Jungferninseln (Virgin Islands)

 

Die Virgin Islands bilden eine Inselkette im Nordosten der Karibik zwischen den Kleinen und Großen Antillen. Die östlichen Inseln gehören zu Großbritannien  (British Virgin Islands), die westlichen zu den USA (US Virgin Islands).

Zuerst besuchen wir die BVI.

 

Virgin Gorda

 

Von St. Martin kommend erreichen wir nach 82 sm holpriger Nachtfahrt am 15. Januar 2014 den North Sound von Virgin Gorda.

Gleich am Eingang hinter dem kleinen Riff vor Prickly Pearl Island fällt der Anker. Es ist ein herrliches Plätzchen mit kleinem Strand am Felsenufer.

Am nächsten Morgen fahren wir nur kurz zum Einklarieren rüber zum  Gun Creek , dort im Örtchen gibt es sogar einen gut bestückten Supermarkt.

Am 17.1. starten wir 8.30 zur 14 sm super Segeltour wie aus dem Bilderbuch nach

 

Anegada

 

Wir ankern hinter dem Bojenfeld vor „Neptuns Treasure“ (freies Internet), begeben uns am Nachmittag gleich mal an Land, um die Lage zu peilen – alles sehr angenehm, friedlich, freundlich und übersichtlich …

Barry vom „Whistling Pine Restaurant und Bar“  (gelbes Gebäude mit rotem Dach) lädt uns auf freundliche Art zum Lobster-Schmaus ein, gekocht wird nur für angemeldete Gäste, alles wird frisch zubereitet. Er präpariert am Steg gerade die Lobsterhälften für den Grill, wir melden uns für morgen Abend an.

Heute schlendern wir noch durch das Örtchen, bestellen uns für morgen einen Motorroller (40,- $) und hängen dann bei „Neptuns“ auf der Terrasse zum Sundowner mit kleinen Häppchen ganz gemütlich ab …

 

Die Inselrundfahrt ist ein Erlebnis. Das kleine Eiland ist komplett mit Riffen umgeben, unendliche Sandstrände werden hier und da von schönen Anlagen unterbrochen, wo man einkehren oder eigenes Picknick machen kann.

Im Hinterland liegen große teilweise ausgetrocknete Salzseen, Flamingos haben wir aber nur von Weitem gesehen.

 

Am Abend geht es dann zum großen Lobster - Dinner, es war von A bis Z eine Wonne: warmes Brot mit Butter, knackiger Salat mit Dressings, halber Lobster von stattlicher Größe direkt vom Grill mit Knoblauchbutter, diversen Saucen, Ofenkartoffel, Brokkoli und Möhren … dazu eine Flasche Weißwein. Alles superlecker, wir haben es genossen. Barry hat sich gefreut wie ein Kind, weil wir auch noch das letzte Krümchen mit geschmatzten Händen aus dem Gehäuse und den Fühlern gepult haben, auf Anfrage brachte er uns noch „Hummer-Zangen“ (sahen aus wie direkt vom Baumarkt, aber es hat funktioniert). Glücklich und zufrieden tuckern wir zurück aufs Boot.

Am nächsten Morgen begeben wir uns auf gemütliche Segeltour zurück nach

 

Virgin Gorda, diesmal zur Long Bay

 

Eigentlich ist es ein Tagesankerplatz, schöne Kulisse mit Bergen im Hintergrund und buntem Schnorchelriff, vom Boot aus zu erreichen.

Bei einem früheren Aufenthalt auf den Virgines im April 2011 waren wir natürlich auch im Nationalpark The Baths, was auf jeden Fall ein Erlebnis ist, das man nicht verpassen sollte.

Nach einer ruhigen Nacht nehmen wir die

 

Dog Islands

 

ins Visier und hängen uns an eine Boje bei George Dog. Die Unterwasserwelt  gleich vom Boot aus ist interessant: im glasklaren Wasser tummeln sich im Riff an der Felswand Fische aller Größen und Farben zwischen bunten Korallen. Wir bleiben über Nacht und genießen unser frisch gebackenes Brot.

 

Am 7. Tag auf den BVI führt uns eine wiederum gemütliche Tour vorbei an West Dog zwischen Scrub Island und Great Camanoe am Marina Cay vorbei zur Lee Bay an der Westküste.

Da der Ankergrund voller Steine ist, ziehen wir am Nachmittag weiter und suchen uns ein Plätzchen zum Übernachten, das wir in der Long Bay vor Beef Island schnell finden: 5 m Sandgrund, riesige mondförmige Bucht, Platz ohne Ende, obwohl direkt am Rollfeld des Flugplatzes, wird es eine ruhige Nacht.

Da wir hier so ruhig liegen, putzt Klaus am nächsten Morgen gleich noch das Schiff an der Wasserlinie.

Gegen 10.00 Uhr geht’s rüber zu

 

Cooper Island

 

Es sind alles kleine Segel-Hopser, meist nur mit Fock, das ist sehr entspannend, so macht Segeln Spaß!

Weniger Spaß hatten wir hier in der Manchioneel Bay. Wer sich in die Hochburgen des Charter-Tourismus begibt, muss zahlen!  Die ca. 50 Bojen (per Nacht 30,-$) sind abends voll belegt, auch an Land totale Abzocke. Diesen Stopp kann man getrost auslassen.

Schnell weg, zwischen Cooper Island und Salt Island Richtung Süden um die Südspitze von

 

Peter Island

 

Unterwegs erwartet uns heftiger Wellengang. Um eine wildromantische Felsenküste gelangen wir zum Ankerplatz White Bay. Überraschung: am 500 m langen sichelförmigen Sandstrand stehen mehrere Holzpodeste mit Liegestühlen und Tischen. Es gibt eine gemauerte Süßwasser-Dusche und eine geflieste Toilette (mit T-Papier, Seife usw.), Mülltonnen.  Das alles gehört zwar zu einem Resort, aber von zwei Amerikanern im Nachbarboot erfahren wir, dass keiner was sagt, wenn man sich dort aufhält – wir sind begeistert.

Am felsigen Ende vom Strand ist ein kleines Unterwasser-Paradies mit vielfarbigen Fächerkorallen, bunten Fischen und schönem Bewuchs. Wir nehmen es als Entschädigung für gestern und genießen unser Bierchen zum Sonnenuntergang im Holzhäuschen am Strand. Hotelgäste waren übrigens keine da.

Geheimtipp von „Soleil“.

 

Am nächsten Tag gibt’s Regen, da können wir Wasser sammeln.

Unser nächster Stopp liegt nur um die Ecke bei Key Point, allerdings ist es nicht leicht, einen Ankerplatz zu finden (überall Korallen). Schließlich ankern wir auf 2,5m Sandgrund dicht am Strand, ein von ziemlich langen schäumenden Wellen überspültes Riff liegt gleich hinter uns …und wir können nur 20m Kette legen.

Vom Strand aus sammeln wir jede Menge große Schnecken, schrubben sie ab, kochen sie, zum Abendessen gibt es also gebratene Schnecken mit frischem Weißbrot.

Am Sonntag, dem 26. Januar  segeln wir übers offene Wasser zur Bucht gegenüber  nach

 

Norman Island

 

Die Benares Bay ist eine tiefe gut geschützte Bucht mit ruhigem dunkelgrünem Wasser, mal was anderes. Wir ankern auf 9 Metern, schnorcheln gleich vom Boot aus im leuchtend  klaren Wasser.

Unser Ziel für Montag ist

 

Jost van Dyke

 

Wir starten 8.30 Uhr zur 12 sm Tour an St. John vorbei über den Sir Fraces Drake Channel, fädeln uns um die Südspitze von Tortola und erreichen gegen Mittag Great Harbour, den Hauptort auf Jost van Dyke. Da der Anker nicht hält, müssen wir an eine Boje gehen, sind also mal wieder mit 30,- $ dabei. Die Bucht ist mit bunten Hüttchen bestückt, hauptsächlich Kneipen direkt im Sand am Strand – hat schon irgendwie Flair.

Nachdem wir ganz easy für die British Virgins ausklariert haben, melden wir uns bei „Ali Baba“ für den Abend zum Barbecue an, und wir haben es nicht bereut: alles frisch zubereitet für 10 Leute, Fleisch direkt vom Grill so viel man will, freundliche lustige Bedienung … können wir empfehlen.

Nun wollen wir noch einen Tag in der White Bay gleich um die Ecke verbringen, um dann nach 2 Wochen auf den BVI zu den American Virgins weiter zu ziehen.

Wir finden sogar einen Ankerplatz (mit freiem WLAN) hinter den Bojen auf 2m vor den Felsen zwischen den zwei Buchten. Die linke Bucht gehört den erlebnishungrigen Touristen, am Nachmittag „besichtigen“ wir das lustige Treiben: vor Ausflugskähnen und Booten an den Bojen kann man kaum noch Wasser sehen, trotzdem baden einige Mutige zwischen ausgelegten Ankern und Stricken, meist mit einem Plastikbecher voll Rumpunsch in der Hand.

Wir ziehen uns auf unsere Seite zurück  und schlürfen ein kühles „Carib“ vor der Kneipe mit dem schönen Namen „Stressfree“ im weißen Sand unter Mandelbäumen.

 

 

 

 

 

 

Amerikanische Jungferninseln  (US Virgins)

 

Die Hauptinseln St. Thomas, St. John und St. Croix mit den umliegenden Eilanden  waren in dänischem Besitz, bis sie 1917 an die USA verkauft wurden. Entsprechend amerikanisch und weniger karibisch ist hier die Lebensweise.

 

St. John  (29.01.2014)

Wir ankern gleich am Rand der Einfahrt zur Cruz Bay und gehen nur für 2 Stunden an Land zum Einklarieren für alle vor uns liegenden Inseln einschließlich Puerto Rico. Die Prozedur incl. Kontrolle der Fingerabdrücke zieht sich hin, aber es ist kühl im Raum und sie sind freundlich.

Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt (frisches Obst und Gemüse, Rib Eye Steakes ) geht es gleich weiter zum 4 sm entfernten Ankerplatz

 

Christmas Cove auf der Insel Great St. James
Die Fahrt durch den Current Cut gestaltet sich etwas aufregend: viel Wind und Welle nebst Gegenstrom, vor uns ein Felsen -  rechts oder links vorbei? Dann zeigt auch noch das GPS im Computer „keine Position“, aber inzwischen sind wir schon durch – huch (Heidis Nerven!).

Wir liegen 3 Tage ganz romantisch vor der Felsenküste an einer Boje (sind hier alle kostenlos), finden sogar freies Internet.. Aber es soll uns nicht zu gut gehen -  da auf den letzten Metern auf dem Weg hierher grässliche Laute aus dem Motorraum kamen, verschwindet Klaus gleich in den Katakomben und taucht mit dem Befund auf, dass sich eine Aufhängung des Motors sozusagen zerlegt hat. Na ja, es hätte schlimmer kommen können. Klaus ist nach dem Wechsel aber trotzdem nicht ganz zufrieden (da ist noch so ein metallisches Schleifen …), und da wir sowieso mal wieder Wasser, Supermarkt, Waschmaschine und Landgang brauchen, fahren wir am Sonntag  2 sm rüber in die

 

„Lagune“ im Südosten von St. Thomas (02.-05.02.2014)

Hier ist das gesamte Ufer mit Stegen und Marinas zugebaut und sonntags geht schon mal gar nichts. So ankern wir einfach „mitten auf der Kreuzung“, gehen am Montag an einen Steg. Ein Mechaniker kommt mit Flaschenzug, Motor wird angehoben, noch eine Aufhängung gewechselt und nun – alles o.k.

 

Charlotte Amalie

ist der blumige Name der Hauptstadt auf St. Thomas. Wir ankern vor der Super-Marina neben den Kreuzfahrtschiffen und  hinter den Luxus-Motorjachten. Obwohl hier natürlich der Bär tanzt, können wir uns auch diesmal wie schon im April 2011 dem Charme der hübsch restaurierten Altstadt-Gässchen und den ausgebauten alten Lagerhallen nicht entziehen. Beim Stadtbummel treffen wir dann im Gewusel Renate und Peter von der „Mardos“, da ist natürlich gemütlicher Plausch in der schattigen Kneipe angesagt.

 

Nachdem wir uns im Supermarkt „Pueblo“ (nahe der Marina) mit allem Nötigen gut versorgt haben, wollen wir uns als Ausgangspunkt für die Weiterreise nach Culebra ein Plätzchen an der Westseite von Water Island suchen, aber es ist aussichtslos (alles voller privater Moorings), also zurück zum Stadtkai. Heute ist nicht unser Tag: „Victoria“, ein hässlicher  Alu-Riesenkahn vor uns lässt 8 Std. lang einen kreischenden Motor laufen -ätz!! Dann gibt am Abend auch noch der Filter vom Petroleum-Herd den Geist auf (alles ausräumen, säubern… Notreparatur bei gemütlichem Kokosnuss-Lampen-Licht). Aber der Einsatz hat Erfolg und am nächsten Morgen geht es weiter nach Culebra.

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© Klaus Lange