesetzt, so dass wir bald nach Sonnenaufgang das Weite suchten. Wir rundeten das Kap Velostasi und nahmen Kurs auf Mykonos. Westlich von Mykonos liegt die kleine Insel Rinneia, an deren Südküste eine Bucht tief in das Eiland einschneidet. Auf  4 m Sandgrund fanden wir einen guten und geschützten Ankerplatz.

Bisher hatte uns der berüchtigte Meltemi verschont, aber am Abend begann es, kräftig zu blasen und in der Nacht fauchten die Böen bereits mit bis zu 40 kn über uns hinweg. An eine Weiterfahrt war vorerst nicht zu denken. Da wir auch keinen Zeitdruck hatten, richteten wir uns auf einen etwas längeren Aufenthalt ein. Inzwischen hatten auch noch andere Boote in der Bucht Zuflucht gefunden.

Nach 2 Tagen hielten wir es aber doch nicht mehr aus und wir ließen uns vom Meltemi und kräftiger Welle nach Süden treiben. Aber so richtig gemütlich wurde die Fahrt natürlich nicht, und so waren wir froh, in einer großen Bucht im Norden der Insel Paros einen (vor Wellen) geschützten Ankerplatz zu finden. Die Sturmböen sausten uns aber weiterhin um die Ohren.

Tags darauf setzten wir mit dem Schlauchboot zum Strand über und statteten dem hübschen Hafenstädtchen  Naousa  einen Besuch ab. Leider war der Fährbetrieb wegen des Sturms eingestellt, so dass wir ein Taxi nehmen mussten.

  

Am 3. Tag ließ der Meltemi etwas an Stärke nach und wir beschlossen, die Bucht zu verlassen und nach Naxos überzusetzen. Wir hätten wohl doch lieber noch einen Tag warten sollen – der Starkwind der letzten Tage hatte eine ruppige Welle aufgebaut, die genau auf der Einfahrt der Bucht lag. Nachdem wir uns da durchgekämpft hatten, begaben wir uns (freiwillig) auf Legerwall. Die vielen Riffe und Felsen an der Nordküste von Paros, die wir in geringem Abstand passierten, wirkten nicht gerade sehr beruhigend auf uns. Hinzu kam, dass der Wind inzwischen wieder auf 6 bft aufgefrischt hatte.

In der Marina von Naxos fanden wir einen freien Platz an einem Schwimmsteg und konnten uns dann erst einmal etwas erholen. Die Marina liegt direkt vor der Stadt.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Insel mit einem Mietwagen. Naxos ist sehr gebirgig (bis 1000m hoch). Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und wir haben diese Fahrt nicht bereut.

An den folgenden Tagen änderte sich das Wetter nicht sehr. Während in den frühen Morgenstunden meist nur geringer Wind zu verzeichnen war, setzte regelmäßig gegen Mittag der Meltemi ein und steigerte sich schnell auf  7-8 Windstärken, die dann erst nach Sonnenuntergang langsam nachließen.

Am 5. September verließen wir Naxos, um in mehreren Tagesetappen über Schoinousa und Antikaros nach Amorgos zu segeln.

In Amorgos legten wir uns in der großen Bucht Katapola an die Stadtmole. Tags darauf machten wir einen erlebnisreichen Ausflug zum Kloster Hosoviotissa, das von nur 3 Mönchen bewohnt wird.

 

Für die kommenden Tage war wieder Starkwind angekündigt und zwischen den vielen Charteryachten und Motorbooten, die alle mehr oder weniger fachmännisch vor Buganker lagen, fühlten wir uns nicht recht wohl. Wir legten deshalb noch am Nachmittag nach unserem Ausflug ab und verholten uns in die rundum geschützte Bucht Katalyri zwischen der kleinen Insel Nikouria und  Amorgos. Auf dem Weg dorthin hatten wir mit gut 3m Welle zu kämpfen und kamen dabei um einen „Vollwaschgang“ nicht herum. In der großen Bucht fiel dann der Anker vor dem Strand auf 5 m Sandgrund und am Abend wurde am Strand gemütlich gegrillt.

In der Nacht beglückwünschten wir uns zu der Entscheidung, die Mole von Amorgos verlassen zu haben. Schwere Sturmböen fegten über uns hinweg. Gegen Morgen setzte ich noch einen zusätzlichen Anker. Die Böen erreichten teilweise fast 50 kn, aber die Anker hielten felsenfest im Sandgrund.

 

Und ausgerechnet in dieser Abgeschiedenheit ereilte uns die traurige Nachricht, dass Heidis Vater plötzlich und für alle überraschend verstorben ist. Natürlich wollte sie so schnell wie möglich nach Hause fliegen, aber wie? Die nächstgelegenen Flughäfen lagen auf Naxos und auf Kos. Wir entschieden uns für Kos, einmal, weil diese Insel auf unserer Route lag und zum anderen, weil wir dorthin nicht gegen den Meltemi ankämpfen müssten. Bei dem gegenwärtigen Sturm war es allerdings völlig aussichtslos, die geschützte Bucht zu verlassen. In der Hoffnung auf eine Wetterbesserung buchten einen Flug nach Deutschland für einige Tage später.

Insgesamt eine Woche hatte uns der Sturm festgehalten, bevor wir am 16. September endlich die Bucht verlassen konnten.   

 

Nach 21 sm durch aufgewühlte See machten wir unser Boot in einer langen, schmalen Bucht im Süden von Kynaros an einer Boje fest, wo wir wie in einem Windkanal lagen. Tags darauf segelten wir eine kurze Strecke nach Levitha. Beim Einlaufen in die große geschützte Bucht fiel uns gleich eine Yacht auf, die uns bekannt vorkam. Es war die „Emocean“ mit Valerie und Jens, mit denen wir in Roccella Jonika gelegen hatten. Den Abend verbrachten wir gemeinsam in der gastlichen und einzigen Taverne der Insel.

Am nächsten Tag liefen wir gleichzeitig mit der „Emocean“ aus, die beiden wollten direkt nach Kos und wir hatten uns noch eine Zwischenübernachtung  auf  Kalymnos vorgenommen.

Einen Tag später setzten wir mit unserem Boot zu dem kleinen Hafen Mastikhari auf Kos über, so dass Heidi rechzeitig ihr Flugzeug erreichen konnte.

Nachdem ich nun allein auf dem Boot zurückgeblieben, war segelte ich zuerst nach Kos und von dort nach Bodrum, um  für die Türkei einzuklarieren. Von Bodrum aus ging es in die hübsche Bucht Knidos an der Halbinsel Datca und anschließend  nach Symi, wo ich mich in der großen, fast kreisrunden Bucht Panormitis mit dem großen Kloster vor Anker legte.

Nach einem weiteren Stop am einem „Kneipensteg“ in der Bucht Ciftlik lief ich am 26. September in die Bucht von Marmaris ein und machte dort unsere Yacht in der YAT-Marina  fest.

 

Damit war unser eigentlicher Sommertörn 2006 beendet. Seit Mai hatten wir von Sardinien bis in die Türkei rund 2500 Meilen zurückgelegt. Obwohl wir uns dabei recht viel Zeit gelassen hatten, sind viele schöne Plätze doch zu kurz gekommen. Das nächste Jahr wollen wir dazu nutzen, einige besonders interessante Fleckchen noch einmal zu besuchen.

 

Nachdem ich in Marmaris alle notwendigen Formalitäten für das Winterlager erledigt hatte, standen noch 4 Wochen „Buchtenbummeln“ an. Zuerst brachte ich unser Boot in 2 Etappen nach Göcek und holte Heidi vom Flugplatz in Dalaman ab.

Die große Bucht von Fethiye bietet eine Vielzahl schöner Ankerbuchten, und so tingelten wir von einer zur anderen, hauptsächlich darauf bedacht, einen schönen und vor allem ruhigen Platz zu finden. Einen besonders romantischen Platzt fanden wir in Siralibük Koyu, einer kleinen Bucht mit grobem Kies und einem einsamen Strand. 

 

Zusätzlich zu unserem Anker brachten wir 2 Heckleinen zum Land aus. Das   abendliche Lagerfeuer unter glitzerndem Sternenhimmel wurde ein echter   Stimmungs-Höhepunkt und wir wollten so schnell eigentlich gar nicht wieder weg 

von hier. Am nächsten Tag nahm uns das Wetter aber die Entscheidung ab. Am Nachmittag setzte urplötzlich Sturm aus SO ein. Als der Anker zu slippen begann, startete ich die Maschine, konnte aber damit nicht genügend Druck erzeugen. Immer weiter wurden wir Richtung Felsen gedrückt. Wir mussten die Heckleinen abwerfen und konnten dann endlich das Boot gegen den Wind und die Wellen bewegen. Schnell holten wir den Anker auf und suchten in einer gegenüberliegenden Bucht Schutz vor den Elementen. Leider lag hier schon ein großer türkischer Motorsegler (Gulet), der mit seiner Ankerkette und den Landleinen keinen Platz mehr für uns gelassen hatte. Aber nach ein paar verzweifelten „Ehrenrunden“ erbarmte sich der Kapitän und gab uns ein Zeichen bei ihm längsseits zu gehen. Hier waren wir in Sicherheit und hatten dieses Abenteuer ohne Schaden überstanden. Unsere abgeworfenen Landleinen holten wir, nachdem der Sturm abgeflaut war, mit dem Schlauchboot zurück.

 

Ein paar Tage später reiste unser Enkel Fritz (8J.) mit dem Flugzeug in Antalya an. Von dort holten wir ihn mit einem Mietwagen ab. In den folgenden Wochen verbrachten wir Drei gemeinsam eine schöne und erholsame Zeit in den vielen Buchten um Göcek / Fethiye.

  

Für Fritz war es ein tolles Erlebnis, tagelang ungebunden und frei von jeglichen Zwängen zu leben – baden, schnorcheln, Lagerfeuer, segeln.... Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei und am 26.Oktober brachte ich Heidi und Fritz wieder zum Flughafen,  während ich anschließend unsere SOLEIL noch die 50 sm nach Marmaris zurücksegeln musste.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Klaus Lange