Pleiten, Pech und Pannen - unser Urlaubstörn 2004 mit vielen Überraschungen

 

 

Auf unseren Segelurlaub im Juli hatte ich mich mit meiner Frau Heidi schon ein ganzes Jahr gefreut. 3 Wochen lang sollte es von Sardinien nach Elba und über Korsika zurück nach Sardinien gehen. Auf Elba wollten wir uns mit unseren Kindern + Enkelkindern treffen und eine Woche gemeinsam verbringen.

 

2 Tage vor unserer Abreise warf ich noch einmal im Internet einen Blick auf die Wetterinformationen von wetter.online. Die bisher vorherrschenden südlichen Winde sollten im Verlauf der nächsten Tage auf NW bis N drehen, mit 15..25 kn. Heidi habe ich vorsichtshalber gar nicht erst was davon erzählt.

 

Am Sonntag, dem 18.7.04 kamen wir mit der Fähre auf Sardinien an und fanden unser Boot segelfertig vor. Im Salon fanden wir von unseren Freunden Maja und Frank, dis vorher mit dem Boot Segelurlaub gemacht hatten, nur die kurze Nachricht, dass das Getriebe erstaunlich viel Öl verbrauchen solle. Eigentlich ungewöhnlich und ich konnte auch keinen Grund finden.

Nachdem wir am Nachmittag noch alles eingeräumt und klar Schiff gemacht hatten, legten wir am folgenden Morgen gleich ab. Unser Ziel war der ca. 40 sm entfernte Hafen von La Caletta. Anfangs hatten wir Flaute, dann kam ein leichter Wind aus West. Zu wenig zum Segeln, aber mit Maschine + Fock lief es ganz gut. Im nördlichen Teil des Golfes von Orosei setzten dann die ersten heftigen Böen mit bis zu 28 kn aus NW ein und für die letzten 6 Meilen gegen Wind benötigten wir dann noch einmal zweieinhalb Stunden. Wetter.online hatte also Recht!

Wir waren froh, einen sicheren Platz am Steg zu finden und genehmigten uns darauf erst einmal ein gutes Abendessen und ein paar Bier.

Für den nächsten Tag waren 35 sm Richtung N vorgesehen, aber nach 4 Std. Gebolze gegen Wind und Welle ließen wir in der Bucht Porto Brandinchi entnervt den Anker fallen.

Bei der obligatorischen Kontrolle der Maschine und des Maschinenraumes musste ich feststellen, dass alles ein bisschen ölig aussah?! Als ich die Welle mit der Hand durchdrehte, klapperte es verdächtig laut in der Kupplung zwischen Getriebe und Wellen. Mit Hilfe einer Taschenlampe konnte ich eine große lose rumliegende Mutter erkennen. Konnte ja eigentlich nur vom Getriebe stammen! Und daher also auch der hohe Ölverlust?!

Also, Werkzeugkoffer raus und Kupplung abgeschraubt. Eigentlich hat man auf dem Boot Werkzeug zum Überfluss, aber selten das, was man braucht. Ich brauchte einen 12er

Imbus - Schlüssel, mein Sortiment hörte aber bei 10mm auf.

Ja, was nun? So konnten wir unmöglich weiter Richtung Elba fahren. Aber mein Freund Salvatore, heute Direktor der Marina Ottiolu (bis vor 2 Jahren Kapitän auf einem Fährschiff), könnte vielleicht helfen. Über Handy hatte ich Glück.  Wir vereinbarten, dass wir am nächsten Tag zu ihm in die Marina kommen und er in der Zwischenzeit versucht, einen Mechaniker aufzutreiben. Nun, die 10 sm wieder zurück werden wir auch noch verkraften.

 

Am nächsten Tag klappte alles wie „am Schnürchen“. Der Mechaniker wartete schon, wir verholten das Boot in die Werft. Gegen Mittag war das Getriebe wieder dicht und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Nach weiteren 8 Stunden (gegen den Wind!) machten wir unser Boot in einer Bucht vor der Insel Caprera an einer Boje fest. Als ich nach dem Abendessen in den Maschinenraum blickte, stellte ich überraschend viel Wasser fest. Der Kühlwasserschlauch war zwischen Wasserfilter und Pumpe durchgescheuert ! Nun, langsam wird man abgestumpft. Etwas selbstvulkanisierendes Isolierband  musste halt herhalten. Heidi winkte nur noch ab..

Die nächsten 2 Tage waren für die Überfahrt nach Elba vorgesehen. Wir verließen früh unsere Bucht und konnten (endlich!) bei 5-6 bft. aus NW segeln. Schnell kamen wir voran. Gegen Nachmittag ließ der Wind etwas nach und drehte über SW auf SO. Den Sundowner ließen wir uns gemütlich schmecken. Kurz vor Sonnenuntergang kam am Horizont die Insel Monte Christo in Sicht.

Leider drehte der Wind im Laufe der Nacht weiter und wehte uns ab 02.00 genau aus NO entgegen. Jetzt musste wieder die Maschine ran. Glücklicherweise hatten wir bereits einen guten zeitlichen Vorsprung. Freitag früh gegen 10.00 Uhr lag die Gefängnisinsel  Pianosa querab und gegen 13.00 Uhr ließen wir im Golfo di Campo den Anker fallen.

Am Abend verlegten wir den Ankerplatz etwas dichter vor den Ort und setzten mit dem Schlauchboot über.  Marina di Campo ist ein sehr belebter Ort mit vielen  Möglichkeiten, Geld auszugeben, zumindest in der Hochsaison.

 

Am Samstag früh machten wir uns wieder mit dem Boot auf den Weg. Wir mussten jetzt einen Platz finden, wo wir 2 Erwachsene und 2 Kinder (6J/1J.) samt Reiseutensilien einigermaßen gefahrlos an Bord nehmen können. Nach längerem Suchen entschieden wir uns für den Golfo Stella. Einen Steg für unser Segelboot gab es da zwar auch nicht, aber wenigstens einen für das Schlauchboot. Per Handy verständigten wir uns mit unseren Kindern und hissten, damit sie uns leichter ausfindig machen, ein blaues Bettlaken unter der Backbord-Saling und am späten Nachmittag standen sie dann winkend am Strand.

 

Der Transport per Schlauchboot klappte ganz gut, aber als unser Schwiegersohn auch noch seine gesamte Surf-Ausrüstung anbrachte, verdrehte ich doch schon mal leicht meine Augen. 4 Erwachsene und 2 Kinder + all der Kram – das war für unser 10m-Boot schon ganz schön heftig. Nun ja, nachdem alles im Boot verstaut und die sperrigen Teile an der Reeling festgelascht waren, sah es nicht mehr ganz so schlimm aus. An Segeln war allerdings nicht mehr zu denken – alle Schoten waren irgendwo und irgendwie mit irgendwelchen Gegenständen blockiert. Nun, der Wind ließ sowieso keine großen Touren zu, und so vergnügten wir und in etlichen Buchten.

So ganz ohne Zwischenfälle konnte ich die Zeit natürlich auch nicht verstreichen lassen. Nachdem ich den Benzintank des Außenborders aus Versehen mit Diesel gefüllt hatte (in dem 5-l-Reservekanister hätte eigentlich Benzin sein müssen ), hatte ich wenigstens mal wieder etwas Arbeit außer der Reihe.

 

Wenn ich beim Schwimmen das Unterwasserschiff betrachtete, fielen mir an verschiedenen Stellen weiße Flecke am Unterwasserschiff und dem Ruderblatt auf. Beim näheren Betrachten mit Taucherbrille entdeckte ich diese Stellen am gesamten Unterwasserschiff. Es waren eindeutig Alu-Korrosionen. Na, das war ja eine tolle Überraschung. Erst im März hatte das Boot einen komplett neuen Antifouling-Anstrich erhalten. Allerdings war ich selbst nicht dabei gewesen – die Werft in Santa Maria Navarrese hatte diese Arbeiten in unserem Auftrag allein gemacht. Hier wird es also nach unserer Rückankunft im Heimathafen einiges zu besprechen geben!!

 

Tagsüber kamen wir mit der Enge auf dem Boot ganz gut klar. Nur die Nächte wurden etwas

stressig. Wegen Platzmangel musste einer im Cockpit schlafen. Unsere 1-jährige Enkeltochter, die mit einer ausgewachsenen Bronchitis angereist war, teilte sich mit mir und Heidi die Schlafkabine und den Tisch im Salon ließen wir sicherheitshalber die ganze Woche als Schlafstätte unten. Einzig unser 6-jähriger Enkel genoss  diese Zeit in vollen Zügen, konnte er doch baden, schnorcheln, Schlauchboot fahren und im hohen Bogen ins Wasser pinkeln, wann immer er wollte.

 

Als nach knapp einer Woche unsere Gäste wieder abreisten, und Ruhe eintrat, hatten wir ebide die Bronchitis unserer Enkeltochter voll übernommen!!

 

Eigentlich wollten wir uns in der nun beginnenden letzten Woche unseres Urlaubs von all dem zurückliegenden Stress erholen und das Segeln genießen. Aber mit pfeifender Lunge, brennendem Hals, dickem Kopf  und voller Nase schien es wohl mehr ein Beniesen zu werden!!

 

Erst verbrachten wir noch einmal eine Nacht zu zweit vor Elba bevor wir am nächsten Tag mittags mit leeren Frischwassetanks und fast leergelutschten Service-Batterien Richtung Korsika aufbrachen. Unser Ziel Solenzara wollten wir am darauf folgenden Morgen erreichen. Der Wind spielte endlich einmal mit, und  3-4 bft.  aus NW ging es unter Groß und Blister zügig voran. Wir hatten Pianosa gerade passiert, als sich uns eine Gruppe Delfine anschloss und uns fast eine halbe Stunde begleitete. Es waren sehr große Tiere (gute 2 m) mit fast weißem Bauch.

Gegen Abend ließ der Wind leider nach. Wir ließen uns einfach noch etwas treiben und genossen den Sonnenuntergang bei einem Glas kühlem Campari / Orange.

Irgendwann ging es aber nicht mehr ohne Maschine. Außerdem  brauchten wir dringend Saft für die Batterien.   Aber ich musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass trotz laufender Maschine kein Strom auf die Batterien ging. Jetzt im Dunklen nach der Fehlerquelle zu suchen, erschien mir wenig Erfolg versprechend. Da wir noch gut 8 Nachtstunden vor uns hatten, die wir weder ohne Autopiloten noch ohne Positionsbeleuchtung verbringen wollten, entschied ich mich, alle Batterien zusammen zu schalten, wohl wissend, dass damit irgendwann auch die Starterbatterie in die Knie gehen wird. Als wir gegen 06.00 Uhr kurz vor dem Hafen Solenzara standen, hatte sich der Autopilot mangels „Nahrung“ gerade verabschiedet und die Positionslampen waren gerade noch zu erahnen. Da ich die Hafeneinfahrt nicht kannte, drehten wir noch ein paar Ehrenrunden, ehe wir dann beim ersten „Büchsenlicht“ einlief. Natürlich schlief noch alles im Hafen und wir mussten uns selbst einen Platz suchen.  Beim Anlegen (Heck an Steg und Bug an Boje) erwischten wir leider die Boje nicht gleich. Um nun nicht alle umliegenden Segler durch weitere Manöver zu wecken, befestigte ich eben unseren Bugfestmacher schwimmend. Danach wurde der Landstromanschluß hergestellt, das Ladegerät eingeschaltet und dann war erst einmal (Nacht) Ruhe angesagt, noch war es ja einigermaßen kühl.

Gegen Mittag machte ich mich daran, den möglichen Grund für den fehlenden Ladestrom zu suchen. Na gut - der Keilriemen war ziemlich locker. Ich spannte ihn nach. Ich kontrollierte alle Kontakte und zog sie nach, verschmierte auch etwas Kontaktfett,  konnte aber keinen gravierenden Grund finden. 

Den Abend verbrachten wir hustend und niesend bei einem guten Essen in einem Restaurant (wie es geschmeckt hat, können wir eigentlich beide nicht sagen).

Am späten Vormittag, bei kräftigem Wind aus NO mit  gut 20 kn (leider auch kräftiger Welle) zogen wir weiter nach Süden. Unsere Batterien waren inzwischen wieder „randvoll“ gefüllt und auch mit Frischwasser hatten wir uns ausreichend eingedeckt. Bloß an Bier mangelte es uns. Die Preise für Bier auf Korsika fanden wir schon beinahe unmoralisch!!

Heidi hatte sich gleich nach Verlassen des Hafens in die Kabine zurückgezogen. Jeder Luftzug löste bei ihr sofort einen Niesanfall aus.

Wir husteten uns noch ein paar freundliche Grüße zu, und dann war ich im Cockpit wieder allein.

Eine Kontrolle des Ladestroms bei laufender Maschine zeigte übrigens, dass alles wieder in Ordnung schien.

Im Golf von Porto Vecchio nahm der Wind noch leicht zu, und so wurde es ein richtig sportliches Segeln. Früh am Nachmittag fiel der Anker im Golfo di Rondinara, einer sehr schönen und sicheren Ankerbucht, die wir uns allerdings vorerst mit 42 weiteren Booten teilen mussten. Zum Glück verschwanden bis zum Abend noch einige davon.

Besonders schön fanden wir die Tatsache, dass die Bucht keine Straßenanbindung besitzt und bisher auch von Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen verschont geblieben ist. Eine felsige Untiefe (ca. 1m) mitten in der Bucht mahnt zur Vorsicht!

 

Für den nächsten Tag hatten wir nur eine kurze Etappe von 15...20 sm  im Programm, so dass wir den Morgen ruhig angehen konnten. Wir leisteten uns sogar noch ein guten Mittagessen in der Bucht, ehe wir den Haken aus dem Sand holten.

4 bft. aus West, in der Straße von Bonifacio wurden es noch 2 Windstärken mehr, machten so richtig Spaß. 7,5 kn Fahrt sind für unsere SOLEIL schon ganz ordentlich. Ein französischer Segler kreuzte unseren Kurs. Wir hatten zwar Wegerecht, aber das wusste er wohl nicht. Im letzten Augenblick retteten wir uns fast mit einer Patenthalse aus der kritischen Situation, aber er dankte es uns wenigstens mit freundlichem Winken, während er uns wenige Meter vor unserer Nase  passierte.

 

Den vorgesehenen Ankerplatz an der SO-Küste der Insel Santa Maria verließen wir schnell wieder – unruhiges Wasser und viel Wind. Wir segelten noch ein paar Meilen weiter nach La Maddalena und fanden einen herrlichen Ankerplatz in NO der Insel, umrahmt von bizarren Felsformationen.

 

Der nächste Tag sollte uns nach Porto Brandinchi bringen, gut 40 sm. Entsprechend früh (10.00 Uhr) lichteten wir den Anker. Bei wechselnden Winden, teilweiser Flaute, kamen wir nicht besonders schnell voran. Im Golf von Olbia hatten wir mit massivem Schiffsverkehr zu tun. 4 Fähren gleichzeitig kreuzten unseren Kurs. Dazu kam noch ein schleppender Trawler. In der Passage vor der Isola Tavolara frischte es noch einmal etwas auf und wir setzten alle Segel. Zwei Stunden später fiel der Anker in der Bucht Porto Brandinchi. Für den Abend rüsteten wir unser Schlauchboot auf, um an Land zu fahren und in Ruhe zu Abend zu essen.

 

Am kommenden Tag, Heidis Geburtstag, wollten wir bis La Caletta kommen, nur etwa 17 Meilen. Früh gab es noch eine kleine Geburtstagsgratulation, dann liefen wir erst einmal in die Marina Puntaldia ein, um Diesel zu tanken.

Ungeachtet dessen, dass wir von See aus einliefen und eine andere Segelyacht gerade auslaufen wollte, schob sich eine „Protz“-Motoryacht von ihrem Liegeplatz plötzlich genau zwischen uns. Der  Herr am Steuerrad hatte einfach nicht den ein-und auslaufenden Schiffsverkehr beachtet! Unser Not-Ausweichmanöver endete fast in den Moorings der festgemachten Boote. Eigentlich hätte ich ihn rammen sollen. Mein Alu-Steven hätte das schon ausgehalten!

Nachdem unser Tank und die Reservekanister voll waren, setzten wir unseren Weg ohne weitere Höhepunkte bis La Caletta fort. Wir machten das Boot wieder an den kommunalen (gebührenfreien) Stegen fest. Beim Abstellen der Maschine schreckte mich ein ungewöhnliches Geräusch auf. Nachdem das Boot sicher vertäut war, versuchte ich noch einmal, die Maschine zu starten, aber ich vernahm nur ein helles Pfeifen. Ein Blick in den Motorraum zeigte mir, dass der Anlasser lose rumhing. Eine Befestigungsschraube fehlte (wahrscheinlich schon länger) und an der 2. Befestigung war das Gehäuse gebrochen. Ein „feines Geburtstagsgeschenk“ für Heidi, aber sie winkte nur entnervt ab. Nun gut, ich befestigte den Anlasser provisorisch mit Hilfe der noch vorhandenen Bohrung und abends ging es erst einmal zu einem schönen Geburtstagsessen in den Ort. Ein schmackhaftes Fischgericht brachte uns wieder in bessere Stimmung. (In La Caletta gibt es übrigens einige empfehlenswerte Restaurants!)

 

Jetzt hatten wir nur noch die 40 sm bis Santa Maria Navarrese vor uns. Der Wind blies leicht von vorn. Leider gibt es auf dieser Route keinen geschützte Bucht und keinen vernünftigen Hafen. Mit dem Hafen Gonone hatte ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht, und so entschieden wir uns, ohne Zwischenübernachtung durchzufahren.

Die ersten 30 Meilen kamen wir ganz gut voran, aber dann drehte der Wind auf SO und legte deutlich zu. Nach kurzer Zeit stand auch schon eine ruppige Welle und wir verdrückten uns dichter unter Land. Auf den letzten 5 sm gab es dann aber leider keinen Schutz mehr.

Vor den Felsen-Eilanden Isola d. Ogliastra, ca 2 sm vor unserem Zielhafen, fanden wir noch einen einigermaßen geschützten Ankerplatz und so entschieden wir uns, die Nacht hier zu verbringen. Diesen Platz kennen wir inzwischen recht gut, da wir, wenn es uns im Hafen zu heiß wurde, schon öfter hierher „geflüchtet“ sind. Der Ankergrund taugt zwar nicht viel (felsig und viel Seegras), aber gegen Wind aus östlichen bis südlichen Richtungen ist man ganz gut geschützt. Die vielen Felsen und Untiefen sorgen für recht ruhiges Wasser. Bei aufkommendem Wind aus den 3.und 4. Quadranten sollte man sich aber sicherheitshalber auf eine „Flucht“ vorbereiten.

 

Die Nacht war ruhig (von unserem Dauerhusten mal abgesehen), wenn auch gegen Morgen ein leichter Wind und Dünung aus NW aufkamen. Ich hatte mich schon darauf eingerichtet, in den Hafen zu verlegen, aber nach ein paar Stunden trat wieder Ruhe ein und wir konnten uns noch bis in den späten Nachmittag hinein ausruhen. Über Funk vereinbarte ich allerdings schon einmal einen Termin mit der Werft wegen der Korrosions-Problematik!

 

Leider rückte langsam unser Urlaubsende näher, so dass wir um 16.30 Uhr in der Marina am Steg festmachten.  

Bereits für den am nächsten Morgen hatten wir einen Kran – Termin vereinbart.

Es zeigte sich dann, dass das gesamte Unterwasserschiff abgeschliffen werden und eine komplett neuer Farbaufbau erfolgen muss. Die Grundierung war an vielen Stellen beschädigt, besonders stark am Ruder, und die Alu-Korrosion trat stellenweise als regelrechte Aufblühungen hervor. Ich musste der Werft allerdings auch einen großen Vorwurf machen. Erst vor 4 Monaten hatte sie einen neuen Antifoulinganstrich aufgebracht und dabei angeblich schon die Beschädigungen der Grundierung und erste Korrosionsstellen festgestellt, es aber nicht für nötig gehalten, mich darüber zu informieren. Statt dessen wurde einfach Antifouling neu darübergepinselt!!

Das Boot bleibt nun also erst einmal die nächsten Monate auf dem Trockenen, bis ich die notwendigen Arbeiten organisiert und durchgeführt habe.

Noch am Kran hängend, erledigten wir unsere letzten Handgriffe am Schiff. Den defekten Anlasser musste ich ja auch noch mit nach Hause nehmen.

Abends ging es dann mit der Fähre von Olbia wieder nach Livorno und von dort weiter zurück nach Jena.

Passend zu unserem stressigen Urlaub fanden wir zu Hause im Briefkasten einen Brief der Polizeidirektion München vor: Geschwindigkeits-Überschreitung von 37 km/h auf dem Münchner Ring bei unserer Fahrt nach Sardinien. (100,-EUR + 3 Punkte).

 

Inzwischen haben wir aber schon fast alle unerfreulichen Erlebnisse vergessen und freuen uns bereits auf den Segelurlaub 2005.

 

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© Klaus Lange