von Sardinien nach Gibraltar ( 1.430 sm )

 

14.06.08

Seit einer Woche befinden wir uns im Bereich des Maddalenen Archipels im Nordosten von Sardinien. Die Landschaft ist traumhaft schön, aber das Wetter spielt dieses Jahr verrückt. Drei Tage lang haben wir in der Bucht von Cala Palma vor Anker ein ausgiebiges Sturmtief abgewettert. Uns erging es dabei besser als einem franz. Segler, der mit seiner Yacht strandete aber zum Glück wieder frei geschleppt werden konnte.

 

17.06.08

Gestern haben wir uns von kräftigem Ostwind und mitlaufendem Strom durch die Straße von Bonifacio blasen lassen. Hinter der Isola Rossa  (vor dem Hafen)  im Norden von Sardinien einen guten Ankerplatz gefunden.
Heute sind wir in Castelsardo eingelaufen und haben in der Marina einen Platz bekommen.
Castelsardo sollte auf dem Routenplan eines jeden Seglers stehen, der nach Nordsardinien kommt! Der Ort und die alte Festung sind interessant. Hervorragende und preisgünstige Versorgungsmöglichkeiten bei EUROSPIN.

 

24.06.08

Am 22.06. haben wir früh, von Alghero aus, Sardinien mit Ziel Menorca verlassen. Nach anfänglicher Flaute setze gegen Mittag leichter SO ein und wir konnten Segel setzen. Heute hatten wir auch endlich mal wieder Angelglück - ein stattlicher Tunfisch ist uns an den Haken gegangen und lieferte uns für die nächsten Tagen  4 schmackhafte Mahlzeiten. Zur "Abrundung" des ersten Tages auf See tauchten in unserer Nähe auch noch 3 große Wale auf, die wir über längere Zeit beobachten konnten.
In der Nacht mussten wir leider wieder die Maschine zu Hilfe nehmen. Am nächsten Tag baute sich eine immer kräftigere Dünung aus SO auf, die uns (bei fehlendem Segelwind) tüchtig durchschüttelte. In der folgenden Nacht wurde es immer "ekliger", so dass wir froh waren, am 24. früh 5.00 Uhr unseren Anker in der Bucht Los Llanes fallen lassen zu können.

                                                                                                                                                                                       

                                                                                                                                              

06.07.08

Die letzten 12 Tage haben wir uns vor Menorca "rumgetrieben" und dabei sehr schöne Ankerplätze gefunden. Einige Tage lagen wir auch in der Hauptstadt Mahon an einer Boje. Den Platz hatten uns Hannelore und Franz von der "Ole Pinelle" empfohlen. Abends ging es dann mit dem Schlauchboot zum Fußball-Fernsehen in das nächste Restaurant.
Da uns angekündigter Starkwind vorerst von der geplanten Überfahrt nach Mallorca abhielt, machten wir noch einen Abstecher in den Norden von Menorca und lernten dadurch noch den hübschen Ort Fornells mit seiner rundum geschützten weitläufigen Ankerbucht kennen.

 

 

 

12.07.08

Seit dem 06.07.sind wir vor Mallorca. Ursprünglich wollten wir die Südküste entlang nach Westen, aber unterwegs wurde uns die herrliche Nordküste der Insel so schmackhaft gemacht, dass wir kurzfristig unsere Route änderten. Unsere erste "Station" war die Bucht von Pollensa. In einer schönen Bucht hinter der Isola de Formentor fanden wir einen sicheren Platz in einem (kostenlosen) Bojenfeld. Hier trafen wir auch wieder mit Cordula und Andreas von der "Aphrodite" zusammen, die wir einige Tage zuvor in einer Bucht vor Menorca kennen gelernt hatten.
Gestern hatten wir einen traumhaft schönen Ankerplatz vor der Cala Calobra. Eingerahmt von schroffen Felswänden lagen wir vor der Mündung eines (im Sommer trockenen) Flusslaufes, der sich über mehrere km durch eine steile Schlucht gefressen hat - beliebtes Ausflugsziel für Wanderer.
Der nördliche Teil von Mallorca hat uns bisher ausnahmslos gut gefallen!

 

19.07.08

Am 15.07. haben wir Mallorca Richtung Ibiza verlassen. An unserem letzten Liegeplatz auf Mallorca in der Bucht von Andraitx wurden wir noch etwas "gestresst":
Den ersten Ankerplatz mussten wir wieder räumen, da wir angeblich zu dicht an der Fahrrinne zum Fischereihafen lagen. Danach schnappten wir uns, nach längerer Suche, eine freie Boje, aber am Abend kamen die Besitzer und forderten ihr Recht. Uns blieb nur noch ein Ankerplatz
außerhalb der Hafengeländes, wo bereits eine Reihe anderer Boote lag. Als wir am nächsten Morgen weg wollten, hatten sich Anker und Kette zwischen Felsbrocken verfangen.

Unseren ersten Liegeplatz vor Ibiza fanden wir in einer ruhigen kleinen Seitenbucht vor Portinax an einer freien Boje.
Da wir unsere Vorräte mal wieder ergänzen mussten, verbrachten wir eine Nacht und einen Tag in der großen und überaus belebten Bucht vor dem Hafen von San Antonio.
Ursprünglich wollten wir auch für ein paar Tage nach Formentera, aber als wir unterwegs sahen, dass ganze "Karawanen" von Motor - und Segelyachten dahin unterwegs waren, brachen wir das Vorhaben schleunigst ab und kehrten zu unserem sehr schönen Ankerplatz vor der Cala d`Hort an der Westküste zurück.
Morgen wollen wir von hier zum spanischen Festland übersetzen.

 

01.08.08

Heute liegen wir in der Marina in Cartagena. Die letzten knapp 2 Wochen an der span. Festlandküste hatten wir einige schöne, aber auch weniger schöne Erlebnisse. zuerst natürlich die angenehmen:

·         an Heidis 60. Geburtstag fanden wir einen Liegeplatz im exclusiven "Real Club de Regata" in Alicante. Nach einem schönen Abendessen in der Stadt nahmen wir in der gemütlichen Bar des Yachtclubs noch einen Drink zu uns

·         als wir im Hafen von Villajoyosa lagen, fand dort im Ort das alljährliche Fest der "Moros und Christianos" statt. Mit einem aufwändigen und farbenfrohen Umzug, sowie nachgestellten Straßenkämpfen und einer "Seeschlacht" wird der Vertreibung der arabisch / maurischen Belagerer durch die vereinten christlichen Heere im 14. Jahrhundert gedacht

·         die Stadt Alicante ist immer eine Reise wert. Die vielen liebevoll restaurierten Gebäude, die vielfältigen und ständig wechselnden Mosaiken auf den Fußwegen und Parks und das pulsierende Leben haben uns sehr angenehm beeindruckt

und nun das weniger angenehme:

·         Bei heftigem Wind waren wir gerade in das Mar Menor eingelaufen, um uns dort einen geschützten Ankerplatz für die Nacht zu suchen, als die Maschine plötzlich die Arbeit verweigerte. Unter Segel suchten wir uns erst einmal einen Ankerplatz in Lee einer kleinen Insel. Danach war Fehlersuche angesagt. Da es schon mehrmals Probleme mit der Dieselpumpe gab und wir über eine neue Pumpe als Reserve verfügten, wurde das Teil also gewechselt und siehe da, der Motor sprang wieder an. Große Freude bei uns! Aber auf dem heutigen Weg nach Cartagena fiel die Maschine wieder aus - ausgerechnet bei fast Flaute dicht vor dem mit Riffen gespickten Cabo Palos. In Windeseile wechselte ich den KS-Filter, entlüftete das System und 10 Minuten später sprang die Maschine wieder an. Bis hier nach Cartagena lief sie fehlerfrei weiter!

 

15.08.08

Heute sind wir am frühen Abend in die Bucht von Gibraltar eingelaufen und haben nördlich der Landebahn des Flughafens einen geschützten Ankerplatz gefunden.
Nach Cartagena haben wir einige Ankerplätze und Marinas aufgesucht, die wir schon von unserem Überführungstörn im Jahr 2000 kannten. Sehr schön und geschützt lagen wir vor Anker nördlich von Aguilas hinter der Isola e. Fraileund in der Bucht von San Pedro fanden wir eine buntes Volksgemisch von Aussteigern, Hippys, Punks, aber auch einigen "normalen" Badegästen. Zu erreichen ist diese Bucht nur über einen beschwerlichen Pfad oder per Boot. Als am Abend ein Schwimmer mit einem Hund bei uns vorbeiplanschte, kamen wir ins Gespräch und luden wir beide auf ein Glas Bier (Napf Wasser) in das Boot ein. Es stellte sich heraus, dass Er aus Thüringen stammt (ist mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Afrika vorerst in Spanien hängen geblieben und arbeitet ab und zu als Tagelöhner auf einer Finca) und ihm der Hund zugelaufen ist.
Nach einer etwas ruppigen "Dampferfahrt" haben wir in Porto Genoves östl. des Cabo da Gata wieder einen ruhigen und sicheren Ankerplatz gefunden.

Der Motor ist seit der "Notoperation" auf dem Weg nach Cartagena tadellos und ohne zu stottern gelaufen. Dafür  hat sich eine Undichtheit im KS-System eingestellt, die immer bedrohlicher wurde. Zuletzt floss mehr Diesel in den Maschinenraum als in die Zylinder. Die Ursache war sehr schwer zu finden und kostete mich einige unruhige Nächte. Jetzt ist aber alles trocken!!!

Morgen wollen wir nach Afrika - quer über die Straße von Gibraltar nach Ceuta, einer kleinen spanischen Enclave.

 

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© Klaus Lange